StrahlenTelex [ Epidemiologie und Statistik ]

 

 

 

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Chromosomenschäden

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Chromosomen-schäden

Tschernobyl-Folgen: Erbgutschäden bei Kindern. Im Erbgut der Kinder von Katastrophenhelfern von Tschernobyl sind ungewöhnlich viele Mutationen gefunden worden. In Abschnitten des Genoms haben Wissenschaftler der Universität von Haifa eine bis auf das Siebenfache erhöhte Zahl von Veränderungen festgestellt. Wie die Forscher in den Proceedings der Royal Society of London (Bd. 268, p. 1001) berichten, gehen diese Mutationen zwar noch nicht mit schweren Krankheiten einher, die Häufung von Erbveränderungen zeige jedoch, daß sie an die Nachkommen weitergegeben werden.

Stx346-347.2001.8.1 (1 Seite)

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Chromosomen-schäden

Atommüll und Umweltradioaktivität: Krebserkrankungen und Chromosomenschäden unter Bewohnern radioaktiv belasteter Gebäude auf Taiwan. Mit radioaktiven Zusätzen hergestellter Baustahl wurde in mehr als 2.000 Wohnungen und Schulen verbaut. Eine fünfjährige Studie über die Krebshäufigkeit unter Bewohnern von radioaktiv verseuchten Gebäuden auf Taiwan wurde Agenturmeldungen vom April 2001 zufolge jetzt fertiggestellt. Sie zeigt, daß die Möglichkeit von Chromosomenschäden proportional zur Langzeitbelastung mit Niedrigdosisstrahlung zunimmt. Von November 1995 bis Juni 2000 hatte ein Forscherteam der National Yang Ming University auf Taiwan mehr als 4.100 Menschen untersucht und beobachtet, die in der Stadt Taipeh in Gebäuden gelebt hatten, die zwischen 1982 und 1983 mit radioaktiv belasteten Stahlträgern errichtet worden waren. Unter ihnen traten gehäuft verschiedene Krebsarten auf.

Stx346-347.2001.4,5.2 (2 Seiten)

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Fehlbildungen

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Fehlbildungen

Folgen von Tschernobyl: Höchste Raten an Neuralrohr-defekten und Mikrophthalmie bei vermehrt inkorporiertem Cäsium-137 im Gebiet Polissia in der Ukraine. Bald nach der Katastrophe von Tschernobyl behaupteten Regierungen und internationale Agenturen, die radioaktive Exposition verursache keine Fehlbildungen, habe keine teratogenen Wirkungen. Wladimir Wertelecki von der University of South Alabama (USA) sowie vom International Charitable Fund “OMNI-Net for Children”, einer non-profit- und non-government-Organisation, derzeit in Rivne (Ukraine), und Kollegen berichten jetzt dagegen von erhöhten Raten an Neuralrohrdefekten (wie Kiefer- und Gaumenspalten, Verschlußstörungen der Wirbelsäule u.a.) und abnorm kleinen Augen (Mikrophthalmie) in der Provinz Rivne in der Ukraine, die zu den am höchsten mit Radiocäsium belasteten Gebieten zählt.

Stx700-701.2016.6-7.2 (2 Seiten)

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Fehlbildungen

Atommüll: „Risikobasierte, nicht dosisbasierte Sicherheitskriterien müssen für die Atommülllagerung entwickelt und angewendet werden“. Ein Offener Brief an die Endlagerkommission des Deutschen Bundestages von Dr. Hagen Scherb vom Helmholtz Zentrum München. Dokumentation.

Stx696-697.2016.3-5.3 (3 Seiten)

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Fehlbildungen

Tschernobyl-Folgen: Fehlbildungsrate in Bayern vor und nach dem Unfall von Tschernobyl. Stratifiziert nach radioaktivem Fallout – Update 2014. In ihren Arbeiten zu genetischen Tschernobylfolgen haben Scherb und Voigt die langfristige Zunahme von Totgeburten, einzelnen Fehlbildungsdiagnosen und Chromosomenanomalien sowie langfristige Veränderungen im menschlichen Geburtengeschlechterverhältnis dokumentiert. Insbesondere mit der von ihnen entwickelten Methode „Analytical ecological epidemiology“ können Fehlbildungstrends in unterschiedlich hoch belasteten Regionen synoptisch betrachtet und im Hinblick auf eine Dosis-Wirkungsbeziehung räumlich-zeitlich analysiert werden. Es zeigen sich starke und hochsignifikante Anstiege der Fehlbildungshäufigkeit mit der Höhe der radioaktiven Belastung nach Tschernobyl in Bayern. Von Hagen Scherb und Kristina Voigt.

Stx652-653.2014.1-5.5 (5 Seiten)

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Fehlbildungen

Die epigenetische Revolution in der Strahlenbiologie. Heutige Lehren aus dem Reaktorunfall von Tschernobyl. Daß die zusätzliche Strahlendosis sich lediglich im Rahmen der natürlichen Schwankungsbreite bewege, wird gern angeführt, um unliebsame epidemiologische Beobachtungen nach Katastrophen wie der von Tschernobyl oder in der Umgebung von Kernkraftwerken im Normalbetrieb abzuwehren und künftige Schäden, jetzt zum Beispiel nach Fukushima, zu bestreiten. Nach dem Muster, daß nicht sein kann, was nicht sein darf, wird argumentiert, die beobachteten oder (im Falle von Fukushima) zu erwartenden Schäden könnten jedenfalls nicht durch Strahlung verursacht sein, denn die Dosis sei viel zu gering. Zudem fehle jede plausible ätiologische Erklärung. Das Dosisargument gilt jedoch nur, wenn man die Strahlendosen über größere Gebiete und längere Zeiträume zusammenfaßt und dabei örtliche sowie kurzzeitige deutliche Dosisspitzen heruntermittelt. Und zur Erklärung der beobachteten Effekte beschreiben jetzt der Berliner Humangenetiker Karl Sperling sowie der Mathematiker Hagen Scherb aus Neuherberg in einem Beitrag im Mai-Heft 2011 der Naturwissenschaftlichen Rundschau das Prinzip der medizinisch-(epi)genetischen Strahlenwirkung.

Stx586-587.2011.1-3.3 (3 Seiten)

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Fehlbildungen

Fehlbildungen bei Kindern beruflich strahlenbelasteter Mütter. Nur wenige Studien untersuchten bisher den Zusammenhang zwischen einer Belastung von Müttern mit ionisierender Strahlung in der Schwangerschaft und Missbildungen ihrer Kinder. Obwohl für Belastungen mit hohen Strahlendosen beschrieben, gelang es bislang nicht, den Nachweis eines Zusammenhangs für strahlenbelastete Berufsgruppen zu führen. Das ist jetzt jedoch Wissenschaftlern der Mainzer Johannes Gutenberg Universität mit einer im Januar 2011 in der Zeitschrift Radiation and Environmental Biophysics vorgestellten Arbeit gelungen. Awi Wiesel, Claudia Spix, Andreas Mergenthaler und Annette Queißer-Luft stellten ihre Analyse einer Geburtenkohorte zwischen Januar 2007 und Februar 2008 vor.

Stx584-585.2011.10.1 (1 Seite)

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Fehlbildungen

Gesundheitsschäden bei Kernkraftwerken: Epidemiologische Auffälligkeiten um Kernkraftwerke: Synoptische Analyse. Von Alfred Körblein. Seit Veröffentlichung der Ergebnisse der KiKK-Studie vor 3 Jahren wurden zwei weitere epidemiologische Studien veröffentlicht, eine zu Fehlbildungen bei Neugeborenen um Kernkraftwerke und eine zum Geschlechterverhältnis bei der Geburt um bayerische Kernkraftwerke. Beide Studien bestätigen die bei der KiKK Studie gefundene Abstandsabhängigkeit, wenn auch wegen kleiner Fallzahlen nicht alle Einzelbefunde statistisch signifikant sind. Eine gemeinsame Analyse der drei Datensätze mit einem nichtlinearen Abstandsmodell (Rayleighverteilung) ergibt eine hochsignifikante Abstandsabhängigkeit des Risikos mit einem Maximum des Effekts zwischen 3 und 5 Kilometern.

Stx576-577.2011.2-5.4 (4 Seiten)

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Fehlbildungen

Fehlbildungen um deutsche Kernkraftwerke. In einer neu erschienenen Studie aus dem Universitätsklinikum in Mainz wurden angeborene Fehlbildungen in der Umgebung von zwei deutschen Atomkraftwerken untersucht. Die Studie wurde im Auftrage des Bundesamtes für Strahlenschutz erstellt und vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit finanziert. Das Ergebnis war unauffällig. Allerdings reichte die Nachweisstärke (power) der Studie nicht aus, um ein ähnlich hohes Risiko nachzuweisen, wie es in der KiKK-Studie beobachtet wurde. Die Abstandsabhängigkeit des relativen Risikos im Studiengebiet wird dann grenzwertig signifikant, wenn die unmittelbare Umgebung der Kernkraftwerke bis zu einer Entfernung von 3 Kilometer unberücksichtigt bleibt und wenn als unabhängige Variable der Abstand anstelle des reziproken Abstands verwendet wird. Von Alfred Körblein

Stx560-561.2010.6-10.5 (5 Seiten)

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Fehlbildungen

23 Jahre nach Tschernobyl: Weniger und mißgebildete Insekten und Vögel. Die ökologischen Auswirkungen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl, die sich Ende dieses Monats zum 23. Mal jährt, sind größer als früher angenommen und erhofft. Die freigesetzten Radionuklide dezimieren auch weiterhin Insekten und Spinnen. Und mißgebildete Insekten sind auch schon im Normalbetrieb von Atomkraftwerken deutlich vermehrt in deren Umgebung zu finden. (A. P. Møller, T. A. Mousseau 2009; C. Hesse-Honegger, P. Wallimann 2008)

Stx534-535.2009.1-2.2 (2 Seiten)

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Fehlbildungen

Fehlbildungen bei Neugeborenen um bayerische Kernkraftwerke. Von Alfred Körblein. Ein Bericht des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) vom November 1995 [1] untersucht die Häufigkeit (Prävalenz) von Fehlbildungen bei Neugeborenen um die vier bayerischen kerntechnischen Anlagen Gundremmingen, Isar, Grafenrheinfeld, und Garching für die Jahre 1984 bis 1991. Laut Bericht ergab sich für angeborene Fehlbildungen „insgesamt keine signifikante Erhöhung im 15-km Umkreis der im Betrieb befindlichen kerntechnischen Anlagen (O/E =1,08)“. Einschränkend wird hinzugefügt, dass sich bei den isolierten Organfehlbildungen ein signifikant erhöhter O/E-Wert und ein statistisch signifikanter Trend in Abhängigkeit von der Entfernung zur Anlage zeigte. Dr. Alfred Körblein hat sich die Daten aus der Studie etwas genauer angeschaut. Zunächst zeigt sich, dass der Trend zu höheren Fehlbildungsraten in KKW-Nähe nicht nur für die große Gruppe der isolierten Fehlbildungen (n=208, die 61 Prozent der Fehlbildungen ausmachen) sondern auch für die Gruppe der multiplen Fehlbildungen (n=86, 25 Prozent der Fehlbildungen) feststellbar ist, auch wenn die Erhöhung in dieser Gruppe für sich betrachtet wegen kleiner Fallzahlen nicht statistisch signifikant ist. Die chromosomalen Störungen zeigen als kleinste Gruppe (n=48, 14 Prozent) insgesamt ein erniedrigtes Risiko im 15-Kilometer Bereich und eine umgekehrte Entfernungsabhängigkeit des relativen Risikos: ein erniedrigtes Risiko für den Entfernungsbereich unter 10 Kilometer (km) und ein erhöhtes Risiko im 10- bis 15-Kilometer Bereich.

Stx514-515.2008.1,2.2 (2Seiten)

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Fehlbildungen

Tritium: Mongolismus im Umfeld eines kanadischen Atomkraftwerks. Eine im Oktober 1991 erschienene Studie im Auftrage der kanadischen Regierung stellte im Umfeld des Atomkraftwerkes Candu in Pickering/Ontario in den Gemeinden Pickering und Ajax eine "verblüffend große" Zahl von Down-Syndrom (Mongolismus) fest.

Stx124-125.1992.6.1 (1 Seite)

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

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Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Atomarbeiter haben ein erhöhtes Infarktrisiko. Einer von britischen Wissenschaftlern (McGeoghegan et al.) erstellten und im März 2008 veröffentlichten Studie über Angestellte von britischen Atomanlagen zufolge gibt es einen Zusammenhang zwischen erhöhter Strahlenbelastung und der Sterblichkeit (Mortalität) an Kreislauferkrankungen.

Stx510-511.2008.4.1 (1 Seite)

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Kinderkrebs

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Kinderkrebs

Strahlenfolgen: KiKK-Folgestudie in den USA abgebrochen. Die US-Amerikanische Atom-Regulator-Kommission (NRC) hat eine Studie abgebrochen, die sie bei der Nationalen Akademie der Wissenschaften der USA (NAS) in Auftrag gegeben hatte. Die Studie sollte analog zur deutschen Kinderkrebsstudie (KiKK-Studie) herausfinden, ob die Zahl der Krebserkrankungen in der Nähe von Atomreaktoren auch in den USA erhöht ist.

Stx692-693.2015.10.1 (1 Seite)

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Kinderkrebs

Natürliche Hintergrundstrahlung erhöht das Risiko für Kinderkrebs. Eine neue Schweizer Kinderkrebsstudie bringt Gewissheit. Regionale Unterschiede der natürlichen Hintergrundstrahlung aus dem Boden und dem Weltall können bereits das Krebsrisiko bei Kindern erhöhen. Dies zeigt eine neue Studie der Universität Bern, die Ende Februar 2015 in der Zeitschrift Environmental Health Perspectives veröffentlicht wurde. Die Wissenschaftler um Ben D. Spycher und Claudia E. Kuehni zeigen anhand der natürlichen Strahlenbelastung in den Schweizer Bergen, daß das Risiko für Krebserkrankungen bei Kindern bis 16 Jahren schon bei wenigen zusätzlichen Millisievert pro Jahr ansteigt.

Stx678-679.2015.1-3.3 (3 Seiten)

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Kinderkrebs

Die Leukämiefälle bei Jülich: Jetzt kennen wir die Ursache. Von Inge Schmitz-Feuerhake. Im Jahr 1993 berichtete der Marburger Nuklearmediziner Prof. Dr. Horst Kuni über eine auffällige Häufung von Leukämiefällen bei Kindern und Jugendlichen in der Nähe der ehemaligen Kernforschungsanlage Jülich. Seinem Verdacht, dass die Erkrankungen mit dem Betrieb des Versuchsreaktors AVR zusammenhängen, wurde mit dem üblichen Hinweis der Behörden begegnet, dass die Überwachung der Kernreaktoren und ihrer radioaktiven Emissionen in Deutschland funktioniere und die Dosis in der Umgebung keinen messbaren Effekt erzeugen könne. Jetzt kennen wir jedoch die Ursache. Ein Nachtrag zum vorhergehenden Bericht von Rainer Moormann und Jürgen Streich.

Stx664-665.2014.6-7.2 (2 Seiten)

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Zum Bericht von Rainer Moormann und Jürgen Streich

Kinderkrebs

Tschernobyl-Folgen: Leukämie bei Kindern in Weißrussland. Die Leukämiehäufigkeit (Inzidenz) bei Kindern in Belarus ist nach Tschernobyl signifikant angestiegen. Für den Zeitraum 1986 bis 1995 ermittelten Malko und Ivanov 200 zusätzliche Leukämiefälle. Dieses Ergebnis hängt stark von verschiedenen Annahmen ab, unter anderem vom Studienzeitraum, dem Zuschnitt des Zeitfensters für den Test auf Erhöhung, und von der Wahl des Regressionsmodells. Auswertungen mit unterschiedlichen Regressionsmodellen ergeben für den Zeitraum 1987 bis 1995 zwischen 82 und 168 Exzessfälle. Für alle untersuchten Modelle ist die Erhöhung der Leukämieinzidenz in Belarus nach Tschernobyl statistisch signifikant. Von Alfred Körblein

Stx654-655.2014.7-9.3 (3 Seiten)

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Kinderkrebs

Tschernobyl-Folgen: Leukämie bei Kindern in Weißrussland – „Kein Wissenschaftsbetrug“ – Von Mikhail V. Malko. 1998 hatten der weißrussische Mediziner Professor E. P. Ivanov und Kollegen sowie der umstrittene deutsche Strahlenbiologe A. M. Kellerer eine Arbeit veröffentlicht, in der sie von einer lediglich nicht-signifikanten Erhöhung der Leukämieraten von Kindern in Belarus (Weißrussland) um 26 Prozent nach der Katastrophe von Tschernobyl berichteten. [3] In der Folge und bis heute wurde dieses Argument, daß es in Belarus angeblich keine Auffälligkeiten bei der Leukämiehäufigkeit unter Kindern gegeben habe, benutzt, um die gegenteiligen auffälligen Befunde in Griechenland und Deutschland [4, 5] international in Frage zu stellen. Nachdem nun Dr. Alfred Körblein im Jahr 2013 die in dieser Arbeit aufgelisteten Leukämieraten in Belarus nachgerechnet hatte, ergab sich, daß 1987, ein Jahr nach der Reaktorkatastrophe, die Leukämierate für bis 1 Jahr alte Kinder in Belarus tatsächlich signifikant um 89 Prozent gegenüber dem Trend der restlichen Jahre erhöht war. [1, 1a] Das hätte man also auch im Westen bereits 15 Jahre früher wissen können, weshalb Strahlentelex im März 2013 titelte: „Ein Wissenschaftsbetrug“.

Im russischen Sprachraum wurde die Tatsache der vermehrten Leukämieerkrankungen bei Kindern in Belarus dagegen nicht verschwiegen, merkt jetzt Dr. Mikhail V. Malko, Professor am Institut für Energiewirtschaft der Nationalen Akademie der Wissenschaften von Belarus in Minsk/Belarus, an. In seinem Beitrag verteidigt er deshalb seinen Kollegen Ivanov gegen den Vorwurf des Wissenschaftsbetruges und zitiert eine Liste entsprechender Literatur, die außerhalb des russischen Sprachraums kaum oder gar nicht wahrgenommen wurde.

Stx650-651.2014.1-3.3 (3 Seiten)

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Kinderkrebs

Leukämie bei Kindern in Weißrussland – Ein Wissenschaftsbetrug. In der vorigen Ausgabe des Strahlentelex vom 7. Februar 2013 veröffentlichte Dr. Alfred Körblein seine Berechnungen zu „Leukämie bei Kindern in Weißrussland“ www.strahlentelex.de/Stx_13_626-627_S01-04.pdf. Dort zitierte er zur Darstellung des Problemhintergrundes auch eine Arbeit des weißrussischen Mediziners Professor E. P. Ivanov und Kollegen. Diese Arbeit von Ivanov et al., die bereits 1998 veröffentlich wurde, enthält auch Daten für Kinder unter einem Jahr. Die Leukämieraten in Belarus (Weißrussland) sind darin für den Zeitraum 1982 bis 1994 aufgelistet. Eine logistische Regression dieser Daten ergibt für 1987, wie Alfred Körblein jetzt nachträglich berechnete, daß die Leukämierate für Kinder unter einem Jahr gegenüber dem Trend der restlichen Jahre signifikant um 89 Prozent erhöht war (RR = 1,89, p= 0,019).

Das hätte man also bereits vor 15 Jahren wissen können, machte es aber nicht bekannt. Statt dessen schrieben Ivanov und seine Mitautoren, darunter der umstrittene Münchner Strahlenbiologe A. M. Kellerer, lediglich von einer nichtsignifikanten Erhöhung um 26 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum. In der Folge wurde dieses Argument, daß es in Belarus angeblich keine Auffälligkeiten bei der „infant leukemia“ gegeben habe, benutzt, um die auffälligen Befunde in Griechenland und Deutschland international in Frage zu stellen.

In Belarus wird E. P. Ivanov jetzt damit verteidigt, der Professor und seine Mitarbeiter hätten das nicht selbst errechnen können. Professor Kellerer sei dagegen der eigentliche Autor dieser Studie gewesen und er und dessen Mitarbeiter hätten den Fehler Ivanovs gesehen, jedoch nichts getan, um ihn zu korrigieren. Inzwischen erkläre Ivanov zudem, Strahlung habe im Sinne der Hormesis eine positive Wirkung auf die Leukämieerkrankungen bei Kindern.

Alfred Körblein gebührt das Verdienst, diesen Wissenschaftsbetrug jetzt aufgedeckt zu haben.

Stx628-629.2013.1.1 (1 Seite)

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Kinderkrebs

Leukämie bei Kindern in Weißrussland. Eine Trendanalyse von Daten aus Weißrussland (Belarus) findet für 1987, dem Jahr nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl, eine statistisch signifikante, 33-prozentige Erhöhung der Leukämieinzidenz bei Kindern (P=0,004). Ein zweiter Anstieg zeigt sich im Zeitraum 1990 bis 1992. Bei Kindern unter einem Jahr ist die Erhöhung im Jahr 1987 mit 152 Prozent sehr viel größer (P=0,0007). Die Ergebnisse widersprechen offiziellen Aussagen, nach denen epidemiologische Studien in der Tschernobylregion bisher keinen eindeutigen Nachweis für eine erhöhte Inzidenz von Kinderleukämien erbracht haben. Von Alfred Körblein.

Increased leukemia rates in children from Belarus after Chernobyl. A trend analysis of data from Belarus finds a statistically significant 33% increase in the incidence of leukemia in children in 1987, following the Chernobyl nuclear disaster in 1986 (RR=1.33; P=0.004). The increase is much greater in children less than a year old (RR=2.68, P=0.0004). Another increase occurs in 1990-1992. The findings contradict the results of former studies and statements in two UNSCEAR reports that no evidence of an increased incidence of childhood leukemia in Belarus was found after Chernobyl. By Alfred Koerblein.

Stx626-627.2013.1-4.4 (4 Seiten)

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English version

Kinderkrebs

Kinderleukämie um Kernkraftwerke: Neue epidemiologische Studie aus Frankreich. Eine neue Studie aus Frankreich (GEOCAP-Studie) ergibt ein um 48 Prozent erhöhtes Leukämierisiko bei Kleinkindern im 5 Kilometer-Nahbereich der 19 französischen Kernkraftwerke, wenn die Leukämieinzidenz für Entfernungen kleiner als 5 Kilometer verglichen wird mit der Inzidenz im 5 bis 20 Kilometer Umgebungsbereich. Wegen kleiner Zahlen ist die Erhöhung nicht signifikant. Dieses Ergebnis reiht sich ein in ähnliche Befunde aus Deutschland, Großbritannien und der Schweiz. Eine gemeinsame Regressionsanalyse der Daten aus den vier Ländern ergibt dagegen ein hochsignifikant um 44 Prozent erhöhtes Risiko im Nahbereich gegenüber dem Entfernungsbereich größer als 5 Kilometer (RR=1,44; p<0,001, einseitiger Test). Von Alfred Körblein

Stx602-603.2012.1-3.4 (3 Seiten)

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Kinderkrebs

Leukämien um Kernkraftwerke: Emissionsspitzen können für die erhöhten Leukämieraten verantwortlich sein. Neue Daten der Edelgaskonzentration in der Fortluft des Kernkraftwerks (KKW) Gundremmingen bei der Revision im September 2011 zeigten sehr hohe Emissionen mit einem Spitzenwert 500-mal über dem Normalwert. Diskontinuierliche radioaktive Ableitungen im Zusammenwirken mit einer nichtlinearen Dosis-Wirkungsbeziehung könnten der Schlüssel zum Verständnis der Ergebnisse der KiKK-Studie sein. Von Alfred Körblein

Stx598-599.2011.7-9.3 (3 Seiten)

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Kinderkrebs

Die Schweizer CANUPIS-Studie. Eine neue schweizerische Langzeitstudie fand nach Aussage der Autoren keine Hinweise dafür, dass kindliche Krebserkrankungen in der Nähe von Kernkraftwerken häufiger auftreten als anderswo. Nicht erwähnt wird, dass die Schweizer Ergebnisse sehr gut mit Befunden von Studien aus Deutschland und Großbritannien übereinstimmen, die das Gegenteil zeigen. Von Alfred Körblein.

Stx590-591.2011.14-16.3 (3 Seiten)

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Kinderkrebs

AKW Gundremmingen: Emissionsspitzen beim Brennelementewechsel. Zur Ursache von Leukämien bei Kindern in der Umgebung von Kernkraftwerken. In der ARD-Sendung Plus-Minus vom 21. Juni 2011 wurde berichtet, dass während der Brennelementewechsel in Kernkraftwerken kurzzeitig hohe radioaktive Emissions-spitzen auftreten. Die verantwortliche Redakteurin, Frau Bertram, hatte vom Betreiber, dem Energiekonzern RWE, die Wochenmittelwerte der radioaktiven Abgaben aus dem Abluftkamin des Kernkraftwerks Gundremmingen erhalten. Im Rahmen der Recherchen für die Sendung übermittelte sie Dr. Alfred Körblein eine Graphik der RWE, welche die Edelgas- und Jodabgaben mit der Abluft des Kernkraftwerks Gundremmingen in den Wochen um die beiden Brennelementewechsel des Jahres 2010 darstellen und bat ihn um eine Bewertung der Relevanz dieser Daten hinsichtlich der Interpretation der Ergebnisse der KiKK-Studie zu Leukämien bei Kleinkindern um Kernkraftwerke. Sein Resümee: Das auffällige Ergebnis der KiKK-Studie, eine Verdopplung des Leukämierisikos bei Kleinkindern im Nahbereich von Kernkraftwerken, ließe sich damit erklären, dass die Strahlenbelastung durch Kernkraftwerke in „Spikes“ auftritt, und dass die Strahlenwirkung überproportional mit der Strahlendosis ansteigt. Ein Beitrag von Alfred Körblein.

Stx588-589.2011.6-8.3 (3 Seiten)

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Kinderkrebs

Doch kein Leukämierisiko in AKW-Umgebung? Die neue COMARE-Studie aus Großbritannien steht keineswegs im Gegensatz zu den Befunden aus Deutschland, die ein erhöhtes Leukämierisiko in der Umgebung von Atomkraftwerken aufzeigten. Ein Kommentar von Alfred Körblein.

Stx586-587.2011.3.1 (1 Seite)

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Kinderkrebs

Gesundheitsschäden bei Kernkraftwerken: Epidemiologische Auffälligkeiten um Kernkraftwerke: Synoptische Analyse. Von Alfred Körblein. Seit Veröffentlichung der Ergebnisse der KiKK-Studie vor 3 Jahren wurden zwei weitere epidemiologische Studien veröffentlicht, eine zu Fehlbildungen bei Neugeborenen um Kernkraftwerke und eine zum Geschlechterverhältnis bei der Geburt um bayerische Kernkraftwerke. Beide Studien bestätigen die bei der KiKK Studie gefundene Abstandsabhängigkeit, wenn auch wegen kleiner Fallzahlen nicht alle Einzelbefunde statistisch signifikant sind. Eine gemeinsame Analyse der drei Datensätze mit einem nichtlinearen Abstandsmodell (Rayleighverteilung) ergibt eine hochsignifikante Abstandsabhängigkeit des Risikos mit einem Maximum des Effekts zwischen 3 und 5 Kilometern.

Stx576-577.2011.2-5.4 (4 Seiten)

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Kinderkrebs

Nicht wirklich Neues aus der Anstalt. Kommentar zu einer neueren Arbeit zu Leukämieclustern in Deutschland. Wir erinnern uns an das reflexartig auftauchende Scheinargument, das vorgetragen wird, sobald sich irgendwo eine Häufung von Leukämie- oder Krebsfällen bei Kindern findet und zu der begründete Vermutungen bezüglich der wahrscheinlichen Ursache diskutiert werden. Es wird dann dagegengehalten, daß es ja viele solche Häufungen oder Cluster gebe, der diskutierte Verdacht also völlig unbegründet sei. Jetzt taucht das Thema in einer Studie von Schmiedel, Blettner, Kaatsch und Schüz wieder auf. Drei der vier Autoren stammen aus dem Mainzer Universitätsinstitut für Medizinische Biostatistik, Epidemiologie und Informatik, dem das Deutsche Kinderkrebsregister angegliedert ist. Die Studie möchte der Frage nachgehen, ob Leukämie bei Kindern zeitweilig oder räumlich und zeitlich in Clustern auftritt. Es ist nicht wirklich klar, was die Autoren mit ihrer Studie zeigen wollten. Ein Kommentar von Dr. Sebastian Pflugbeil.

Stx572-573.2010.6-7.2 (2 Seiten)

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Kinderkrebs

Kinderkrebs um Atomkraftwerke: Erwartungsgemäß keine Ergebnisse für finnische AKW. Aufgeschreckt durch die Ergebnisse der deutschen Kinderkrebsstudie (KiKK-Studie) hat auch die finnische Strahlenschutzbehörde die Umgebung ihrer beiden Atomkraftanlagen auf Krebs und Leukämie bei Kindern und Erwachsenen untersucht. Erwartungsgemäß hat diese Studie jedoch keine Ergebnisse erbracht. Es leben dort zu wenige Menschen.

Stx554-555.2010.5.1 (1 Seite)

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Kinderkrebs

Kinderkrebs um Atomkraftwerke: Schweizer Kinderkrebsstudie ist ohne ausreichende statistische Nachweiskraft. Das Schweizer Studienprojekt CANUPIS untersucht seit September 2008 die Häufigkeit von Krebserkrankungen und speziell Blutkrebs bei Kindern in der Umgebung von schweizerischen Atomkraftwerken. Angeregt worden war dies durch die Ergebnisse der Ende 2007 veröffentlichten deutschen KiKK-Studie, die eine Verdoppelung des Risikos von Blutkrebs (Leukämie) bei unter 5-jährigen Kindern ergeben hatte, die zum Zeitpunkt der Diagnose im Umkreis von 5 Kilometern eines Atomkraftwerkes wohnten. Die Schweizer Studie sollte die deutschen Resultate bei unter 5-jährigen Kindern sowohl für Blutkrebs als auch für Krebserkrankungen allgemein mit einer Kohortenstudie für die Jahre 1985 bis 2007 nachvollziehen. Zusätzlich untersucht die CANUPIS-Studie auch bis zu 16-jährige Kinder. In einem jetzt in der Zeitschrift Schweizer Krebsbulletin (SKB/BSC) veröffentlichten Beitrag bezeichnen es der Präsident der schweizerischen Sektion der Internationalen Ärztevereinigung zur Verhütung des Atomkrieges (PSR/ IPPNW) Claudio Knüsli, Martin Walter und Hagen Scherb vom Institut für Biomathematik und Biometrie des Helmholtz Zentrum München, als fragwürdig, ob aufgrund der demographischen Voraussetzungen (Einwohnerzahl, Fallzahlen, Bevölkerungsdichte in der Nähe von AKWs) wirklich von einer für solche Studien zu fordernden statistischen Nachweiskraft (Power) von mindestens 80 Prozent ausgegangen werden kann. Auf dieses Problem hatte Strahlentelex im November 2008 hingewiesen. Die Atommeiler konzentrieren sich in der Schweiz auf lediglich zwei Standorte, nicht auf 16 wie in Deutschland.

Stx550-551.2009.1-2.2 (2 Seiten)

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Kinderkrebs

Kinderkrebs um Atomkraftwerke: „Das Ergebnis der KiKK-Studie verlangt eine kritische Überprüfung der Annahmen und Modelle des Strahlenschutzes“. Eine ausführliche Darstellung und Betrachtungen zur Bedeutung der Fall-Kontrollstudie des Mainzer Kinderkrebsregisters zu Kinderkrebs in der Umgebung von Kernkraftwerken in Deutschland (KiKK-Studie von Ende 2007 hat jetzt Rudi H. Nussbaum, emeritierter Professor der Physik an der Portland State University in Oregon (USA), in der Juli/September-Ausgabe 2009 des International Journal of Occupational and Environmental Health veröffentlicht. Nussbaum stellt die Studie im Kontext anderer aktueller wissenschaftlicher Arbeiten dar und befaßt sich ausführlich mit der unverständlichen Schlußfolgerung der Autoren der KiKK-Studie (Kaatsch, Spix, Schmiedel, Schulze-Rath, Mergenthaler und Blettner), daß Radioaktivität als Ursache für die vermehrten Krebserkrankungen von Kindern in der Umgebung von Atomkraftwerken grundsätzlich auszuschließen sei. „Diese nicht gerechtfertigte Schlußfolgerung illustriert die Dissonanz zwischen Annahmen und Beweisen“, kommentiert Nussbaum und rügt, daß der „gegenwärtige Kenntnisstand der Radiobiologie“ in seiner am weitesten verbreiteten Version eine ganze Reihe radiobiologischer und dosimetrischer Faktoren nicht zur Kenntnis nimmt.

Stx544-545.2009.2-3.2 (2 Seiten)

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Kinderkrebs

Häufung von Kinderleukämien: Neuer Leukämiefall bei den Geesthachter Atomanlagen. Erneut ist jetzt ein Kind im Umfeld der Geesthachter Atomanlagen bei Hamburg an Leukämie erkrankt. Dabei handelt es sich nach Angaben aus der dortigen Bürgerinitiative vom März 2009 um ein 9-jähriges Mädchen aus Horburg. Horburg gehört zum Landkreis Lüneburg und liegt etwa 5,5 Kilometer Luftlinie südlich des AKW Krümmel und der GKSS. In den frühen Morgenstunden des 12. September 1986 war Zeugenaussagen zufolge 30 Kilometer vor den Toren Hamburgs eine farbig schillernde Flamme in den Himmel von Geesthacht geschossen. Seitdem erkranken dort bis heute anhaltend und sterben im näheren Umkreis Kinder in einer so hohen Rate an Leukämie, wie sonst nirgendwo auf der Welt. Die Parlamente und Regierungen der betroffenen Länder Niedersachsen und Schleswig-Holstein sowie Bundestag und Bundesregierung weigern sich bisher, daraus Konsequenzen zu ziehen.

Stx534-535.2009.2.1 (1 Seite)

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Kinderkrebs

Kinderkrebs um Atomkraftwerke: SSK in Erklärungsnot. Die Mitglieder der deutschen Strahlenschutzkommission (SSK) geben sich ahnungslos, woher die vermehrten Leukämieerkrankungen bei den Atomkraftwerken kommen mögen und sind auf der Suche nach dem „molekulargenetischen Faktor“ bei Krümmel, Sellafield und Dounray. Bericht von einem „Fachgespräch“ im Februar 2009 in Bonn. Von Dr. Sebastian Pflugbeil, Präsident der Gesellschaft für Strahlenschutz e.V.

Stx532-533.2009.1-5.5 (5 Seiten)

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Kinderkrebs

Neue ökologische Studien zu Leukämien bei Kleinkindern um Kernkraftwerke. Nach der Veröffentlichung der Ergebnisse der KiKK-Studie (Kaatsch et al.), einer aufwändigen Fall-Kontrollstudie, wurde kürzlich im deutschen Ärzteblatt (2008; 105(42):725-32) ergänzend dazu eine neue ökologische Studie von Kaatsch et al. veröffentlicht, in welcher die Leukämiefälle auf Gemeindeebene ausgewertet werden. Dabei zeigte sich, daß die Leukämieinzidenz bei Kleinkindern im Studiengebiet fast exakt mit der Inzidenz im gesamten Bundesgebiet übereinstimmt. Verwiesen wird neuerdings auch auf eine Studie aus England (Bithell, Keegan et al. Okt. 2008), die im Gegensatz zur KiKK-Studie keine Erhöhung im Nahbereich von dortigen Kernkraftwerken ergeben haben soll. Auch in Frankreich wurde kürzlich eine ökologische Studie (Laurier, Hémon et al. Sept. 2008) durchgeführt, die Leukämien bei Kleinkindern in der Umgebung aller 19 Standorte von französischen Kernkraftwerken untersuchte. Eine Bewertung durch Dr. Alfred Körblein.

Stx528-529.2009.1-2.2 (2 Seiten)

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Kinderkrebs

Kinderkrebs um Atomkraftwerke: Fehlender Beweis ist kein Beweis für das Gegenteil. Den englischen und französischen Regierungen scheinen zwei neue epidemiologische Studien [Laurier et al., 2008 und Bithell et al., 2008] zu einem Versuch nutzen zu wollen, die deutsche Kinderkrebsstudie [KiKK-Studie; Spix et al, 2008 und Kaatsch et al., 2008] zu diskreditieren und die Ansicht zu stützen, daß es bei ihren eigenen Kernkraftwerken keinen Anstieg von Kinderleukämien gebe. Darauf macht Dr. Ian Fairlie (London) in einer Mitteilung vom 21. November 2008 aufmerksam. Die Studien von Laurier (Frankreich) und Bithell (Großbritannien) kommen zu dem Schluß, daß es „keinen Hinweis“ oder „keinen Beweis“ für einen Leukämieanstieg bei französischen beziehungsweise englischen Kernreaktoren gebe.

Stx526-527.2008.2-3.2 (2 Seiten)

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Kinderkrebs

Kinderkrebs um Atomkraftwerke: Probleme mit der wissenschaftlichen Begründung der SSK-Stellungnahme zur KiKK-Studie. Fachgespräch in Bonn auf Ende Februar 2009 verschoben. Die deutsche Strahlenschutzkommission (SSK) hat offenbar Probleme mit der wissenschaftlichen Begründung ihrer Stellungnahme zur Kinderkrebsstudie des Kinderkrebsregisters in Mainz (KiKK-Studie). „Aus Termingründen“ werde das ursprünglich für den 16. Dezember 2008 in Bonn geplante Fachgespräch, auf der sich die SSK laut Erklärung des Bundesumweltministeriums (BMU) einer Fachdiskussion stellen sollte, auf den 26. Februar 2009 verschoben. Das teilte die SSK auf ihrer Homepage mit. Auch erst „rechtzeitig vor diesem Termin“ wolle sie nun eine „vollständige wissenschaftliche Begründung“ veröffentlichen. Die SSK hatte, wie bereits in der vorigen Strahlentelex-Ausgabe berichtet, am 9. Oktober 2008 auf einem „nicht öffentlichen“ Pressegespräch, das „auf wenige Tageszeitungen und Hörfunkstationen beschränkt“ war, ihre Beratungsergebnisse zur KiKK-Studie vorgestellt. Die Strahlenexposition durch Kernkraftwerke könne die Ergebnisse der KiKK-Studie nicht erklären, für die Entstehung von Leukämien seien eine Vielzahl von Einflußfaktoren möglich und es wäre vernünftiger gewesen, die Studie nicht durchzuführen, waren Kernaussagen, die die SSK nun Schwierigkeiten hat, wissenschaftlich zu begründen.

Stx526-527.2008.1-2.2 (2 Seiten)

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Kinderkrebs

Kinderkrebs um Atomkraftwerke: Einfluss der Form der Dosis-Wirkungsbeziehung auf das Leukämierisiko. Von Alfred Körblein. Bei der Ermittlung des Strahlenrisikos wird stillschweigend vorausgesetzt, dass die Strahlenwirkung proportional zur Dosis ist. Wenn aber diese Annahme nicht zutrifft und die Strahlenwirkung überproportional mit der Dosis ansteigt, führt eine Mittelung der Dosis dann zu einer Unterschätzung des Risikos, wenn die Dosisbelastung starke örtliche und zeitliche Schwankungen aufweist, wie das charakteristisch für die Strahlenbelastung im Nahbereich von Kernkraftwerken ist. Dies ist der Grundgedanke, der dazu beitragen soll, die Erklärungslücke zwischen den Befunden der KiKK-Studie und dem momentanen Stand des radiobiologischen Wissens zu schließen.

Stx524-525.2008.8-10.3 (3 Seiten)

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Kinderkrebs

Von der Gefahr der Vertrottelung in Kommissionen und in der Wissenschaft. Von Sebastian Pflugbeil. Das Vertrottelungssyndrom wurde nach dem Strahlenbiologen Prof. Dr.med. Klaus-Rüdiger Trott benannt. Vor vielen Jahren arbeitete er in der GSF in Neuherberg am Nordrand von München und er war von 1975 bis 1981 Mitglied der Strahlenschutzkommission (SSK). Trott wurde dadurch bekannt, dass er als Fachgutachter der Bayerischen Staatsregierung die Unbedenklichkeit der atomaren Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf für die Bevölkerung garantierte und sich im Kollegenkreis damit brüstete, für den Ministerpräsidenten Strauß Redebeiträge zur Durchsetzung der Atomprogramme geschrieben zu haben. Als wissenschaftshistorisch klassisch gilt der folgende Gedankengang von Professor Trott: „Man sollte sich dem öffentlichen Druck, große epidemiologische Studien durchzuführen, unbedingt widersetzen. ... Entweder findet man nichts, dann hat man es vorher gewusst – man kann übrigens auch gar nichts finden – oder man findet, wie in Sellafield, doch etwas, dann hat man sehr große Schwierigkeiten, einen solchen Zufallsbefund wieder wegzudiskutieren.“ (In: Energiepolitisches Gespräch mit dem Bayerischen Ministerpräsidenten, „Umwelt und Energie, Teil II“, 1987)

Stx524-525.2008.7-8.2 (2 Seiten)

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Kinderkrebs

Kinderkrebs um Atomkraftwerke: Feuchtgebiete – der neue Bestseller der Strahlenschutzkommission. Sind die Leukämien bei Krümmel und anderswo durch Wasserdampf entstanden? Von Inge Schmitz-Feuerhake. Es war nicht zu erwarten, dass die deutsche Strahlenschutzkommission aus dem Ergebnis der Kinderkrebsstudie bei Kernkraftwerken von 2007 (KiKK) in einer nachvollziehbaren Weise Lehren ziehen würde. Als weiland 1991 die Leukämiehäufung beim AKW Krümmel unübersehbar geworden war, verkündete der damalige Umweltminister Klaus Töpfer vor Ort, Radioaktivität sei als Ursache auszuschließen, es handele sich wahrscheinlich um eine Virusinfektion. Auf erstaunte Nachfrage von Journalisten teilte er mit, das hätten ihm seine Berater in der Strahlenschutzkommission (SSK) gesagt. Die SSK hielt es für unwissenschaftlich, der Radioaktivitätsthese überhaupt nachzugehen.

Stx524-525.2008.5-7.3 (3 Seiten)

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Kinderkrebs

Kinderkrebs um Atomkraftwerke: Epidemiologische Tatsachen fordern „gegenwärtigen strahlenbiologischen Kenntnisstand“ heraus. Anmerkungen zur Stellungnahme der Strahlenschutzkommission (SSK) zur KiKK-Studie. Von Hagen Scherb. Die Stellungnahme der Strahlenschutzkommission (SSK) zur KiKK-Studie strapaziert den Begriff „gegenwärtiger Kenntnisstand“. Es ist zu kritisieren, daß sich die SSK dabei auf ein seit Jahrzehnten veraltetes „Wissen“ beruft. Mittlerweile ist es in vielen epidemiologischen Studien gelungen, die Wirkung von Niedrigdosisstrahlung zweifelsfrei nachzuweisen. Die Verdoppelungsdosen für angeborene Fehlbildungen (genetische Effekte, zum Beispiel Down Syndrom) liegen teilweise in der Größenordnung von 1 Millisievert pro Jahr (mSv/a), und das Geschlechtschancenverhältnis (sex odds ratio) pro mSv/a liegt bei 1.015. Dem muß man gegenüberstellen, daß das Wissenschaftliche Komitee der Vereinten Nationen für die Wirkung von Atomstrahlung UNSCEAR [4] von einem relativen Risiko pro Gray (Gy) für Fehlbildungen von 1,033 ausgeht. Das entspricht etwa einer Verdoppelungsdosis von 20 Gray: The estimate of risk for congenital abnormalities is about 2,000 cases per million live births (compared to 60,000 cases per million live births).

Stx524-525.2008.4-5.2 (2 Seiten)

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Kinderkrebs

Kinderkrebs um Atomkraftwerke: Studie zu Kinderkrebs um Schweizer Kernkraftwerke gestartet. Die Arbeiten zur Schweizer Studie über Krebserkrankungen bei Kindern mit Wohnort in der Nähe von Kernkraftwerken sind im September 2008 angelaufen. Die sogenannte CANUPIS-Studie wurde von der Krebsliga Schweiz und vom Schweizerischen Bundesamt für Gesundheit (BAG) in Auftrag gegeben. Sie wird vom Schweizer Kinderkrebsregister in Zusammenarbeit mit dem Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern und der Schweizerischen Pädiatrischen Onkologie Gruppe (SPOG) durchgeführt. Die Ergebnisse sollen 2011 veröffentlicht werden.

Stx524-525.2008.3.1 (1 Seite)

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Kinderkrebs

Kinderkrebs um Atomkraftwerke: Ein Psychogramm der Strahlenschutzkommission. Stellungnahme der Strahlenschutzkommission (SSK) zur KiKK-Studie stößt auf Widerspruch. Zweifel an der Seriosität. Bundesregierung wird aufgefordert zu reagieren. „Kein strengerer Strahlenschutz – In der Umgebung deutscher Kernkraftwerke sind keine strengeren Vorschriften im Strahlenschutz notwendig, weil sich ein Zusammenhang mit Leukämie nicht nachweisen lässt. Das teilte am Donnerstag das Bundesumweltministerium in Berlin mit. Es berief sich auf eine Untersuchung der Strahlenschutzkommission. Diese war von Umweltminister Gabriel beauftragt worden, die Gründe herauszufinden, warum die Statistik in einem Fünf-Kilometer-Radius um Kernkraftwerke ein erhöhtes Leukämie-Risiko bei Kindern unter fünf Jahren ausweist. Die Kommission kam zu dem Ergebnis, dass es eine wissenschaftlich nachvollziehbare Ursache für diese Beobachtung nicht gibt, weil die Strahlenbelastung der Kraftwerke viel zu gering sei, um Leukämie auslösen zu können. (km.)“ So faßte die Frankfurter Allgemeine Zeitung in ihrer Ausgabe vom 10. Oktober 2008 das Ergebnis eines Pressegesprächs vom Vortag im Bundesumweltministerium (BMU) in Berlin zusammen. Gesprächspartner waren der Unterabteilungsleiter Strahlenschutz des BMU, Dr. Karl-Eugen Huthmacher, der Fachbereichsleiter Strahlenschutz und Gesundheit des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), Dr. Wolfgang Weiß, der Vorsitzende der Strahlenschutzkommission (SSK) der Bundesregierung, Prof. Dr. Rolf Michel, und der Leiter der SSK-Arbeitsgruppe zur Bewertung der KiKK-Studie und ehemalige SSK-Vorsitzende Prof. Dr. Wolfgang-Ulrich Müller. Mit der Begründung, der Zugang zu dem Gespräch sei „nicht öffentlich“, sondern „auf wenige Tageszeitungen und Hörfunkstationen beschränkt“, war Strahlentelex zuvor kurzfristig wieder ausgeladen worden. Der Einschätzung, man habe sich vor unbequemen Fragen gefürchtet, wurde von Seiten des BMU nicht widersprochen. Aus dem BfS verlautete, man habe das Gespräch „möglichst niedrig hängen“ wollen, falls von Seiten der SSK zu viel Unsinn erzählt werde.

Gegendarstellung: Im Artikel „Ein Psychogramm der Strahlenschutzkommission“ vom 06. November 2008 behaupten Sie im Zusammenhang mit einem Pressegespräch des BMU: „Aus dem BfS verlautete, man habe das Gespräch „möglichst niedrig hängen“ wollen, falls von Seiten der SSK zu viel Unsinn erzählt werde.“ Diese Aussage entbehrt jeder Grundlage. Ich weise sie mit aller Entschiedenheit zurück. Die Position des BfS zur Bewertung der SSK-Stellungnahme ist der vorläufigen fachlichen Bewertung des SSK-Berichts durch das BfS vom 9. Oktober zu entnehmen
(http://www.bfs.de/de/kerntechnik/kinderkrebs/Stellungnahme_SSK). Dort wird ausgeführt, dass sich „das BfS in seiner ersten Bewertung der KiKK-Studie vom Dezember 2007 durch das jetzt vorgelegte Gutachten von Darby und Read bestätigt sieht. Auch die zentralen Aussagen der SSK-Bewertung bestätigen die Positionierung des BfS vom Dezember 2007. In den zentralen Aussagen ergeben sich auch keine Widersprüche zur Bewertung der „Epidemiologischen Qualitätsprüfung der KiKK-Studien“ durch die Professoren Jöckel, Greiser und Hoffmann vom 19.03.2008.“ Werner Nording, Pressesprecher, BfS

Anmerkung der Redaktion: Nach dem Presserecht besteht ein Anspruch auf Wiedergabe einer Gegendarstellung unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt. Strahlentelex betont, daß die vom BfS-Sprecher beanstandete Aussage im Strahlentelex vom November 2008 richtig zitiert worden ist.

Stx.524-525.2008.1-3.3 (3 Seiten)

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Kinderkrebs

Kinderkrebs um Atomkraftwerke: Strahlenrisiken sind wissenschaftlich nachweisbar, von denen sich behördliche Kalkulationen nichts träumen lassen. Evidenz – Kontroverse – Konsequenz: Umweltmedizin-Symposion der Gesellschaft für Strahlenschutz vom 28. September 2008 in Berlin. Die Kinderkrebsstudie des Kinderkrebsregisters in Mainz (KiKK-Studie) alarmierte zum Jahreswechsel 2007/2008 mit dem Nachweis, daß das Erkrankungsrisiko für Leukämie und andere Krebserkrankungen bei Kindern unter 5 Jahren zunimmt, je näher sie bei einem der deutschen Kernkraftwerke leben. Gegenstand eines am 28. September 2008 von der Gesellschaft für Strahlenschutz e.V. und mit Unterstützung des Instituts für Humangenetik der Charité auf dem Campus des Virchow Klinikums in Berlin veranstalteten umweltmedizinischen Symposions waren die Hintergründe der Studie und die Kontroversen über die Bewertung der Ergebnisse. Der wissenschaftliche Kontext, die von der Studie unbefriedigend behandelten Fragen und die Schwierigkeiten, aus den Ergebnissen epidemiologischer Studien angemessene wissenschaftliche, politische, wirtschaftliche und humanitäre Konsequenzen zu ziehen, wurden beleuchtet. Es ging konkret um die Frage, ob die bisher geübte Praxis, ionisierende Strahlen als mögliche Krankheitsverursacher grundsätzlich auszuschließen, weil die errechnete Strahlendosis und das angenommene Strahlenrisiko zu gering seien, um die beobachtete Zunahme der Krankheitsfälle zu erklären, angesichts der Faktenlage noch gerechtfertigt werden kann. Tatsächlich erweist sich bei näherer Betrachtung nicht nur die Strahlendosis als nach amtlicher Vorschrift generell falsch errechnet, sondern auch das zum Ausschluß verwendete Strahlenrisiko: Sowohl das Lebensalter bei der Bestrahlung, als auch die spezifische Art und Energie der Bestrahlung, deren spezifische „relative biological effectiveness“, bleiben bisher unberücksichtigt. Diese Daten sind auch bisher weitgehend unbekannt oder unpubliziert und würden das ganze heutige Gedankengebäude des amtlichen Strahlenschutzes zum Einsturz bringen. Welche Erkenntnisse sich wann und wie durchsetzen, wird schlicht von Lobbyinteressen bestimmt. Diese Erkenntnis konnten die Teilnehmer eines Symposions Umweltmedizin am 28. September 2008 in Berlin gewinnen, aber nicht nur das. Tagungsreader_Berlin_2008.

Stx522-523.2008.1-7.7 (7 Seiten)

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Kinderkrebs

2. Ankündigung: Symposion „Umweltmedizin: Evidenz – Kontroverse – Konsequenz“ der Gesellschaft für Strahlenschutz mit Unterstützung des Instituts für Humangenetik der Charité Berlin; Leitung: Dr. Sebastian Pflugbeil. Am Sonntag, 28. September 2008, 10.00-18.30 Uhr in der Charité - Universitätsmedizin Berlin, Campus Virchow Klinikum, Hörsaal Pathologie im Forschungshaus, Forum 4, Amrumer Str. 1, 13353 Berlin.

Die Kinderkrebsstudie des Kinderkrebsregisters in Mainz (KiKK-Studie) alarmierte mit dem Nachweis, daß das Erkrankungsrisiko für Leukämie und andere Krebserkrankungen bei Kindern unter 5 Jahren zunimmt, je näher sie bei einem der deutschen Kernkraftwerke leben. Die Hintergründe der Studie und die Kontroversen über die Bewertung der Ergebnisse, der wissenschaftliche Kontext, die von der Studie unbefriedigend behandelten Fragen und die Schwierigkeiten, aus den Ergebnissen epidemiologischer Studien angemessene wissenschaftliche, politische, wirtschaftliche und humanitäre Konsequenzen zu ziehen, sind Gegenstand dieses Symposions. Es geht um die Frage, ob die bisher geübte Praxis, ionisierende Strahlen als mögliche Krankheitsverursacher grundsätzlich auszuschließen, weil die errechnete Strahlendosis zu gering sei, angesichts der Faktenlage noch gerechtfertigt werden kann.

Stx518-519.2008.3.1 (1 Seite)

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Kinderkrebs

Kinderkrebs in der Umgebung von Kernkraftwerken: „Eine entscheidende Public Health-Studie“ - Die kritische Überprüfung der Grundannahmen der geltenden Strahlenschutznormen und eine Neueinschätzung der Risikofaktoren bei Strahlenexposition sind notwendig. Die Nachricht von den Ergebnissen der Kinderkrebsstudie des Mainzer Kinderkrebsregisters (KiKK-Studie) fand bislang auch in den USA viel zu wenig Beachtung. Deshalb verfaßte Rudi H. Nussbaum, emeritierter Professor für Physik und Umweltwissenschaften an der Portland State University in Portland/Oregon (USA), einen Kommentar zu dieser Studie für seine angelsächsischen Kollegen und die Medien, wovon er Strahlentelex freundlicherweise eine Kopie schickte. Der Nachweis eines steilen Anstiegs des Erkrankungsrisikos für Leukämie und andere Krebsarten bei Kindern unter 5 Jahren, je näher sie bei einem der deutschen Atomkraftwerke leben, stimme nachdenklich und beunruhige. Angela Merkels konservative Regierung, so schreibt Nussbaum aus der Perspektive eines anderen Kontinents, hat Wissenschaftler des zentralen Kinderkrebsregisters beauftragt, eine endgültige Studie über eine Überzahl von Krebserkrankungen bei Kindern in der Umgebung von Atomreaktoren zu erstellen. Damit sollte offenbar das Konzept der rot-grünen Vorgängerregierung (unter deren Regie war die Studie ursprünglich in Auftrag gegeben worden) für einen Atomausstieg unterminiert und dem öffentlichen Widerstand gegen ein Wiedererstarken der deutschen Nuklearindustrie etwas entgegengesetzt werden.

Stx516-517.2008.1-2.2 (2 Seiten)

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Kinderkrebs

Atompolitik / Atomwirtschaft: Krebsstudie zum THTR in Hamm gefordert. „Die Umgebung aller in Betrieb befindlichen Atomkraftwerke wurde untersucht, nur nicht die Region des Reaktors mit den meisten Pannen und Störfällen innerhalb eines sehr kurzen Zeitraumes: Hamm und das Lippetal als Standort des Thorium-Hochtemperaturreaktors (THTR) sind bewußt ausgespart worden.“ – Das beklagt die Bürgerinitiative Umweltschutz Hamm e.V. in einer Presseerklärung vom März 2008 mit Blick auf die Ende 2007 veröffentlichte Fall-Kontrollstudie zu Kinderkrebs in der Umgebung von Kernkraftwerken (KiKK-Studie). Die Nichtberücksichtigung des THTR in der Studie habe zu großer Unruhe und Empörung in der Bevölkerung geführt. Inzwischen fordern auch der Rat von Lippetal und der Stadt Hamm eine Krebsstudie für ihre Region.

Stx510-511.2008.7-8.2 (2 Seiten)

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Kinderkrebs

Kinderkrebs in der Umgebung von Kernkraftwerken: Die „Kriterien von Bradford Hill“. Hilfen zur Unterscheidung von zufälligen und ursächlichen Zusammenhängen. Von Sebastian Pflugbeil. In der Epidemiologie lässt sich nicht alles mit dem Füttern eines Computerprogramms mit einem Haufen von Daten und dem Ausdruck der Ergebnisse erledigen. Ebenso wichtig wie die Lösung der reinen Rechenaufgabe ist die Bewertung der Rechenergebnisse, der möglicherweise gefundenen „Signifikanzen“, sowie die Einschätzung der Beziehung der neuen Ergebnisse zu dem bereits vorhandenen Wissen. Die häufig als „Kriterien“ von Bradford Hill bezeichneten Punkte helfen dabei, herauszubekommen, ob man eine Beziehung zwischen Ursache und Wirkung gefunden hat oder ob man nur einem Zufallsergebnis oder einem Zusammengehen wie im vielstrapazierten Beispiel mit der Häufigkeit der Storchennester und der Geburtenrate aufgesessen ist.

Stx510-511.2008.5-6.2 (2 Seiten)

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Kinderkrebs

Schweizer Daten über Kinderkrebs in AKW-Nähe erst 2010 . Der Schweizer Bundesrat rechnet im Jahre 2010 mit ersten Resultaten einer Studie über Leukämie bei Kindern, die in der Nähe von Atomkraftwerken wohnen. In einer am 10. März 2008 veröffentlichten Antwort auf zwei Vorstöße aus dem Nationalrat bekräftigte die Schweizer Regierung den Plan, gestützt auf Daten des Schweizerischen Kinderkrebsregisters eine derartige Untersuchung zu veranlassen.

Stx510-511.2008.4.1 (1 Seite)

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Kinderkrebs

Leukämien bei Kindern in der Umgebung von Tschernobyl. Reanalyse einer offiziellen deutschen Studie . Von Alfred Körblein. In der Diskussion um die kürzlich veröffentlichten Ergebnisse der Studie zu Kinderkrebs um deutsche Kernkraftwerke (KiKK-Studie) wird argumentiert, dass nach Tschernobyl keine erhöhte Leukämierate in den an den Unglücksreaktor angrenzenden Regionen Weißrusslands, der Ukraine und Russlands beobachtet worden sei. Das habe eine vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) geförderte Studie ergeben. Nach Durchsicht des Berichts kommt Körblein zu dem Ergebnis, dass man aus den Zahlen auch andere Schlüsse ziehen kann. Besonders auffällig ist eine signifikante Erhöhung der Leukämierate bei Jungen im Jahr 1987, dem Jahr nach Tschernobyl. – Mit einem Kommentar von Sebastian Pflugbeil.

Stx508-509.2008.4-6.3 (3 Seiten)

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Kinderkrebs

Kinderkrebs in der Umgebung von Kernkraftwerken: Was einen KKW-Schornstein so interessant macht. Von Sebastian Pflugbeil. In der KiKK-Studie wird untersucht, ob Krebs und Leukämie bei Kindern unter 5 Jahren umso häufiger vorkommen, je näher sie am nächstgelegenen Kernkraftwerks-Schornstein wohnen. Was ist das Besondere an einem KKW-Schornstein?

Stx508-509.2008.4.1 (1 Seite)

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Kinderkrebs

Kinderkrebs in der Umgebung von Kernkraftwerken: Dekontamination eines Studienergebnisses. Von Sebastian Pflugbeil. Zu den Absonderlichkeiten in der Diskussion um die Fall-Kontroll-Studie des Mainzer Kinderkrebsregisters zu Kinderkrebs in der Umgebung der deutschen Kernkraftwerke (KiKK-Studie, vergl. Strahlentelex 504-505 vom 10.01. 2008) gehört die Vergesslichkeit der Autoren bezüglich des eigentlichen Anliegens der Studie. Sowohl in der Zusammenfassung des Abschlußberichtes als auch in zahlreichen Interviews wird von ihnen der Eindruck erweckt, dass man nichts über die Ursache des gefundenen Effektes sagen könne und dass insbesondere „die von deutschen Kernkraftwerken im Normalbetrieb emittierte ionisierende Strahlung grundsätzlich nicht als Ursache interpretiert werden kann“ (Abschlußbericht Seite XI). Dieser Eindruck, der von den Medien flächendeckend verbreitet und auch im politischen Raum dankbar aufgegriffen wurde, geht so gravierend an den tatsächlichen Ergebnissen der Studie vorbei, dass diese Vernebelung hier dokumentiert und ihr entschieden widersprochen werden soll.

Stx508-509.2008.2-3.2 (2 Seiten)

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Kinderkrebs

Kinderkrebs in der Umgebung von Kernkraftwerken: Leukämieclustern auf der Spur - Entenjagd in der Umgebung der neuen Kinderkrebsstudie des Mainzer Kinderkrebsregisters. Im Zusammenhang mit der Untersuchung der Frage, ob im Umkreis kerntechnischer Anlagen vermehrt Kinderkrebs und Leukämie auftreten, begegnen wir auch in der aktuellen Diskussion um die neue Studie des Mainzer Kinderkrebsregisters (KiKK-Studie) der Behauptung, es gäbe viele Cluster solcher Erkrankungen – auch dort, wo es keine Kernkraftwerke (KKW) gibt oder erst Planungen für solche Anlagen vorliegen. Hier liegt gleich eine doppelte Irreführung vor. Ein Bericht von Sebastian Pflugbeil.

Stx508-509.2008.1-2.2 (2 Seiten)

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Kinderkrebs

Eine Täuschung der Bevölkerung. Atomkraftwerke machen krank. Die methodisch derzeit weltbeste epidemiologische Studie, erarbeitet beim Mainzer Kinderkrebsregister, weist ein um so höheres Krebsrisiko für kleine Kinder nach, je näher sie bei einem Atomkraftwerk leben und aufwachsen. Nachgewiesen ist das für eine Entfernung bis 50 Kilometer. Geredet wurde dagegen nur von 5 Kilometern. (KiKK-Studie, Peter Kaatsch et al.)

Stx504-505.2008.1-6.6 (6 Seiten)

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Kinderkrebs

Vermehrt Kinderkrebs um AKW. In einer im Juli 2007 im European Journal of Cancer Care veröffentlichten Metaanalyse ermittelten Peter J. Baker und D. G. Hoel von der Abteilung für Biostatistik und Epidemiologie der Medizinischen Universität von South Carolina in Charleston (USA) ein erhöhtes Leukämierisiko in der Nähe von Atomkraftwerken und anderen Nuklearanlagen. Die Analyse umfaßt Daten aus 17 Studien mit 136 Nuklearanlagen in den Ländern USA, Kanada, Großbritannien, Japan, Frankreich, Spanien und Deutschland für die Jahre 1984 bis 1999. Baker und Hoel fanden bei Kindern der Altersgruppe bis neun Jahre ein um 23 Prozent erhöhtes Risiko an Leukämie zu sterben, wenn diese in einem Abstand von bis zu 16 Kilometern von den kerntechnischen Anlagen entfernt leben. Die Neuerkrankungsrate für Leukämie ist unter den gleichen Bedingungen um 14 bis 23 Prozent erhöht. Die Untersuchung wurde im Auftrage des Energieministeriums der USA durchgeführt.

Stx494-495.2007.9.1 (1 Seite)

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Kinderkrebs

Elbmarsch/Geesthacht: Höchstes Leukämierisiko südöstlich von Hamburg hält weiter an. Das Risiko, an Leukämie zu erkranken, ist für Kinder im Gebiet südöstlich von Hamburg weiterhin außergewöhnlich erhöht. Das ist Ergebnis einer neuen Untersuchung des Greifswalder Epidemiologen Prof. Dr. Wolfgang Hoffmann und Kollegen.

Stx486-487.2007.4.1 (1 Seite)

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Kinderkrebs

Vermehrt akute Leukämien bei Kindern um Tschernobyl. Von dem radioaktiven Fallout des Tschernobyl-Unfalls 1986 waren allein in der Ukraine mehr als 4 Millionen Menschen betroffen. Um die Wirkung der Bestrahlung im Mutterleib und das Entstehen von Leukämie zu untersuchen haben Wissenschaftler der Akademie der Wissenschaften der Ukraine und des Roswell Park Cancer Institute in den USA das Vorkommen der verschiedenen Leukämietypen bei Kindern untersucht, die im Jahr des Unglücks 1986 geboren worden waren. Die Entwicklung der Kinder wurde 10 Jahre lang bis 1996 weiter verfolgt. Die Risikoraten für die akute lymphatische Leukämie (ALL) war für Jungen dramatisch erhöht und in nicht ganz so starker Ausprägung auch für Mädchen. Für beide Geschlechter kombiniert war das relative Risiko für die akute lymphatische Leukämie in belasteten Bezirken mehr als dreifach höher als in unbelasteten (RR = 3,4). Die Ergebnisse dieser Untersuchung legen den Schluß nahe, daß das erhöhte Risiko, an Leukämie zu erkranken, für die im Jahre 1986 geborenen und danach weiter in radioaktiv belasteten Gebieten lebenden Kinder aus dem Tschernobyl-Fallout folgt.

Stx408-409.2004.2,3.2 (2 Seiten)

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Kinderkrebs

Elbmarsch-Leukämien: Darf Epidemiologie Ergebnisse liefern? Die Norddeutsche Leukämie- und Lymphomstudie ist kein Beitrag zur Ursachenforschung für die Leukämie bei den Kindern in der Elbmarsch. Am 15. April 2003 wurden der Öffentlichkeit in Geesthacht von Wissenschaftlern und Landespolitikern aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein die Ergebnisse einer Studie vorgestellt, die über mehrere Jahre mit Spannung erwartet wurden. Es handelte sich um die Norddeutsche Lymphom- und Leukämiestudie (NLL-Studie), durchgeführt vom Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin (BIPS). Anlaß für diese wohl umfangreichste und vermutlich auch teuerste deutsche Fall-Kontroll-Studie war die weltweit höchste Rate von Leukämieerkrankungen bei Kindern in der Elbmarsch in unmittelbarer Nähe zu dem Kernkraftwerk Krümmel und dem Kernforschungszentrum GKSS. So erwarteten die Bürger der Region, die im Geesthachter Rathaus erschienen waren, daß nun von großen Fortschritten bei der Aufklärung der Ursachen dieser tragischen Erkrankungen bei ihren Kindern berichtet werden würde. Sie wurden enttäuscht. Für Verwirrung sorgten in den Tagen davor verschiedene Presseerklärungen und Pressemeldungen, in denen über die Fertigstellung der Studie berichtet wurde. Aus dem Senat der Hansestadt Bremen verlautete: "BIPS: Entwarnung für das Kernkraftwerk Krümmel", im Hamburger Abendblatt: "Krümmel nicht Ursache für Leukämie", in der taz: "Forscher entlasten AKW Krümmel", in verschiedenen schleswig-holsteinischen Regionalzeitungen: "Leukämie: Freispruch für Krümmel", Hannoversche Allgemeine Zeitung: "Atomkraft nicht Ursache für Leukämie".

Stx392-393.2003.5,6.2 (2 Seiten)

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Kinderkrebs

Vermehrt Krebserkrankungen bei Kindern in der Umgebung von Atomkraftwerken. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat erstmals eine Häufung "kindlicher Krebserkrankungen in der Umgebung von Atomkraftwerken in Bayern" zugegeben. Es handele sich um "eine statistisch signifikante Erhöhung von etwa 20 Prozent". "Zur Klärung der Ursachen" vergab das BfS jetzt einen Untersuchungsauftrag ausgerechnet an das Mainzer Kinderkrebsregister, dessen diesbezügliche Untersuchungen nach offizieller Lesart bisher unauffällige Ergebnisse erbracht hatten. Erst nach kritischer Überprüfung dieser Studienergebnisse durch Dr. Alfred Körblein war die Auffälligkeit der Befunde zutage getreten.

Stx386-387.2003.5,6.2 (2 Seiten)

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Kinderkrebs

Bundesregierung verneint Strahleneffekte um Atomkraftwerke "weil die Expositionen zu niedrig sind". Dr. Alfred Körblein vom Umweltinstitut München hat durch eine statistische Neubewertung von Daten des Mainzer Kinderkrebsregisters eine Erhöhung der Krebsrate bei Kindern in der Umgebung von Atomkraftwerken festgestellt. Zuletzt hatten sich die Positionen von Körblein und dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) dahingehend angenähert, daß BfS-Präsident König mit der Internationalen Ärztevereinigung zur Verhütung des Atomkieges (IPPNW) die Durchführung von Studien vereinbarte, die dem Krebsgeschehen in der Umgebung der deutschen Atomkraftwerke weiter nachgehen sollen. Das soll einer jüngsten Antwort der Bundesregierung vom 20.8.2001 auf eine Kleine parlamentarische Anfrage zufolge falls überhaupt, so nur eingeschränkt gelten. Das Bundesamt für Strahlenschutz prüfe, wie durch weitere epidemiologische Studien – gedacht sei an eine bundesweite Ausdehnung der bisher auf bayerische Standorte von Atomkraftwerken beschränkten Untersuchungen – dem Problem "unter Berücksichtigung anderer Faktoren sinnvoll" nachgegangen werden könne. Ein Zusammenhang zwischen Strahlung und Krankheitsgeschehen könne aber nicht gesehen werden, "da die Strahlung in der Umgebung von Atomkraftwerken weit unter der natürlichen Strahlenexposition" liege.

Stx352-353.2001.7,8.2 (2 Seiten)

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Kinderkrebs

20 Prozent mehr Kinderkrebsfälle um Atomkraftwerke. Bundesamt für Strahlenschutz will das Krebsgeschehen um Atomkraftwerke weiter untersuchen. Bei einem Arbeitstreffen des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) mit der atomkritischen Ärzteorganisation IPPNW, dem Umweltinstitut München und der Gesellschaft für Strahlenschutz am 11. Juli 2001 in Kassel wurde erstmals vom BfS zugegeben, daß in der Nähe der bayrischen Atomkraftwerke Grundremmingen, Isar und Grafenrheinfeld die Krebshäufigkeit bei Kindern um mehr als 20 Prozent erhöht ist. Diese Zahl ist das Ergebnis einer Studie von Dr. Alfred Körblein vom Umweltinstitut München für den Zeitraum von 1983 bis 1998. Das Bundesamt für Strahlenschutz erkannte außerdem die Untersuchungsergebnisse auch frühere Studien von Körblein an, denen zufolge es in der Nahumgebung von Atomkraftwerken eine bis zu 53 Prozent erhöhte Krebsrate bei Kleinkindern gibt.

Stx350-351.2001.11.1 (1 Seite)

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Kinderkrebs

Sowohl die allgemeine Krebsrate als auch die Leukämierate bei Kindern unter 15 Jahren ist um bayerische Atomkraftwerke erhöht. Kinderkrebs um Atomkraftwerke: eine unendliche Geschichte. Eine Neuauswertung bayerischer Daten auf Landkreisebene durch Dr. Alfred Körblein vom Umweltinstitut München ergibt, daß bei Kindern sowohl die allgemeine Krebsrate als auch die Leukämierate in den an die Standorte bayerischer Kernkraftwerke angrenzenden Landkreisen signifikant gegenüber den übrigen bayerischen Landkreisen erhöht ist. Die Zahlen sind einer offiziellen Studie des Bundesamtes für Strahlenschutz entnommen, die jedoch keine Erhöhung der Leukämierate um die Standorte bayerischer kerntechnischer Anlagen findet.

Stx296-297.1999.7,8.2 (2 Seiten)

Kinderkrebs

Kinderkrebsregister / IMSD-Studie: Erhöhtes Krebsrisiko für Kleinkinder um Kernkraftwerke. Bei Kleinkindern unter 5 Jahren ist das Krebsrisiko im Nahbereich von deutschen Kernkraftwerken um 53 Prozent erhöht. Für Leukämien beträgt die Erhöhung sogar 76 Prozent. Das ist das Ergebnis einer neuen Auswertung von Daten des Mainzer Kinderkrebsregisters, die Professor Dr.Jörg Michaelis dem Münchner Physiker Dr.Alfred Körblein auf dessen Bitte überlassen hat. Die Diskussion um die neue Kinderkrebsstudie des Instituts für Medizinische Statistik und Dokumentation (IMSD) der Universität Mainz, die seit der Ausgabe des Strahlentelex vom März 1998 anhält, setzt sich weiter fort. Strahlentelex dokumentiert eine Stellungnahme von IMSD-Direktor Michaelis zu den Anmerkungen von Alfred Körblein sowie die Antwort von Körblein darauf: "Kein Unterschied mehr zwischen Siedewasser- und Druckwasserreaktoren".

Stx274-275.1998.14-16.3 (3 Seiten)

Kinderkrebs

Kinderkrebsregister / IMSD: In der Umgebung von deutschen Atomkraftwerken läßt sich doch vermehrt Krebs bei Kindern nachweisen. Zwei unabhängig voneinander erstellte Studien, die des Instituts für medizinische Statistik und Dokumentation (IMSD) der Universität Mainz von 1997, und die des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) von 1995, ergeben jeweils signifikante Erhöhungen der kindlichen Krebsrate in der Umgebung von deutschen Kernkraftwerken. Um die Standorte von Siedewasserreaktoren scheint die Erhöhung ausgeprägter als um die Druckwasserreaktoren. Diese Befunde werden in beiden Arbeiten selbst nicht erwähnt, sie können aber aus den angegebenen Daten errechnet werden. Der Münchner Physiker Alfred Körblein hat dies getan.

Stx272-273.1998.3,4.2 (2 Seiten)

Kinderkrebs

Signifikanztests: Michaelis bestätigt die Berechnungen Körbleins.

Stx272-273.1998.4.1 (1 Seite)

Kinderkrebs

Statistische Tricks: "Verdünnung" von Daten und Änderung des Signifikanzkriteriums bei der IMSD-Kinderkrebsstudie. Ein kritischer Kommentar von Dr.Alfred Körblein.

Stx270-271.1998.16.1 (1 Seite)

Kinderkrebs

IMSD-Kinderkrebsstudie : "In den Hauptanalysen ergibt sich ein unauffälliges Resultat". Als gelungene Public Relations-Veranstaltung für die Atomlobby habe sich die Präsentation der Leukämiestudie des Mainzer Instituts für Medizinische Statistik und Dokumentation (IMSD), durch seinen Leiter Prof. Dr. Jörg Michaelis und die Bundesumweltministerin Angelika Merkel (CDU) erwiesen, hatte das Strahlentelex in der Ausgabe 264-265 vom 8. Januar 1998 geschrieben. Es sei "wissenschaftlich untermauert", daß in der Nähe von Atomkraftwerken "kein erhöhtes Krebsrisiko auftritt", hatten die Nachrichtenagenturen und Medien nach der Präsentation der Studie Frau Merkel zitiert. In der Zusammenfassung ihrer Studie erwähnten auch die weiteren Autoren aus dem unter der Bezeichnung "Mainzer Kinderkrebsregister" bekannten Institut nicht ihre trotz vorgenommener Datenverdünnung weiterhin signifikanten Ergebnisse, war weiter im Strahlentelex bemängelt worden. Etwa, daß im Gegensatz zu anderslautenden Meldungen im Nahbereich von bundesdeutschen Atomkraftwerken zwischen 1980 und 1995 rund dreimal mehr kleine Kinder an Leukämie erkrankten als in vergleichbaren Gebieten ohne Atomkraftwerke. Dazu nimmt der Leiter des IMSD, Prof. Dr. Jörg Michaelis, Stellung und betont die unauffälligen Ergebnisse seiner Studie.

Stx268-269.1998.4,9.2 (2 Seiten)

Kinderkrebs

Rund um La Hague nimmt das Leukämie-Risiko für Kinder mit der Nähe zur Atomanlage zu. In der Nähe der Wiederaufarbeitungsanlage für Kernbrennstoffe im französischen La Hague erkranken dreimal so viele Kinder an Leukämie wie im landesweiten Durchschnitt. Dies ergab eine zehnjährige Untersuchung von 60.000 Krankenakten durch den französischen Wissenschaftler Jean-François Viel.

Stx216-217.1996.15,16.2 (2 Seiten)

Kinderkrebs

IMSD Mainz: AKW-Arbeiter nach dem Befinden ihrer Kinder gefragt. Die Kinder der in westdeutschen Atomkraftwerken arbeitenden Väter haben doppelt so häufig Leukämien wie im Bundesdurchschnitt. Das ermittelten Prof. Dr. Jörg Michaelis und Mitarbeiter vom Institut für Medizinische Statistik und Dokumentation (IMSD) an der Universität Mainz anhand einer Befragung der Beschäftigten, die sie im Herbst 1994 veröffentlichten. Dies sei jedoch "keine statistisch auffällige Häufung", meinen sie.

Stx186-187.1994.4.1 (1 Seite)

Kinderkrebs

Kinderkrebsregister Mainz: Zweiter Neuroblastomanstieg in ganz Deutschland. Für das Jahr 1990 hat das Institut für Medizinische Statistik und Dokumentation der Universität Mainz mit seinem Kinderkrebsregister einen zweiten Neuroblastomanstieg mit 7,2 Neuerkrankungen pro 100.000 Säuglinge beobachtet - dies aber nicht mehr nur in den höher durch den Fallout von Tschernobyl belasteten Gebieten Süddeutschlands, sondern in ganz Deutschland. Das teilte der Leiter des Instituts, Professor Dr. Jörg Michaelis, dem Strahlentelex mit, nachdem in der Ausgabe vom April 1994 (Stx174-175/1994/1,2) von früheren Untersuchungen des Mainzer Kinderkrebsregisters berichtet worden war. Diese belegen für die belasteten Gebiete Süddeutschlands eine statistisch signifikante Häufung des kindlichen Tumors für den Geburtsjahrgang 1988.

Stx176-177.1994.2.1 (1 Seite)

Kinderkrebs

Tschernobyl-Folgen: Neuroblastomhäufung in den höher belasteten Fallout-Gebieten Süddeutschlands. Untersuchungen des Kinderkrebsregisters Mainz belegen für die höher durch den radioaktiven Fallout aus Tschernobyl belasteten Gebiete Süddeutschlands eine statistisch signifikante Häufung des kindlichen Tumors Neuroblastom für den Geburtsjahrgang 1988, also zwei Jahre nach dem Supergau. Die Häufigkeit dieses seltenen Tumors der Nervenzellen nimmt dabei mit dem Belastungsgrad der Bodenverseuchung zu. Den Autoren vom Mainzer Kinderkrebsregister zufolge handelt es sich bei der gefundenen Neuroblastomhäufung "um eine der auffälligsten bei den Auswertungen des Kinderkrebsregisters bisher beobachteten Schwankungen".

Stx174-175.1994.1,2.2 (2 Seiten)

Kinderkrebs

Bundesgesundheitsamt: Leukämie um ostdeutsche Atomanlagen. Die Leukämiehäufigkeit bei Kindern um ostdeutsche Atomanlagen ist erhöht. Speziell innerhalb eines Umkreises von 10 Kilometern um die seit 1956 betriebenen Forschungsreaktoren in Dresden-Rossendorf und um den 1996 in Betrieb genommenen Atomreaktor Rheinsberg ist die Zahl der an Leukämie erkrankten Kinder in den Jahren 1979 bis 1988 mehr als doppelt so hoch, wie zu erwarten wäre. Das ergibt sich aus einer unveröffentlichten Studie von M. Möhner und R. Stabenow, Mitarbeiter der Zweigstelle des Bundesgesundheitsamtes in Berlin-Karlshorst, ehemals dem Zentralen Krebsregister der DDR.

Stx166-167.1993.1,2.2 (2 Seiten)

Kinderkrebs

Rheinland-Pfalz: Krebs bei Kindern und Jugendlichen in der Umgebung der Uranaufbereitungsanlage Ellweiler. In der Nachbarschaft der im Frühjahr 1990 stillgelegten Uranaufbereitungsanlage "Gewerkschaft Brunhilde" bei Ellweiler in Rheinland-Pfalz ist die Leukämiehäufigkeit sowohl in der Altersgruppe der unter 15jährigen als auch bei den unter 20jährigen signifikant erhöht. Die Belastung der Bevölkerung um Ellweiler durch Radium und Radon erscheint insgesamt als eine mögliche Erklärung für die höhere Leukämiehäufigkeit dort. Das ist Ergebnis einer 1993 an der Universität Marburg abgeschlossenen Dissertationsarbeit des Arztes Dr. Wolfgang Hoffmann vom Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin.

Stx166-167.1993.2,3.2 (2 Seiten)

Kinderkrebs

Kindliche Malignome und Atomanlagen. Grundsätzliche Kritik an der Studie des Mainzer Kinderkrebsregisters . Die Befunde der Mainzer Kinderkrebsstudie (IMSD-Studie von 1992) stellen möglicherweise erst die Spitze eines Eisberges dar: Die westdeutschen Atomanlagen sind bezogen auf auf den Beobachtungszeitraum der Studie von 1980 bis 1990 noch nicht lange genug in Betrieb, um das wahre Ausmaß der gesetzten Gesundheitsschäden erkennen zu lassen. Die Mehrzahl der Reaktoren wurde nämlich erst nach 1975 in Betrieb genommen, und Krebserkrankungen treten mit wenigen Ausnahmen (wie Leukämien) häufig erst mehr als 10 Jahre oder gar Jahrzehnte nach Einwirkung von ionisierender Strahlung auf. So wären sogar bei dann Erwachsenen noch Folgeschäden zu erwarten. Darauf weist der Lüneburger Arzt für öffentliches Gesundheitswesen Dr. Hayo Dieckmann hin. Dieckmann ist Mitglied der "Expertenkommission Leukämie" des Niedersächsischen Sozialministeriums.

Stx160-161.1993.1-3.3 (3 Seiten)

Kinderkrebs

Gehäuft Retinoblastome um Nuklearanlage Sellafield . Unter Kindern von Müttern, die in der Umgebung der Nuklearanlage Sellafield (Windscale) in Großbritannien gelebt hatten, gibt es eine Häufung von bösartigen Netzhautgeschwulsten (Retinoblastome). Das berichtete 1993 J.A. Morris vom Lancaster Moor Hospital.

Stx158-159.1993.8.1 (Kurzmeldung, 1 Seite)

Kinderkrebs

Im Hintergrund: Die Michaelis-Studie. Eine Kontroverse ohne Ende. Im Februar 1992 wurde vom Institut für Medizinische Statistik und Dokumentation (IMSD) in Mainz eine "Untersuchung der Häufigkeit von Krebserkrankungen im Kindesalter in der Umgebung westdeutscher kerntechnischer Anlagen 1980-1990" veröffentlicht, die unter dem Namen des Leiters des IMSD, Prof. Dr. Jörg Michaelis, als "Michaelis-Studie" bekannt geworden ist. Von Anfang an war diese Untersuchung Gegenstand heftig und anhaltend geführter Auseinandersetzungen. Der Bremer Diplom-Physiker Heiko Ziggel beleuchtet die Entstehungsgeschichte und Herkunft dieser Untersuchung. Er zeigt auf, wie Wissenschaft und wissenschaftliche Ergebnisse für politische und wirtschaftliche Interessen funktionalisiert werden, auch und gerade auf Kosten der Wahrheitsfindung und Klärung von Sachverhalten.

Stx156-157.1993.4-6.3 (3 Seiten)

Kinderkrebs

Versuch einer Ehrenrettung. Häufung von Leukämien und Lymphomen um deutsche Kernkraftwerke doch noch zugegeben. Den Versuch einer Ehrenrettung für den Leiter des Mainzer Instituts für Medizinische Statistik und Dokumentation (IMSD), Prof. Dr. Jörg Michaelis, und seine im Februar 1992 veröffentlichte, umstrittene "Untersuchung der Häufigkeit von Krebserkrankungen im Kindesalter in der Umgebung westdeutscher kerntechnischer Anlagen 1980-1990" haben die Epidemiologen Greiser, Raspe, Wahrendorf und Wichmann unternommen. "Planung und Auswertung der Studie des Mainzer Kinderkrebsregisters entsprechen dem Stand der Wissenschaft", erklärten sie in einer Stellungnahme, die von der schleswig-holsteinischen Landesregierung am 5. Mai 1993 in Auszügen veröffentlicht wurde.

Stx154-155.1993.1,2.2 (2 Seiten)

Kinderkrebs

Jülich: Häufung von Kinderleukämie bei Kernforschungszentrum. Eine auffällige Häufung von Leukämieerkrankungen bei Kindern im Kreis Düren zwischen Köln und Aachen, hat Sorge ausgelöst. Für die Jahre bis 1992 wurden aus dem Umkreis der dortigen Kernforschungsanlage Jülich zwölf leukämiekranke Kinder gemeldet. Eine erste, von dem Marburger Nuklearmediziner Prof. Dr. Horst Kuni vorgenommene Analyse "spricht für ein statistisch hochsignifikantes zeitliches und örtliches Cluster".

Stx152-153.1993.2,3.2 (2 Seiten)

Kinderkrebs

Radioaktiver Ausstoß: Von gleichmäßigen Emissionen kann keine Rede sein. Anmerkungen aus meteorologischer Sicht zur IMSD-Studie "Häufigkeit von Krebserkrankungen im Kindesalter in der Umgebung westdeutscher kerntechnischer Anlagen 1980-1990". Von lediglich einer Hauptwindrichtung, einer mittleren Windgeschwindigkeit und von gleichmäßigen Emissionen ohne Belastungsspitzen gehen heute immer noch die üblicherweise verwendeten Modelle zur Schadstoffausbreitung aus Atomanlagen aus. So auch die sogenannte Kinderkrebsstudie des Instituts für Medizinische Statistik und Dokumentation (IMSD) der Universität Mainz. Dr. Kartsen Hinrichsen, Diplom-Meteorologe an der Universität Hamburg, zeigt, wie unzutreffende derartige Modelle sind und wie fragwürdig es ist, bei epidemiologischen Untersuchungen die betrachteten Gebiete schematisch in kreisförmige Zonen einzuteilen, wie dies Prof. Dr. Jörg Michaelis in der IMSD-Studie tat. Bisher hatte man in der Expertenkommission zur Aufklärung der Leukämiehäufung in der Elbmarsch derartige Einwände zurückgewiesen und mit Hilfe von Unterschiede ausgleichenden Modellen vorgerechnet, die jährliche zusätzliche Strahlenbelastung könne nur 0,1 Millirem betragen, also nur ein Tausendstel der natürlichen Strahlenbelastung. Wie Hinrichsen zeigt, kann man aber vorhandene meteorologische und örtliche Gegebenheiten nicht einfach ignorieren.

Stx150-151.1993.1-3.3 (3 Seiten)

Kinderkrebs

.Statistik: Kernkraft und Kinderkrebs. "Mit einer Statistik läßt sich vieles machen, und deswegen gehört zum Umgang mit solchen Zahlen ein hohes Verantwortungsbewußtsein." Ein Kommentar zur IMSD-Kinderkrebs-Studie von Prof. Dr. Roland Scholz, München.

Stx150-151.1993.3,4.2 (2 Seiten)

Kinderkrebs

.Zwölf Anmerkungen zur IMSD-Studie: Noch ein Nachtrag. Kommentar von Prof. Dr. Roland Scholz, Gauting, zum Thema "Radiophobie".

Stx134-135.1992.8.1 (1 Seite)

Kinderkrebs

.Auch in Bayern Kinderkrebs um Kernkraftwerke .. Das Bayerische Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen hatte das Institut für Strahlenhygiene (ISH) des Bundesamtes für Strahlenschutz in Neuherberg bei München mit der Durchführung eines "Strahlenbiologischen Umweltmonitorings Bayern" beauftragt. 1992 hat das Institut erste Ergebnisse vorgestellt.

Stx132-133.1992.1.1 (1 Seite)

Kinderkrebs

.Kinderkrebs-Studie des IMSD Mainz: Zwölf Antworten auf zwölf Anmerkungen. Verkannt fühlt sich Prof. Dr. Jörg Michaelis, Direktor des Instituts für medizinische Statistik und Dokumentation (IMSD) der Universität Mainz. Im Juni 1992 (Stx130-131/1992) hatte Strahlentelex "Zwölf Anmerkungen zur IMSD-Studie" von Prof. Dr.med. Roland Scholz, Institut für Physiologische Chemie der Universität München, veröffentlicht. Darin hatte Scholz die IMSD-Studie über die "Häufigkeit von Krebserkrankungen im Kindesalter in der Umgebung westdeutscher kerntechnischer Anlagen 1980-1990", für die Michaelis verantwortlich zeichnet, einer ausführlichen Wissenschaftsschelte unterzogen. "Für den Leser, der nicht mit den Details unserer Studie vertraut ist und der auch nicht die früher zu der Gesamtfragestellung publizierten wissenschaftlichen Arbeiten kennt, ergibt sich aus den 'Anmerkungen' ein falsches Bild, das mit den folgenden 'Antworten' korrigiert werden soll", meint Michaelis.

Stx132-133.1992.1-4.4 (4 Seiten)

Kinderkrebs

Zwölf Anmerkungen zur IMSD-Studie: "Untersuchungen der Häufigkeit von Krebserkrankungen im Kindesalter in der Umgebung westdeutscher kerntechnischer Anlagen 1980-1990" B.Keller, G.Haaf, P.Kaatsch, J.Michaelis, Institut für medizinische Statistik und Dokumentation der Universität Mainz (IMSD) mit Unterstützung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit . Kinder, die in der Nähe eines Kernkraftwerkes aufwachsen, erkranken dort häufiger an Leukämie als in Vergleichsgebieten. Dies belegt die Studie, die am 13. Februar 1992 von Prof. Dr. Jörg Michaelis vom Institut für Medizinische Statistik und Dokumentation der Universität Mainz (IMSD) auf einer Pressekonferenz in Bonn zusammen mit Umweltminister Töpfer vorgestellt wurde. Deren zentrale Aussage ist aber wie folgt formuliert: "In der 15km-Region (um Kernkraftwerke) beträgt das relative Risiko für alle bösartigewn Erkrankungen der unter 15-jährigen 0,97. Das bedeutet, daß keine Erhöhung der Krebserkrankungen in den Kernkraftwerksregionen gegenüber den Vergleichsregionen feststellbar war. ... Für die akuten Leukämien beträgt das relative Risiko in der 15km-Region 1,06 und zeigt damit ebenfalls keine auffällig erhöhten Erkrankungsraten in den Kernkraftwerksregionen an". Entsprechend war das Echo in der Presse. Überschriften wie "Kaum Krebsrisiko durch AKW", "Statistik entlastet Kernkraft", "Krebsrate um Atomanlagen normal", "Keine Verbindung Krebs und Kernkraft", sowie Anzeigen des Informationskreises Kernenergie "Kein Krebsrisiko" suggerieren, daß nun endlich die Harmlosigkeit der "friedlichen" Atomenergie-Nutzung bewiesen ist. Wie sich die Widersprüche erklären und wie die Studie und ihre Aussagen zu bewerten ist, zeigt Prof. Dr.med. Roland Scholz, Universität München.

Stx130-131.1992.1-9.9 (9 Seiten)

Kinderkrebs

.Atomenergie Informationen: Kein Krebsrisiko?. Der Studie des Mainzer Kinderkrebsregisters zufolge ist in der Nähe des Atomkraftwerks Krümmel das Krebsrisiko für Kinder nur halb so hoch wie im ausgewählten Vergleichsgebiet. Unleugbar ist jedoch, daß dort, wo statistisch gesehen nur alle 30 Jahre einmal ein Fall von Leukämie auftreten dürfte, 1990 und 1991 - 6 Jahre nach Inbetriebnahme - insgesamt 5 Kinder und ein Jugendlicher an Leukämie erkrankten. ... Fragen zur Atomenergie beantworten gerne: Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung, (IPPNW) e.V. Dokumentation einer Zeitungsanzeige.

Stx128-129.1992.8.1 (1 Seite)

Kinderkrebs

.Leukämie in Ellweiler: Unterschiedliche Interpretation erhöhter Blutkrebsrate um Urananlage in Rheinland-Pfalz. Rund um die umstrittene Urananlage der Firma "Gewerkschaft Brunhilde" im rheinland-pfälzischen Ellweiler gibt es nach einer 1990 vom Institut für Medizinische Statistik und Dokumentation der Universität Mainz unter der Leitung von Prof. Dr. Jörg Michaelis fertiggestellten Studie "keine auffällig erhöhten Erkrankungsraten für Krebs bei Kindern und Jugendlichen". Die Mainzer Untersuchungs-Methodik bedeutet, daß selbst eine fast vierfache Leukämieerhöhung gar nicht feststellbar wäre, kritisiert die Vorsitzende des Otto Hug-Strahleninstituts in Bonn, Prof. Dr. Inge Schmitz-Feuerhake, in einer Stellungnahme und verweist auf eine Untersuchung ihres Instituts. Darin wird eine etwa zweieinhalbfache Erhöhung der kindlichen und jugendlichen Leukämien in einem Umkreis von fünf Kilometern um Ellweiler festgestellt.

Stx86-87.1990.1,2.2 (2 Seiten)

Kinderkrebs

"Kopernikanische Wende" im Nachweis der Schädlichkeit von Strahlung . "Erst einmal keine Kinder mehr zu zeugen" empfahl der für Gesundheitsfragen in den Atomanlagen des staatlichen englischen Atomunternehmens "British Nuclear Fuels" zuständige Sicherheits-Direktor Roger Berry am 21. Februar 1990 seinen Beschäftigten. Dabei bezog er sich auf eine neue Studie aus der Universität Southampton, die das erhöhte Vorkommen von Kinder-Leukämien in der Umgebung der atomaren Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield auf die Arbeit der Väter in dieser Anlage zurückführt. Von dem Epidemiologen Martin J. Gardner und Mitarbeitern waren am 17. Februar 1990 im British Medical Journal zwei Fachartikel erschienen, in denen ein solcher Zusammenhang aufgezeigt wird. Der Berliner Kinderarzt Dr. Ulrich Fegeler gibt einen genaueren Einblick in diese Studie, die nach Meinung von Fachleuten eine "kopernikanische Wende" im Nachweis der Schädlichkeit von Strahlung eingeleitet hat.

Stx82-83.1990.1-4.4 + Stx78-79.1990.4,7.2 (6 Seiten)

Kinderkrebs

Sellafield : Offizielle Studie ignorierte Radioaktivitätsopfer. Nach monatelangen sorgfältigen Nachforschungen hat die im Nordwesten Großbritanniens ansässige Organisation der Bevölkerung Cumbrias gegen eine radioaktive Umwelt, CORE (Cumbrians Opposed to a Radioaktive Environment) nachgewiesen, daß 13 Fälle von Krebs und Leukämien von unter 25 Jahre alten Einwohnern in der 1984 veröffentlichten behördlich veranlaßten Studie nicht berücksichtigt wurden. Die nach Sir Douglas Black unter der Bezeichnung Black-Report bekanntgewordene Untersuchung zum Auftreten von Krebs und Leukämie bei Kindern und Jugendlichen in Seascale und im Landkreis Millom Rural in Großbritannien hatte nur 32 Fälle ermittelt. Seascale ist der der britischen Atomanlage Sellafield benachbarte Ort.

Stx50.1989.5.1 (1 Seite)

Kinderkrebs

. Niedersachsen: Pläne für bundesweite Leukämie-Studie. Offenbar durch die Studie des Berliner Physikstudenten Bernhard Stein von 1987 zur Krebssterblichkeit von Kindern unter 15 Jahren in der Umgebung des Atomkraftwerks Lingen, fühlte sich das niedersächsische Sozialministerium 1988 angeregt, eine bundesweite Leukämie-Studie zu initiieren. Im Jahre 1980 hatte das niedersächsische Sozialministerium in einem Bericht über die Leukämiesterblichkeit Daten veröffentlicht, mit denen es Behauptungen über eine erhöhte Leukämiesterblichkeit von Kindern in der Umgebung des 1977 stillgelegten Kernkraftwerks Lingen widerlegt sah. Stein zog später aus denselben Daten einen anderen Schluß.

Stx45.1988.6.1 (1 Seite)

Kinderkrebs

.Jahresbericht 1987 des Kinderkrebsregisters Mainz . In dem im Sommer 1988 vom Institut für Medizinische Statistik und Dokumentation an der Universität Mainz vorgelegten Bericht sind Aussagen über 8.883 unter 15jährige Patienten enthalten, die in den Jahren 1980 bis 1987 aus mehr als 100 Kliniken an das Mainzer Kinderkrebsregister gemeldet wurden. Für das Jahr 1987 wird eine Erkrankungshäufigkeit von 13,2 pro 100.000 unter 15jähriger angegeben.

Stx35.1988.6.1 (1 Seite)

Kinderkrebs

Schottland: Vermehrt Kinderkrebs in der Umgebung des Atomkraftwerks Dounreay. Eine weit über dem Landesdurchschnitt liegende Krebsrate bei Kindern und Jugendlichen in der Umgebung des schottischen Atomkraftwerks Dounreay meldete im Juni 1988 der regierungsamtliche britische Ausschuß "Committee on Medical Aspects of Radiation in the Environment" (CoMARE).

Stx35.1988.6.1 (1 Seite)

Kinderkrebs

Studie: Höhere Krebssterblichkeit von Kindern in der Umgebung des Atomkraftwerks Lingen. Nach relativ hohen radioaktiven Abgaben in den Jahren 1968 bis 1970 ist in der Umgebung des Atomkraftwerkes Lingen die Krebssterblichkeit der Kinder unter 15 Jahren in den Jahren 1970 bis 1973 überzufällig (signifikant) höher als im Bundesdurchschnitt. Das ist das Ergebnis einer 1988 von Bernhard Stein, Arbeitsgruppe Umweltschutz Berlin e.V., vorgenommenen Auswertung von Daten zur Krebssterblichkeit von Kindern sowie zur Zahl der Totgeburten und Säuglingssterbefälle in den Landkreisen Niedersachsens.

Stx33.1988.6.1 (1 Seite)

Kinderkrebs

Kinderkrebs durch natürliche Strahlenbelastung im Mutterleib. Die zusätzliche künstliche Strahlenbelastung liege innerhalb der Grössenordnung der natürlichen Strahlenbelastung, erklären die internationale und die nationalen Strahlenschutzkommissionen und behaupten damit deren Ungefährlichkeit. Die international herausragende Wissenschaftlerin Alice M. Stewart und ihr Statistiker Georg W. Kneale haben 1987 jedoch erstmals gezeigt, daß die Mehrzahl der Krebs- und Leukämiefälle bei Kindern unter 16 Jahren in Großbritannien von der natürlichen Strahlenbelastung während der Schwangerschaft herrühren. Damit werden immer wieder auftauchende Behauptungen über gesundheitsfördernde Einflüsse von niedrigen Strahlendosen endgültig in den Bereich der Legende verwiesen. Frau Dr.Stewart, 1986 ausgezeichnet mit dem schwedischen alternativen Nobelpreis "Right Livelihood Award", stellte die Ergebnisse ihrer Studie Ende Februar 1988 in Münster auch der bundesrepublikanischen Fachöffentlichkeit vor.

Stx31.1988.2,5.2 (2 Seiten)

Kinderkrebs

Großbritannien: Mehr Leukämien bei Sellafield. Leukämie-Sterbefälle unter Kindern haben in der Nähe der britischen Atomanlage Sellafield um das Zehnfache zugenommen. Das generelle Krebsrisiko liegt zudem fast vier Mal höher. Zu diesem Ergebnis kommt Professor Martin Gardner, Leiter einer im Auftrage des britischen Gesundheitsministeriums arbeitenden Studiengruppe in einem Anfang Oktober 1987 im "British Medical Journal" veröffentlichten Artikel.

Stx19.1987.6.1 (1 Seite)

Kinderkrebs

Großbritannien: Leukämie-Risiko bei Atomwaffen-Zentren. Kinder im Alter bis zu vier Jahren, die in der Nähe der beiden größten britischen Atomwaffenzentren leben, haben nach einer Anfang März 1987 veröffentlichten Studie ein etwa doppelt so hohes Leukämie-Risiko wie Kinder in anderen Landesteilen.

Stx5.1987.1.1 (1 Seite)

Krebserkrankungen

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Krebserkrankungen

Ein linearer Anstieg der Krebs-todesrate mit zunehmender Strahlenbelastung auch bei niedriger Dosisleistung. Die primäre quantitative Basis für Strahlenschutznormen geht von Untersuchungen an Menschen aus, die akut hohe Dosen von ionisierender Strahlung ausgesetzt waren. In einer Studie, die am 20. Oktober 2015 im British Medical Journal veröffentlicht wurde, zeigen David B. Richardson, Epidemiologe an der University of North Carolina, Chapel Hill (USA), sowie Elisabeth Cardis vom Center for Research in Environmental Epidemiology in Barcelona (Spanien) und Kollegen  anhand einer großen Kohortenstudie von Arbeitnehmern, die Strahlung bei niedriger Dosisleistung, in der Regel in der Nuklearindustrie, in Frankreich, Großbritannien und den Vereinigten Staaten von Amerika ausgesetzt waren, einen linearen Anstieg der Krebshäufigkeit mit zunehmender Strahlenbelastung. Im Gegensatz zu der Annahme, daß hohe Dosisleistungen wesentlich gefährlicher sind als niedrige Dosisleistungen, ist das Erkrankungsrisiko für Krebs pro Einheit der Strahlendosis unter Strahlenarbeitern ähnlich hoch wie nach Schätzungen, die aus Studien an den japanischen Atombombenüberlebenden abgeleitet wurden, schreiben Richardson und Kollegen.

Stx692-693.2015.9.1 (1 Seite)

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Krebserkrankungen

Erhöhte Leukämie-Sterblichkeit bei dauernder niedriger Strahlenbelastung. Im Rahmen einer internationalen Kohortenstudie untersuchten Klervi Leuraud, David B Richardson, Elisabeth Cardis und weitere Kollegen den Zusammenhang zwischen langanhaltender niedrig dosierter Strahlenbelastung und der Sterblichkeit (Mortalität) an Leukämie, Lymphomen und multiplem Myelom bei in Frankreich, Großbritannien und den USA beschäftigten Erwachsenen in strahlenüberwachten Bereichen. Sie fanden dabei starke Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen langzeitiger niedrig dosierter Strahlenbelastung und Leukämie.

Stx684-685.2015.9.1 (1 Seite)

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Krebserkrankungen

Neue Studie leugnet Lungenkrebsrisiko durch Radon in Wohnräumen. Eine kürzlich veröffentlichte Metaanalyse von 28 internationalen Studien kam zu dem Ergebnis, dass es keinen Hinweis auf ein erhöhtes Lungenkrebsrisiko durch Radon in Wohnräumen gebe. Eine genauere Durchsicht der Arbeit zeigt aber, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Es ergibt sich ein Risikofaktor, der gut mit dem anderer internationaler Studien Übereinstimmt. Von Alfred Körblein.

Stx612-613.2012.11-12.2 (2 Seiten)

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Krebserkrankungen

Strahleninduzierte Karzinome der Bauchspeicheldrüse. Zahlreiche Befunde nach Inkorporation von Alphastrahlen und aus dem Berufsmilieu zeigen, dass Pankreaskarzinome durch chronische Strahlenexposition sehr viel empfindlicher erzeugt werden, als aus den Daten der japanischen Atombombenüberlebenden gefolgert wurde. Die Bauchspeicheldrüse muss dringend in die Liste strahlenempfindlicher Organe für die Anerkennung von Berufskrankheiten aufgenommen werden. Von Inge Schmitz-Feuerhake

Stx610-611.2012.5-6.2 (2 Seiten)

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Krebserkrankungen

Fraglicher Abstandstrend des Krebsrisikos um Brokdorf. Erhöhte Krebshäufigkeit in der Gemeinde Wewelsfleth in der Hauptwindrichtung des KKW Brokdorf. Seit Jahren beunruhigt die Bewohner von Wewelsfleth die auffällig erhöhte Krebsrate in ihrer Gemeinde, die nur wenige Kilometer vom KKW Brokdorf entfernt ist. Die vorliegende Arbeit prüft, ob das Krebsrisiko in den Gemeinden um Brokdorf mit der Nähe zum Kernkraftwerk zunimmt. Eine Regressionsanalyse der Krebsraten findet eine Abstandsabhängigkeit des Krebsrisikos dann, wenn die Stadt Wilster mit ihrer hochsignifikanten Krebsrate als Ausreisser betrachtet werden kann, und wenn als Regressionsmodell eine Rayleighverteilung verwendet wird. Von Alfred Körblein

Stx608-609.2012.4-6.3 (3 Seiten)

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Krebserkrankungen

Epidemiologie und Politik: Erhöhte Krebshäufigkeit beim AKW Brokdorf. Eine mangelnde Aufklärungsbereitschaft von Landesregierung und Behörden in Schleswig-Holstein sowie des AKW-Betreibers E.on für die erhöhte Krebshäufigkeit in der Gemeinde Wewelsfleth beim AKW Brokdorf rügt die Bremer Meßstelle für Arbeits- und Umweltschutz e.V. (MAUS).

Stx606-607.2012.10-11.2 (2 Seiten)

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Krebserkrankungen

Life Span Study (LSS), 14. Bericht (2012): Auch bei den Überlebenden von Hiroshima und Nagasaki gibt es keine Dosisschwelle für das Krebsrisiko. Die Radiation Effects Research Foundation hat jetzt ihren 14. Bericht über die Spätfolgen bei den Überlebenden der Atombombenabwürfe von Hiroshima und Nagasaki im Rahmen der sogenannten Life Span Study (LSS) vorgelegt. Während des Zeitraums 1950 bis 2003 sind demnach inzwischen 58 Prozent von 86.611 Mitgliedern der LSS-Kohorte mit DS02-Dosisklassifikation gestorben. Im Vergleich zum vorhergehenden Bericht ergeben sich jetzt bei der Betrachtung eines 6 Jahre längeren Zeitraums nach der Strahlenexposition 17 Prozent mehr Todesfälle durch Krebs, vor allem unter denjenigen, die bei der Strahlenexposition damals jünger als 10 Jahre alt waren. Unter ihnen gibt es jetzt 58 Prozent mehr Krebs-Todesfälle. Der niedrigste betrachtete Dosisbereich mit einem signifikanten Risikoanstieg für alle soliden Tumoren war 0 bis 0,20 Gray und eine formelle Dosis-Schwellen-Analyse, so die Autoren, zeigte keine Schwelle.

Stx606-607.2012.10.1 (1 Seite)

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Krebserkrankungen

Krebshäufigkeit in Gegenden mit erhöhter natürlicher Hintergrundstrahlung. In einer kürzlich veröffentlichten epidemiologischen Studie aus China finden die Autoren keinen Zusammenhang zwischen Krebssterblichkeit (Mortalität) und natürlicher Hintergrundstrahlung. Auch eine Studie aus Kerala, Südindien, fand keinen Anstieg der Krebserkrankungshäufigkeit (Inzidenz) mit der Hintergrundstrahlung. Die vorliegende Reanalyse der Daten aus den beiden Studien ergibt jedoch genau das Gegenteil: einen signifikanten Anstieg der Krebsrate mit der Höhe der Hintergrundstrahlung. Von Dr. Alfred Körblein.

Stx604-605.2012.1-3.3 (3 Seiten)

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Krebserkrankungen

Krebs um Atomkraftwerke: Krebshäufung beim Atomkraftwerk Brokdorf. Unter den rund 1.500 Einwohnern der schleswig-holsteinischen Gemeinde Wewelsfleth beim Atomkraftwerk Brokdorf herrscht zunehmende Unruhe. Seit 1998 das schleswig-holsteinische Krebsregister eingerichtet wurde, sind bis zum Jahr 2008 in der Bevölkerung von Wewelsfleth 142 Krebserkrankungen neu diagnostiziert worden. Aufgrund des Landesdurchschnitts wären nur 96 Neuerkrankungen zu erwarten und eine Anzahl von 77 bis 115 wäre als statistisch unauffällig zu betrachten gewesen. Die 142 Krebserkrankungen aber bedeuten eine statistisch signifikante Erhöhung um fast 49 Prozent.

Stx602-603.2012.13.1 (1 Seite)

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Krebserkrankungen

Uranmunition: Hohe Krebsraten bei Schießplatz auf Sardinien. Das „Quirra – Syndrom“: Ermittlungen über einen Nato-Schießplatz auf Sardinien. Mit 12.000 Hektar Boden und einem großen maritimen Manövergebiet, das sich weit in internationale Gewässer erstreckt, ist der „Salto di Quirra“ der größte Schieß- und Übungsplatz der NATO in Europa. Seit Anfang des Jahres 2011 ermittelt die Staatsanwaltschaft von Lanusei, der nächsten größeren Stadt, gegen die Betreiber des Schießplatzes von Salto di Quirra wegen des Verdachts auf Umweltverseuchung und vielfacher fahrlässiger Tötung. Ermittelt wird zudem gegen Mitarbeiter des Prüfungsunternehmens Société Générale de Surveillance. Ihnen wird vorgeworfen, dem Schießplatz wider besseres Wissen eine hohe Umweltverträglichkeit bescheinigt zu haben. Die Staatsanwaltschaft vermutet, daß das gesamte Sperrgebiet und die Äcker rund um das Militärgelände bei Waffentests mit umweltschädlichen und krebserregenden Substanzen verseucht worden sind, unter anderem mit Uranmunition aus abgereichertem Uran (depleted uranium).

Stx592-593.2011.15-16.2 (2 Seiten)

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Krebserkrankungen

Chronisch Lymphatische Leukämie: Die USA wollen nun auch die CLL als strahlenverursachte Berufskrankheit anerkennen. Das US-amerikanische Department of Health and Human Services (HHS) schlägt vor, auch die Chronische Lymphatische Leukämie (CLL) als strahlenverursachte Krebserkrankung im Rahmen der Verfahren zur Anerkennung von Berufskrankheit  anzuerkennen. Den bisher gültigen Leitlinien zufolge gelten alle Krebsarten außer der CLL als potenziell durch Strahlung verursacht. Das HHS schlägt nun vor, den bisherigen Ausschluß der CLL zu revidieren. Das gab das US-amerikanische Institut für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (NIOSH, Az. 209), am 21. März 2011 bekannt.

Stx584-585.2011.10.1 (1 Seite)

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Krebserkrankungen

Vermehrte Einlagerungen von Strontium-90 aus dem Fallout der oberirdischen Atomwaffentests bei Krebstoten. Fallkontrollstudie anhand von Milchzähnen. 85.000 Milchzähne von Amerikanern, die in den Jahren der oberirdischen Atomwaffentests geboren wurden, erlauben durch Messungen der Rückstände von Strontium-90 (Sr-90) Aussagen zu den dadurch verursachten Gesundheitsschäden. Joseph Mangano und Janette Sherman vom Radiation and Public Health Project in New York analysierten mittels Flüssigkeits-Szintillationsspektrometrie 97 Milchzähne von zwischen 1959 und 1961 Geborenen, bei denen Krebs diagnostiziert worden war, sowie 194 Zähne einer entsprechenden Kontrollgruppe ohne Krebserkrankung. Der durchschnittliche Strontium-90-Gehalt in den Zähnen von Personen, die an Krebs verstarben, war signifikant mehr als zweifach höher als in der Kontrollgruppe (OR=2,22; p<0,04). Dieser Befund legt nahe, daß viele Tausende – wesentlich mehr als bisher angenommen – aufgrund ihrer Fallout-Exposition starben oder noch sterben werden, erklären die Autoren.

Stx576-577.2011.6.1 (1 Seite)

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Krebserkrankungen

Atommüll-Endlager: Vermehrt Krebserkrankungen rund um das Atommülllager Asse bei Wolfenbüttel. Im Umfeld des maroden Atommülllagers Asse bei Wolfenbüttel ist eine erhöhte Zahl von Leukämie-Fällen bei Männern festgestellt worden. Frauen erkranken dort weit öfter an Schilddrüsenkrebs als anderswo. Das teilte das niedersächsische Umweltministerium am Abend des 25. November 2010 in Hannover mit und bestätigte damit einen Bericht des regionalen NDR-Fernsehmagazins „Hallo Niedersachsen“.

Stx574-575.2010.1-2.2 (2 Seiten)

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Krebs-
erkrankungen

Kinderkrebs um Atomkraftwerke: Erwartungsgemäß keine Ergebnisse für finnische AKW. Aufgeschreckt durch die Ergebnisse der deutschen Kinderkrebsstudie (KiKK-Studie) hat auch die finnische Strahlenschutzbehörde die Umgebung ihrer beiden Atomkraftanlagen auf Krebs und Leukämie bei Kindern und Erwachsenen untersucht. Erwartungsgemäß hat diese Studie jedoch keine Ergebnisse erbracht. Es leben dort zu wenige Menschen.

Stx554-555.2010.5.1 (1 Seite)

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Krebserkrankungen

Mehr Krebs bei Radarpersonal des belgischen Militärs. Unter belgischen Militärangehörigen, die zwischen 1963 und 1994 mit Radargeräten gearbeitet hatten, wurden erhöhte Raten von verschiedenen Krebsarten festgestellt. Statistisch hochsignifikant erhöht waren lymphatische Blutkrebsarten im Vergleich zu Militärpersonal, das im gleichen Zeitraum keinen Kontakt mit Radargeräten hatte. (E. Degrave et al. 2009)

Stx534-535.2009.15(4),1-2

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Krebserkrankungen

Risiko durch Radon für Krebserkrankungen auch außerhalb der Lunge. Weitere Ergebnisse der deutschen Uranbergarbeiter-Kohortenstudie veröffentlicht. Mitarbeiter des Fachbereichs Strahlenschutz und Gesundheit des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) in Neuherberg bei München (Kreuzer, Walsh et al.) haben im November 2008 weitere Ergebnisse ihrer Uranbergarbeiter-Kohortenstudie veröffentlicht. Sie analysierten die Daten über die Krebssterblichkeit im Hinblick auf die Frage, ob das aus der Uranzerfallsreihe stammende radioaktive Edelgas Radon in der Umgebungsluft auch andere Krebserkrankungen als Lungenkrebs verursacht. Bericht und Kommentar von Thomas Dersee

Stx528-529.2009.3.1 (1 Seite)

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Krebserkrankungen

Medizinische Strahlenbelastung: Spätschäden durch Therapie mit Radium-224 bei Morbus Bechterew. Wissenschaftler vom Institut für Strahlenbiologie des Helmholtz-Zentrums München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt in Neuherberg, haben im Rahmen einer epidemiologischen Studie „ein ungünstiges Nutzen-Risiko-Verhältnis“ für die bei Morbus-Bechterew-Patienten eingesetzte Radium-224-Therapie festgestellt. Das berichteten sie im April 2008 in der Zeitschrift Rheumatology (R. R. Wick et al. 2008).

Stx516-517.2008.5.1 (1 Seite)

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Krebserkrankungen

Kinderkrebs in der Umgebung von Kernkraftwerken: „Eine entscheidende Public Health-Studie“ - Die kritische Überprüfung der Grundannahmen der geltenden Strahlenschutznormen und eine Neueinschätzung der Risikofaktoren bei Strahlenexposition sind notwendig. Die Nachricht von den Ergebnissen der Kinderkrebsstudie des Mainzer Kinderkrebsregisters (KiKK-Studie) fand bislang auch in den USA viel zu wenig Beachtung. Deshalb verfaßte Rudi H. Nussbaum, emeritierter Professor für Physik und Umweltwissenschaften an der Portland State University in Portland/Oregon (USA), einen Kommentar zu dieser Studie für seine angelsächsischen Kollegen und die Medien, wovon er Strahlentelex freundlicherweise eine Kopie schickte. Der Nachweis eines steilen Anstiegs des Erkrankungsrisikos für Leukämie und andere Krebsarten bei Kindern unter 5 Jahren, je näher sie bei einem der deutschen Atomkraftwerke leben, stimme nachdenklich und beunruhige. Angela Merkels konservative Regierung, so schreibt Nussbaum aus der Perspektive eines anderen Kontinents, hat Wissenschaftler des zentralen Kinderkrebsregisters beauftragt, eine endgültige Studie über eine Überzahl von Krebserkrankungen bei Kindern in der Umgebung von Atomreaktoren zu erstellen. Damit sollte offenbar das Konzept der rot-grünen Vorgängerregierung (unter deren Regie war die Studie ursprünglich in Auftrag gegeben worden) für einen Atomausstieg unterminiert und dem öffentlichen Widerstand gegen ein Wiedererstarken der deutschen Nuklearindustrie etwas entgegengesetzt werden.

Stx516-517.2008.1-2.2 (2 Seiten)

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Krebserkrankungen

Fünffach höheres Krebsrisiko beobachtet, als von der ICRP geschätzt. Krebserkrankungen und Säuglingssterblichkeit nehmen auch mit der Höhe der natürlichen Hintergrundstrahlung zu. Dabei beobachteten Dr. Alfred Körblein und Prof. Dr. Wolfgang Hoffmann in Bayern ein fünffach höheres Krebsrisiko, als von der Internationalen Strahlenschutzkommission (ICRP) geschätzt.

Stx486-487.2007.5.1 (1 Seite)

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Krebserkrankungen

Umweltradioaktivität: Krebshäufung in Wales. Krebs bei unter 50-jährigen Frauen gegenüber dem britischen Durchschnitt um mehr als das 15-fache erhöht. Eine im Juni 2006 veröffentlichte Untersuchung der britischen Umweltschutzorganisation Green Audit unter Federführung von Dr. Chris Busby zeigt eine ungewöhnliche Krebshäufung in der Nähe des Atomkraftwerks Trawsfynydd in Wales auf. Es ergaben sich Krebshäufigkeiten, die der ehemalige britische Umweltminister Michael Meacher „sensationell“ nennt. Insgesamt besteht demnach ein signifikant erhöhtes Risiko für praktisch alle Typen von Krebs gegenüber dem britischen nationalen Durchschnitt.

Stx468-469.2006.5-6.2 (2 Seiten)

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Krebserkrankungen

Erhöhtes Krebsrisiko nach Niedrigdosisstrahlung. Retrospektive Kohortenstudie an Nukleararbeitern in 15 Ländern. Durch eine geringe kumulative Strahlenexposition erhöht sich das Risiko an Krebs zu sterben für Beschäftigte der Nuklearindustrie um etwa zehn Prozent. Das berichtet ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Elisabeth Cardis von der International Agency for Research on Cancer in Lyon.

Stx448-449.2005.4,5.2 (2 Seiten)

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Krebserkrankungen

Tschernobyl-Folgen: Vermehrt Krebserkrankungen in Nordschweden nach der Katastrophe von Tschernobyl. Die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl hat nach Berechnungen von Martin Tondel von der Universität Linköping in Schweden und Kollegen, bis 1996 zu 849 zusätzlichen Krebserkrankungen in den Falloutgebieten Nordschwedens geführt. In der Ausgabe vom Dezember 2004 des Journal of Epidemiology and Community Health stellen sie eine Kohortenstudie vor, die alle bis 60 Jahre alten Bewohner Nordschwedens zum Zeitpunkt der Reaktorkatastrophe umfaßt und die Bodenbelastungen mit Cäsium-137 ins Verhältnis setzt zur Zahl der an Krebs Erkrankten. Demnach stiegen das Gesamt-Krebsrisiko und das für Lungenkrebs mit der Fallout-Belastung an. Bericht mit einem Kommentar von Sebastian Pflugbeil.

Stx430-431.2004.1,2.2 (2 Seiten)

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Krebserkrankungen

Medizinische Strahlenbelastung: Brustkrebs unter Röntgenassistentinnen. Eine auf das Dreifache erhöhte Sterblichkeit an Brustkrebs bei Frauen, die vor 1940 als Radiologisch-Technische Assistentinnen zu arbeiten begonnen hatten, stellten Wissenschaftler der amerikanischen Food and Drug Administration und des National Cancer Institut in Bethesda/USA (Aparna K. Mohan, Michael Hauptmann, Martha S. Linet, Elaine Ron, Jay H. Lubin, D. Michael Freedman, Bruce H. Alexander, John D. Boice Jr., Michele Morin Doody, Genevieve M. Matanoski) für das Jahr 1997 unter 69.525 Frauen fest, die zwischen 1926 und 1982 ihre Assistentinnen-Ausbildung abgeschlossen hatten – verglichen mit denen, die 1960 und später mit ihrer Tätigkeit begonnen hatten.

Stx422-423.2004.3.1 (1 Seite)

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Krebserkrankungen

Medizinische Strahlenbelastung: Brustkrebssterblichkeit nach diagnostischem Röntgen. Ergebnisse der U.S. Skoliose-Kohortenstudie. Eine Pilotstudie mit 1.030 Frauen mit einer Wachstumsdeformität der Wirbelsäule (Skoliose) und Strahlenbelastungen infolge entsprechender diagnostischer Röntgenaufnahmen zeigte ein etwa zweifach statistisch signifikant erhöhtes Risiko an Brustkrebs zu erkranken. Das berichteten Wissenschaftler des National Cancer Institute in Bethesda/USA bereits im August 2000 in der internationalen Orthopädie-Zeitschrift Spine (Michele Morin Doody, John E. Lonstein, Marylin Stovall, David G. Hacker, Nickolas Luckyanov, Charles E. Land).

Stx422-423.2004.2,3.2 (2 Seiten)

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Krebserkrankungen

Höhenstrahlung: Fünffach erhöhtes Brustkrebsrisiko für Stewardessen. Stewardessen, die mindestens fünf Jahre lang ihren Beruf ausgeübt haben, weisen einer isländischen Studie zufolge ein fünffach erhöhtes Risiko auf, an Brustkrebs zu erkranken. Dr. V. Rafnsson und Kollegen vom Department of Preventive Medicine in Reykjavik hatten unter 1.532 Stewardessen 35 Frauen ausgewählt, die an Brustkrebs erkrankt waren. Außerdem wählten sie 140 gesunde Stewardessen als Kontrollpersonen aus, deren Lebensalter und reproduktive Daten laut Krankenakten denen der Patientinnen entsprachen. Es zeigte sich, daß ein fünffach erhöhtes Brustkrebsrisiko bestand, wenn die Frauen mindestens fünf Jahre lang als Stewardessen gearbeitet hatten, im Vergleich zu solchen mit einer Arbeitsdauer von weniger als fünf Jahren.

Stx406-407.2003.7.1 (1 Seite)

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Krebserkrankungen

Zunahme von Krebs und Säuglingssterblichkeit mit der natürlichen Hintergrundstrahlung in Bayern. In der Diskussion um die Wirkung niedriger Strahlendosen (Niedrigdosisstrahlung) von Atomanlagen auf die menschliche Gesundheit wird immer wieder mit der natürlichen Strahlung argumentiert: Wenn Niedrigdosisstrahlung vermehrt Krebs hervorriefe oder die Säuglingssterblichkeit erhöhe, dann müßte sich in Gegenden erhöhter natürlicher Strahlung ebenfalls ein Effekt zeigen. Aus dieser Formulierung könnte man schließen, daß dies nicht der Fall sei. Die vorliegende Studie von Dr. Alfred Körblein, Umweltinstitut München, findet aber einen Anstieg der Krebsmortalität und der Säuglingssterblichkeit mit der natürlichen Hintergrundstrahlung in Bayern.

Stx404-405.2003.1-4.4 (4 Seiten)

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Krebserkrankungen

Atommüll und Umweltradioaktivität: Krebserkrankungen und Chromosomenschäden unter Bewohnern radioaktiv belasteter Gebäude auf Taiwan. Mit radioaktiven Zusätzen hergestellter Baustahl wurde in mehr als 2.000 Wohnungen und Schulen verbaut. Eine fünfjährige Studie über die Krebshäufigkeit unter Bewohnern von radioaktiv verseuchten Gebäuden auf Taiwan wurde Agenturmeldungen vom April 2001 zufolge jetzt fertiggestellt. Sie zeigt, daß die Möglichkeit von Chromosomenschäden proportional zur Langzeitbelastung mit Niedrigdosisstrahlung zunimmt. Von November 1995 bis Juni 2000 hatte ein Forscherteam der National Yang Ming University auf Taiwan mehr als 4.100 Menschen untersucht und beobachtet, die in der Stadt Taipeh in Gebäuden gelebt hatten, die zwischen 1982 und 1983 mit radioaktiv belasteten Stahlträgern errichtet worden waren. Unter ihnen traten gehäuft verschiedene Krebsarten auf.

Stx346-347.2001.4,5.2 (2 Seiten)

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Krebserkrankungen

Leukämiesterblichkeit in der Nähe von japanischen Atomkraftwerken doch erhöht. Dr.med. Wolfgang Hoffmann vom Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin und seine Kollegen Prof. Dr.med. Horst Kuni von der Universität Marburg und Heiko Ziggel, Universität Portsmouth, veröffentlichten eine Neubewertung der Daten zur Leukämiesterblichkeit in Japan. Iwasaki und Kollegen hatten in ihrer Analyse der Daten keinen Anhaltspunkt für ein erhöhtes Sterblichkeitsrisiko in der Nähe von Atomkraftwerken ermitteln können. Hoffmann und Kollegen kommen in ihrer Re-Analyse dagegen zu dem Schluß, daß in der direkten Umgebung japanischer Atomkraftwerke sehr wohl ein erhöhtes Risiko besteht, an einer Leukämieerkrankung zu sterben.

Stx238.1996.2-4,9.4 (4Seiten)

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Krebserkrankungen

Hiroshima: "Signifikante Krebssterblichkeit bei 50 Millisievert". Analysen der Radiation Effects Research Foundation (RERF) von Daten der beobachteten japanischen Atombombenüberlebenden über fünf weitere Jahre würden die Richtigkeit des linearen Dosismodells zur Abschätzung des Krebsrisikos bei radioaktiver Belastung stützen und zeigten "ein statistisch gesichertes signifikantes Krebssterblichkeitsrisiko bei Dosen bis 50 Millisievert hinunter".

Stx238.1996.12.1 (Kurzmeldung, 1 Seite)

Krebs-
erkrankungen

ZfK Dresden-Rossendorf. Rechenfehler in Dresdner Leukämistudie. Vorsorgeuntersuchungen für die Bürger Dresdens auf Schilddrüsenkrebs gefordert. Im Umkreis des ehemaligen DDR-Zentralinstituts für Kernforschung (ZfK) Rossendorf bei Dresden gibt es deutliche Hinweise auf ein erhöhtes Krebsrisiko für Erwachsene. Das erklärte am 14. September 1998 der Epidemiologe und Leiter des Bremer Instituts für Präventionsforschung und Sozialmedizin (BIPS), Prof. Dr. Eberhard Greiser, auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für medizinische Informatik, Biostatistik und Epidemiologie in Bremen. Bei Erwachsenen ist das Risiko um so höher, je näher sie an der Atomanlage wohnen, erklärte er. Greiser hat eine 1987 vom sächsischen Sozialministerium veröffentlichte Studie überprüft und kommt zu anderen Ergebnissen als diese.

Stx284-285.1998.1,2.2 (2 Seiten)

Krebserkrankungen

Dresden-Rossendorf: Erhöhtes Krebs- und Leukämierisiko in der Umgebung des Zentralinstituts für Kernforschung (ZfK) Rossendorf. Im Februar 1997 veröffentlichten die sächsischen Landesminister für Umwelt und Gesundheit Arnold Vaatz und Hans Geisler eine Studie, in der erstmals für ein ganzes Bundesland untersucht worden ist, in welchen Gegenden gehäuft Blut-, Lymph- und Schilddrüsenkrebs auftritt. Anlaß zur Vergabe der Studie an das PreCura Institut für Präventive Medizin e.V. war die zunehmende Beunruhigung der Bevölkerung in der Umgebung des ehemaligen Zentralinstituts für Kernforschung (ZfK) Rossendorf bei Dresden. Zwei Mitarbeiter des gemeinsamen Krebsregisters der Länder hatten ein erhöhtes Leukämierisiko bei Kindern in der Umgebung des DDR-Kernforschungszentrums festgestellt. In der Gemeinde Lohmen zum Beispiel sei das Leukämierisiko 16 mal höher als im Landesdurchschnitt. Als Ursache für die Erhöhung der Krebserkrankungsrate wurden von der Bevölkerung radioaktive Emissionen des Zentralinstituts für Kernforschung angesehen. Ziel der Studie sollte es daher sein, ergänzend zur Auswertung der aufgetretenen Erkrankungsfälle eine sogenannte "Sachsen-Karte der radioaktiven Strahlung" zu erstellen und zu vergleichen, ob Orte mit deutlicher Krebshäufung auch Orte mit erhöhter Radioaktivität seien. Bericht von Bettina Dannheim mit Kommentar von Wolfgang Hoffmann, Bremen.

Stx248-249.1997.1-4,9.5 (5 Seiten)

Krebserkrankungen

La Hague: Erhöhtes Blutkrebsrisiko bei Wiederaufarbeitung bestätigt.

Stx252-253.1997.12.1 (1 Seite)

Krebserkrankungen

Leukämiestudie zum Kernforschungszentrum Dresden-Rossendorf im Zwielicht. Der Streit um die vom Sächsischen Sozial- und Umweltministerium an den früheren Mitarbeiter der Atomaufsichtsbehörde (SAAS) der DDR Dr. Jürgen Conrady vergebene Studie, mit der die Leukämiehäufigkeit um das Kernforschungszentrum Dresden-Rossendorf untersucht werden soll, eskaliert. Wegen der undurchsichtigen Vorgänge bei der Vergabe will der Umweltverband Grüne Liga Dresden die Studie kritisch begleiten, deren Ergebnisse zum Ende des Jahres 1996 vorgelegt werden sollen.

Stx234-235.1996.4.1 (1 Seite)

Krebserkrankungen

Leukämie um Atomanlagen in Frankreich. In Frankreich sei in der direkten Umgebung kerntechnischer Anlagen das Risiko an Leukämie zu erkranken und an der Krankheit zu sterben, nicht höher als im landesweiten Durchschnitt, behaupten J.-M. Hattchouel, A. Laplanche und C. Hill in einer 1995 veröffentlichten Studie. Damit stellen sie sich in Gegensatz zu den Untersuchungen ihres französischen Kollegen Jean-François Viel in der Umgebung von La Hague. Allerdings geben Hattchouel und Kollegen selbst zu, daß ihre Untersuchung auf den falschen Daten beruht. Wegen eines fehlenden Krebsregisters in Frankreich und weil eigene Recherchen anhand von Krankenakten und Befragungen der Ärzte und medizinischen Einrichtungen unterlassen wurden, zählten sie nicht die Leukämieerkrankungen, sondern lediglich die Todesfälle. Für Todesfälle lassen sich jedoch nur selten statistisch signifikante Aussagen ableiten, weil durch Therapiemaßnahmen eine Lebensverlängerung erreicht wird. Weil Studien mit derartigem Design, das von vornherein keine Ergebnisse erwarten läßt, aber trotzdem durchgeführt und veröffentlicht werden und mit ihnen regelmäßig argumentiert wird, ist die Arbeit von Hattchouel und Kollegen im Strahlentelex dargestellt.

Stx218-219.1996.9.1 (1 Seite)

Krebserkrankungen

Leukämie: Angst vor Fremden. Die Abwässer aus den Wiederaufbereitungsanlagen Sellafield in England und Dounreay in Schottland sowie dem französischen La Hague haben insbesondere die Irische See zu einer radioaktiven Kloake gemacht. Die Leukämieraten liegen in den Gebieten um diese Anlagen mehrfach über dem Landesdurchschnitt. Das liege nicht an der Radioaktivität, sondern an der starken Zuwanderung vo0n Arbeitern und ihren Familien in diese ländlichen Gebiete, hatten der Engländer Greaves und interessierte Kreise spekuliert. Dadurch würden Infektionen begünstigt, was der Entstehung von Leukämien möglicherweise Vorschub leiste. Leo J. Kinlen und Mitarbeiter vom Department of Public Health der Universität Oxford, versuchten 1993 diese Hypothese zu stützen. Ihre Studie erinnert an eine Argumentation, nach der eine Zunahme der Geburtenzahlen mit einem häufigeren Vorkommen von Störchen einhergeht.

Stx150-151.1993.7.1 (1 Seite)

Krebserkrankungen

Großbritannien: Mehr Leukämien durch Niedrigstrahlung als angenommen. Das Risiko für Beschäftigte in Atomanlagen, an Leukämie zu sterben, ist wesentlich größer als bisher angenommen. Das hat eine Studie des britischen Amtes für Strahlenschutz ergeben, die im British Medical Journal vom 24. Januar 1992 veröffentlicht wurde.

Stx128-129.1992.8.1 (1 Seite)

Krebserkrankungen

US-Studie: Häufigere Krebserkrankungen durch Niedrigdosisstrahlung. Von den Beschäftigten der US-Atomfabrik "Oak Ridge National Laboratory" in Tennessee, die über Jahre geringen Dosen radioaktiver Strahlung ausgesetzt waren, ist ein deutlich höherer Anteil an Krebs gestorben als bei der übrigen Bevölkerung. Dies hat nach einer Meldung aus Washington eine am 20. März 1991 im "Journal of the American Medical Association" veröffentlichte Studie ergeben. Die von Steve Wing von der Universität von North Carolina durchgeführte und vom US-Energieministerium finanzierte Untersuchung stelle erstmals eine Verbindung zwischen radioaktiver Belastung weit unter den gesetzlich zugelassenen Werten (und unterhalb der Strahlenbelastung in Atomkraftwerken) und erhöhtem Leukämie-Risiko her, heißt es.

Stx102-103.1991.5.1 (1 Seite)

Krebserkrankungen

Sowjetunion: Zunehmende Zahl von Krebskranken nach Atomtests und Tschernobyl. Die gesundheitlichen Folgen der sowjetischen Atombombenversuche in Semipalatinsk in der Sowjetrepublik Kasachstan, gerieten 1990 in den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit. Während eines internationalen Kongresses vom 27. bis 29. Mai 1990 in der Hauptstadt der Republik, Alma Ata, wurde über eine zunehmende Zahl von Leukämie-, Anämie- und neurologischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen berichtet.

St84-85.1990.5.1 (1 Seite)

Krebserkrankungen

Großbritannien: U-Boot-Besatzungen sind stärker krebsgefährdet. Das britische Verteidigungsministerium untersuchte 1989, ob die Krebsrate bei den Besatzungen britischer Atom-U-Boote höher ist als unter der Normalbevölkerung. Studien in den USA hatten ergeben, daß die Krebs-Todesrate bei U-Boot-Besatzungen um 25 Prozent höher ist als bei anderen Amerikanern.

Stx62-63.1989.10.1 (Kurzmeldung, 1 Seite)

Krebserkrankungen

Israelische Studie: Vermehrt Brustkrebs nach Bestrahlung des Kopfes. Geringe Mengen ionisierender Strahlen erhöhen das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Zu dieser Bewertung kamen israelische Ärzte aufgrund einer Untersuchung an nahezu 11.000 Personen, die in ihrer Kindheit aus medizinischen Gründen am Kopf bestrahlt worden waren.

Stx60-61.1989.3.1 + Stx49.1989.5.1 (2 Seiten)

Krebserkrankungen

US-Großstudie: Erhöhtes Leukämie-Risiko bei Rauchern. Raucher haben in Abhängigkeit von der Höhe des täglichen Zigarettenkonsums ein bis um das Doppelte erhöhtes relatives Risiko, an Leukämie zu sterben. Dies zeigt eine epidemiologische Studie mit 248.000 US-amerikanischen Männern, über die Dr. L. J. Kinlen, Edinburgh, und Dr. E. Rogot, Bethesda, 1988 berichteten.

Stx50.1989.6.1 (1 Seite)

Krebserkrankungen

Strahlenschäden: Vermehrt Leukämieerkrankungen in der Umgebung des Atomkraftwerkes Würgassen. Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt treten in einem Radius von 20 Kilometern um das Atomkraftwerk Würgassen bei Kindern und Jugendlichen statistisch überzufällig (signifikant) vermehrt Leukämieerkrankungen auf. Das ist das Ergebnis einer Studie des Kasseler Kinderarztes Matthias Demuth für die Jahre 1980 bis 1987, die dieser im Februar 1988 vorstellte.

Stx28.1988.6.1 (1 Seite)

Krebserkrankungen

Hiroshima: Krebsrisiko höher. Das Risiko einer Brustkrebserkrankung für Frauen, die 1945 in Hiroshima und Nagasaki nach dem Abwurf der US-Atombombe radioaktiver Strahlung ausgesetzt waren, ist 20 bis 30 Prozent höher als zuvor angenommen. Zu diesem Schluß gelangten japanische Wissenschaftler der "Nationalen Stiftung über die Erforschung von Strahlenauswirkungen", wie sie am 19. März 1987 in Hiroshima mitteilten.

Stx6.1987.6.1 (Kurzmeldung, 1 Seite)

Kosmische Strahlung / Flugpersonal

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Flugpersonal

Kosmische Strahlung erhöht das Risiko für Grauen Star bei Flugpiloten. Fliegen setzt Fluggäste und Flugpersonal ionisierender Strahlung kosmischen Ursprungs und Sekundärstrahlung aus der Kollision galaktischer Partikel mit Luftpartikeln und dem Material des Flugkörpers aus. Strahleninduzierte Linsentrübungen (Grauer Star, Katarakt) sind zudem allgemein bekannt. Zur Ermittlung des Erkrankungsrisikos von Flugpersonal untersuchten Vilhjalmur Rafnsson von der Abteilung für Präventivmedizin der Universität von Island in Reykjavik und Kollegen im Rahmen einer Fall-Kontrollstudie 445 Personen mit und ohne Linsenschädigungen. Die Ergebnisse ihrer Untersuchung veröffentlichten sie in der Fachzeitschrift Archives of Ophthalmology. Das Risiko an einem strahleninduzierten Katarakt zu erkranken, war demzufolge für Piloten 3-fach höher als für Nicht-Piloten.

Stx448-449.2005.5.1 (1 Seite)

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Krebsregister

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Krebsregister

Nicht wirklich Neues aus der Anstalt. Kommentar zu einer neueren Arbeit zu Leukämieclustern in Deutschland. Wir erinnern uns an das reflexartig auftauchende Scheinargument, das vorgetragen wird, sobald sich irgendwo eine Häufung von Leukämie- oder Krebsfällen bei Kindern findet und zu der begründete Vermutungen bezüglich der wahrscheinlichen Ursache diskutiert werden. Es wird dann dagegengehalten, daß es ja viele solche Häufungen oder Cluster gebe, der diskutierte Verdacht also völlig unbegründet sei. Jetzt taucht das Thema in einer Studie von Schmiedel, Blettner, Kaatsch und Schüz wieder auf. Drei der vier Autoren stammen aus dem Mainzer Universitätsinstitut für Medizinische Biostatistik, Epidemiologie und Informatik, dem das Deutsche Kinderkrebsregister angegliedert ist. Die Studie möchte der Frage nachgehen, ob Leukämie bei Kindern zeitweilig oder räumlich und zeitlich in Clustern auftritt. Es ist nicht wirklich klar, was die Autoren mit ihrer Studie zeigen wollten. Ein Kommentar von Dr. Sebastian Pflugbeil.

Stx572-573.2010.6-7.2 (2 Seiten)

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Krebsregister

Statistik: Unterschiede bei der Krebssterblichkeit in Ost- und Westdeutschland. Eine auffällige regionale Ungleichheit ist seit der Vereinigung Deutschlands zu Tage getreten: Die Lebenserwartung der Menschen in den neuen Ländern ist mehr als zwei Jahre geringer als in den alten Bundesländern, ein Unterschied, der sich zunehmend in den letzten 20 Jahren eingestellt hat. Dabei weist die frühere DDR bei einer höheren Gesamtsterblichkeit bezogen auf die Bevölkerungszahl deutlich weniger Krebstodesfälle auf. Nur die Lungenkrebssterberaten, vor allem bei älteren Männern, sowie die Sterberaten an Krebserkrankungen der Harnorgane von Männern und Frauen, Hodenkrebs und Gebärmutterhalskrebs sind im Osten größer als im Westen. Das zeigt eine Studie des Instituts für Sozialmedizin und Epidemiologie des Bundesgesundheitsamtes, die die Krebssterblichkeit in den alten Bundesländern der Bundesrepublik Deutschland und der ehemaligen DDR für die Jahre 1970 bis 1987 vergleichend analysiert. Im Mittelpunkt der von Joachim Bertz, Dieter Schön, Waltraut Casper und Roland Stabenow durchgeführten Untersuchung stand die Prüfung von Einflüssen wie unterschiedliche Vorgehensweisen bei der Feststellung der Todesursache, Unterschiede in der Krebs-Klassifizierung und unterschiedlichen Sektionsraten auf die Statistik. Dabei werteten die Autoren die Daten des früheren Nationalen Krebsregisters der DDR aus.

Stx146-147.1993.1,2.2 (2 Seiten)

Krebsregister

Bonn: Das Krebsregister der DDR wird fortgeführt. Die Daten des "Nationalen Krebsregisters" der ehemaligen DDR sollen gesichert und bis Ende 1994 fortgeführt werden. Dieses Ziel verfolgt die Bundesregierung mit ihrem Entwurf für ein "Krebsregistersicherungsgesetz" (Bundestagsdrucksache 12/3198), der am 8. September 1992 veröffentlicht wurde und dem der Bundestag am 12. November 1992 mit einigen Änderungen zustimmte.

Stx142-143.1992.5.1 (1 Seite)

Krebsregister

Bonn: Krebsregister der Ex-DDR ist ungesichert. Seit Inkrafttreten des Einigungsvertrages gebe es keine rechtliche Grundlage mehr, die im Register gespeicherten Daten vor Löschung und unbefugtem Zugriff zu sichern sowie sie einer Auswertung zugänglich zu machen. Das erklärte die Bundesregierung in ihrer am 26. Mai 1992 veröffentlichten Antwort (12/2643) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion PDS/LL im Bundestag.

Stx132-133.1992.12.1 (1 Seite)

Krebsregister

DDR-Krebsregister gesperrt. Das DDR-Krebsregister ist der Forschung nicht mehr zugänglich. Es wird in einer Außenstelle des (ehemaligen) Bundesgesundheitsamtes in Berlin aufbewahrt und wurde 1991/1992 in die Zuständigkeit der einzelnen ostdeutschen Bundesländer gegeben. Das berichtete Prof. Erich Wichmann, Vorsitzender der niedersächsischen Expertenkommission für die Leukämiefälle in der Elbmarsch, Ende März 1992 in Hannover der Presse.

Stx128-129.1992.8.1 (1 Seite)

Lungenkrebs

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Lungenkrebs

Risiko durch Radon für Krebserkrankungen auch außerhalb der Lunge. Weitere Ergebnisse der deutschen Uranbergarbeiter-Kohortenstudie veröffentlicht. Mitarbeiter des Fachbereichs Strahlenschutz und Gesundheit des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) in Neuherberg bei München (Kreuzer, Walsh et al.) haben im November 2008 weitere Ergebnisse ihrer Uranbergarbeiter-Kohortenstudie veröffentlicht. Sie analysierten die Daten über die Krebssterblichkeit im Hinblick auf die Frage, ob das aus der Uranzerfallsreihe stammende radioaktive Edelgas Radon in der Umgebungsluft auch andere Krebserkrankungen als Lungenkrebs verursacht. Bericht und Kommentar von Thomas Dersee

Stx528-529.2009.3.1 (1 Seite)

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Lungenkrebs

Lungenkrebsrisiko bei Uranbergarbeitern. Bergleute im Uranbergbau der DDR waren nicht nur Strahlen, sondern auch Stäuben ausgesetzt. Das wird vom Berufskrankheitenrecht bisher nicht hinreichend berücksichtigt. Im Auftrag der Bergbau-Berufsgenossenschaft und aufbauend auf der Wismut Fall-Kontrollstudie zum Lungenkrebsrisiko bei ehemaligen Beschäftigten der SDAG Wismut haben Irene Brüske-Hohlfeld, und KollegInnen eine genauere Belastungsquantifizierung der weiteren beruflichen Belastungsfaktoren kristalliner Quarz, Arsen und Asbest vorgenommen und eine Röntgen-Lungenaufnahme befundet. Die Autoren beschreiben ein signifikant erhöhtes Lungenkrebsrisiko nicht nur für die Strahlenbelastung, sondern speziell auch für eine Belastung durch quarzhaltigen Staub.

Stx490-491.2007.5-6.2 (2 Seiten)

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Lungenkrebs

11 Prozent mehr Lungenkrebs in Gegenden Bayerns mit erhöhter Radonbelastung. In der vorigen Ausgabe Nr. 422-423 vom 5. August 2004 hatte Strahlentelex über die Radonstudie des GSF-Forschungszentrums für Umwelt und Gesundheit in Neuherberg bei München berichtet. Demnächst soll sie in der Zeitschrift Health Physics veröffentlicht werden. Demnach ergab sich in der Fall-Kontrollstudie von Prof. Dr. Dr. H.-Erich Wichmann und Kollegen ein nicht signifikanter negativer Zusammenhang des excess relative risk (ERR) von der Radonexposition in Westdeutschland und ein grenzwertig signifikanter positiver Zusammenhang in Ostdeutschland. Zusammen ergab sich bei der gepoolten Analyse der Daten von Ost und West ein nicht signifikanter Anstieg des Lungenkrebsrisikos mit der Radonkonzentration in Wohnräumen. Die hier dokumentierte ökologische Studie von Dr. Alfred Körblein, Umweltinstitut München, liefert dagegen eine hochsignifikante 11-prozentige Erhöhung der Lungenkrebssterblichkeit in 20 Landkreisen Ostbayerns mit erhöhter Radonbelastung gegenüber der Rate im Rest Bayerns (p=0,0001). Ökologische Studien wie die vorliegende, mit ihren deutlich größeren Fallzahlen (hier 12.337), sieht Körblein als Ergänzung zu den Ergebnissen von Fall-Kontrollstudien, bei denen der Nachweis kleinerer Effekte oft an zu geringer Teststärke (Power) scheitert.

Stx424-425.2004.1-3.3 (3 Seiten)

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Lungenkrebs

Radongas in der Zimmerluft erhöht das Lungenkrebsrisiko. Dem Bundesamt für Strahlenschutz liegen neue Forschungsergebnisse aus zwei Radonstudien vor. Das radioaktive Edelgas Radon in der Atemluft ist neben Rauchen ein entscheidender Faktor für das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Darauf weist das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in einer Erklärung vom 29. Juni 2004 hin. Im Auftrag des BfS vom GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit in München durchgeführte Auswertungen von zwei epidemiologischen Studien zeigten diesen Zusammenhang eindeutig auf, schreibt das BfS. "Aus diesem Grund laufen auf Bundesseite zur Zeit die Vorarbeiten für eine gesetzliche Regelung, die bei Erreichung von bestimmten Werten eine Sanierung der Wohnräume vorsieht" wird BfS-Präsident Wolfram König aus Salzgitter zitiert.

Stx422-423.2004.1,2.2 (2 Seiten)

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Lungenkrebs

Lungenkrebs durch Radon bei Wismut-Beschäftigten. Beginn des zweiten Teils der Deutschen Uranbergarbeiter-Studie angekündigt. Der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), Wolfram König, gab am 17. Mai 2000 auf einer Pressekonferenz in der erzgebirgischen Bergarbeiterstadt Schlema den Beginn einer neuen Untersuchung zum Zusammenhang zwischen radioaktivem Radongas und Lungenkrebs bekannt. Er stellte das Konzept einer Studie vor, die das BfS ab Juni 2000 unter ehemaligen Beschäftigten der Sowjetisch-Deutschen Aktiengesellschaft (SDAG) Wismut durchführen will. Die "Fall-Kontrollstudie Lungenkrebs" bildet den zweite Teil der sogenannten Deutschen Uranbergarbeiter-Studie.

Stx322-323.2000.7.1 (1 Seite)

Lungenkrebs

Signifikant erhöhte Lungenkrebssterblichkeit in den Gebieten Bayerns mit erhöhter Radonbelastung. Eine neue Studie, die Dr. Alfred Körblein am Umweltinstitut München durchgeführt hat, ergibt, daß die Sterblichkeit an Lungenkrebs in den Gebieten Bayerns mit erhöhter Radonbelastung deutlich größer ist als in den übrigen Gebieten Bayerns. Mit einer kurzen Nachbemerkung im Folgeheft.

Stx298-299.1999.4,5.2 + Stx300-301.1999.3,4.2 (4 Seiten)

Lungenkrebs

Bundesgesundheitsamt: Lungenkrebs im Erzgebirge. Erste epidemiologische Untersuchungsergebnisse über das Lungenkrebsrisiko in ausgewählten Gebieten des Erzgebirges stellten Dr. Wolf Heiger Mehnert, D. Laußmann und Dr. Dietrich Arndt von Klinisch-diagnostischen Bereich des Bundesgesundheitsamtes am 20. Februar 1993 auf dem Umwelttechnologieforum UTECH in Berlin vor.

Stx150-151.1993.5.1 (1 Seite)

Lungenkrebs

Schneeberger Lungenkrebs: Radonausgasungen bereits 1913 in Verdacht. Bereits 1913 wurde der erste Verdacht ausgesprochen, daß Radongas für den Schneeberger Lungenkrebs im erzgebirgischen Grubenrevier verantwortlich ist. Durch in Sachsen durchgeführte epidemiologische Untersuchungen in den zwanziger und dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts ist dieser Verdacht dann weitgehend bestätigt worden. Darauf wies 1990 Prof. Dr. Werner Schüttmann, Berlin-Biesdorf/DDR, hin. Einer brutalen Vernachlässigung des Arbeits- und Strahlenschutzes durch die Sowjetisch-Deutsche Aktiengesellschaft (SDAG) Wismut in den 40er und 50er Jahren ihres Betriebes sind etwa 5000 bis 6000 Bergleute mit Lungenkrebs zu Opfer gefallen, erklärte Schüttmann dem Strahlentelex weiter. In früheren offiziellen Veröffentlichungen war dagegen von deutlich weniger Lungenkrebsfällen unter den Arbeitern des Uranbergbaubetriebes im Süden der DDR die Rede. Der Internist und Arbeitshygieniker Obermedizinalrat Prof. Dr.med. Werner Schüttmann, geboren 1914 in Dresden, war früher Leiter der Hauptabteilung Strahlenschutzmedizin des Staatlichen Amtes für Atomsicherheit und Strahlenschutz (SAAS) der DDR.

Stx84-85.1990.1,2.2 (2 Seiten)

Nervenschäden

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Nervenschäden

Vorgeburtliche Strahlenbelastung beeinträchtigt schulische Leistungen. Eine Studie von Ökonomen in Schweden (Almond Douglas, Lena Eglund, Mårten Palme, 2007) zeigt die Beeinträchtigung der geistigen Entwicklung von Kindern nach dem Tschernobyl-Fallout.

Stx496-497.2007.10-11.2 (2 Seiten)

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Nervenschäden

Berufliche Strahlenbelastung: Tod durch Demenz nach Strahlenbelastung. Eine ältere Untersuchung unter weiblichen Atomarbeitern in den USA hatte vermehrt Todesfälle durch Geistesstörungen gefunden, inklusive Demenz. Im Oktober 2003 veröffentlichten Wissenschaftler der School of Medicine and Biomedical Sciences der State University of New York/USA (R. F. Sibley, B. S. Moscato, G. S. Wilkinson, N. Natarajan) im American Journal of Industrial Medicine eine weitere Studie, die sich mit der Wirkung von ionisierender Strahlung am Arbeitsplatz und anderen Gefahren auf die Sterblichkeit an Demenz befaßt.

Stx422-423.2004.2.1 (1 Seite)

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Recht, Ethik, Statistik

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Recht, Ethik, Statistik

Gefahren ionisierender Strahlung. Wissenschaftler verweisen auf neue Datenlage. Am 8. Oktober 2014 informierte die Ärzteorganisation IPPNW (Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs / Ärzte in Sozialer Verantwortung) auf einer Fachtagung mit Politikern und Wissenschaftsjournalisten in Berlin über die gesundheitlichen Folgen ionisierender Strahlung. Der Epidemiologe Prof. Dr. med. Wolfgang Hoffmann und der Kinderarzt Dr. med. Alex Rosen erläuterten, dass groß angelegte epidemiologische Studien der letzten 15 Jahre das Verständnis von biologischen Effekten durch Radioaktivität, Röntgenstrahlen und anderen Formen ionisierender Strahlung grundlegend verändert haben. Ein Bericht von Alex Rosen.

Stx668-669.2014.4.1 (1 Seite)

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Recht, Ethik, Statistik

Kinderkrebs um Atomkraftwerke: Fehlender Beweis ist kein Beweis für das Gegenteil. Den englischen und französischen Regierungen scheinen zwei neue epidemiologische Studien [Laurier et al., 2008 und Bithell et al., 2008] zu einem Versuch nutzen zu wollen, die deutsche Kinderkrebsstudie [KiKK-Studie; Spix et al, 2008 und Kaatsch et al., 2008] zu diskreditieren und die Ansicht zu stützen, daß es bei ihren eigenen Kernkraftwerken keinen Anstieg von Kinderleukämien gebe. Darauf macht Dr. Ian Fairlie (London) in einer Mitteilung vom 21. November 2008 aufmerksam. Die Studien von Laurier (Frankreich) und Bithell (Großbritannien) kommen zu dem Schluß, daß es „keinen Hinweis“ oder „keinen Beweis“ für einen Leukämieanstieg bei französischen beziehungsweise englischen Kernreaktoren gebe.

Stx526-527.2008.2-3.2 (2 Seiten)

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Recht, Ethik, Statistik

Kinderkrebs um Atomkraftwerke: Probleme mit der wissenschaftlichen Begründung der SSK-Stellungnahme zur KiKK-Studie. Fachgespräch in Bonn auf Ende Februar 2009 verschoben. Die deutsche Strahlenschutzkommission (SSK) hat offenbar Probleme mit der wissenschaftlichen Begründung ihrer Stellungnahme zur Kinderkrebsstudie des Kinderkrebsregisters in Mainz (KiKK-Studie). „Aus Termingründen“ werde das ursprünglich für den 16. Dezember 2008 in Bonn geplante Fachgespräch, auf der sich die SSK laut Erklärung des Bundesumweltministeriums (BMU) einer Fachdiskussion stellen sollte, auf den 26. Februar 2009 verschoben. Das teilte die SSK auf ihrer Homepage mit. Auch erst „rechtzeitig vor diesem Termin“ wolle sie nun eine „vollständige wissenschaftliche Begründung“ veröffentlichen. Die SSK hatte, wie bereits in der vorigen Strahlentelex-Ausgabe berichtet, am 9. Oktober 2008 auf einem „nicht öffentlichen“ Pressegespräch, das „auf wenige Tageszeitungen und Hörfunkstationen beschränkt“ war, ihre Beratungsergebnisse zur KiKK-Studie vorgestellt. Die Strahlenexposition durch Kernkraftwerke könne die Ergebnisse der KiKK-Studie nicht erklären, für die Entstehung von Leukämien seien eine Vielzahl von Einflußfaktoren möglich und es wäre vernünftiger gewesen, die Studie nicht durchzuführen, waren Kernaussagen, die die SSK nun Schwierigkeiten hat, wissenschaftlich zu begründen.

Stx526-527.2008.1-2.2 (2 Seiten)

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Recht, Ethik, Statistik

Kinderkrebs um Atomkraftwerke: Ein Psychogramm der Strahlenschutzkommission. Stellungnahme der Strahlenschutzkommission (SSK) zur KiKK-Studie stößt auf Widerspruch. Zweifel an der Seriosität. Bundesregierung wird aufgefordert zu reagieren. „Kein strengerer Strahlenschutz – In der Umgebung deutscher Kernkraftwerke sind keine strengeren Vorschriften im Strahlenschutz notwendig, weil sich ein Zusammenhang mit Leukämie nicht nachweisen lässt. Das teilte am Donnerstag das Bundesumweltministerium in Berlin mit. Es berief sich auf eine Untersuchung der Strahlenschutzkommission. Diese war von Umweltminister Gabriel beauftragt worden, die Gründe herauszufinden, warum die Statistik in einem Fünf-Kilometer-Radius um Kernkraftwerke ein erhöhtes Leukämie-Risiko bei Kindern unter fünf Jahren ausweist. Die Kommission kam zu dem Ergebnis, dass es eine wissenschaftlich nachvollziehbare Ursache für diese Beobachtung nicht gibt, weil die Strahlenbelastung der Kraftwerke viel zu gering sei, um Leukämie auslösen zu können. (km.)“ So faßte die Frankfurter Allgemeine Zeitung in ihrer Ausgabe vom 10. Oktober 2008 das Ergebnis eines Pressegesprächs vom Vortag im Bundesumweltministerium (BMU) in Berlin zusammen. Gesprächspartner waren der Unterabteilungsleiter Strahlenschutz des BMU, Dr. Karl-Eugen Huthmacher, der Fachbereichsleiter Strahlenschutz und Gesundheit des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), Dr. Wolfgang Weiß, der Vorsitzende der Strahlenschutzkommission (SSK) der Bundesregierung, Prof. Dr. Rolf Michel, und der Leiter der SSK-Arbeitsgruppe zur Bewertung der KiKK-Studie und ehemalige SSK-Vorsitzende Prof. Dr. Wolfgang-Ulrich Müller. Mit der Begründung, der Zugang zu dem Gespräch sei „nicht öffentlich“, sondern „auf wenige Tageszeitungen und Hörfunkstationen beschränkt“, war Strahlentelex zuvor kurzfristig wieder ausgeladen worden. Der Einschätzung, man habe sich vor unbequemen Fragen gefürchtet, wurde von Seiten des BMU nicht widersprochen. Aus dem BfS verlautete, man habe das Gespräch „möglichst niedrig hängen“ wollen, falls von Seiten der SSK zu viel Unsinn erzählt werde.

Gegendarstellung: Im Artikel „Ein Psychogramm der Strahlenschutzkommission“ vom 06. November 2008 behaupten Sie im Zusammenhang mit einem Pressegespräch des BMU: „Aus dem BfS verlautete, man habe das Gespräch „möglichst niedrig hängen“ wollen, falls von Seiten der SSK zu viel Unsinn erzählt werde.“ Diese Aussage entbehrt jeder Grundlage. Ich weise sie mit aller Entschiedenheit zurück. Die Position des BfS zur Bewertung der SSK-Stellungnahme ist der vorläufigen fachlichen Bewertung des SSK-Berichts durch das BfS vom 9. Oktober zu entnehmen (http://www.bfs.de/de/kerntechnik/kinderkrebs/Stellungnahme_SSK). Dort wird ausgeführt, dass sich „das BfS in seiner ersten Bewertung der KiKK-Studie vom Dezember 2007 durch das jetzt vorgelegte Gutachten von Darby und Read bestätigt sieht. Auch die zentralen Aussagen der SSK-Bewertung bestätigen die Positionierung des BfS vom Dezember 2007. In den zentralen Aussagen ergeben sich auch keine Widersprüche zur Bewertung der „Epidemiologischen Qualitätsprüfung der KiKK-Studien“ durch die Professoren Jöckel, Greiser und Hoffmann vom 19.03.2008.“ Werner Nording, Pressesprecher, BfS

Anmerkung der Redaktion: Nach dem Presserecht besteht ein Anspruch auf Wiedergabe einer Gegendarstellung unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt. Strahlentelex betont, daß die vom BfS-Sprecher beanstandete Aussage im Strahlentelex vom November 2008 richtig zitiert worden ist.

Stx.524-525.2008.1-3.3 (3 Seiten)

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Recht, Ethik, Statistik

Kinderkrebs in der Umgebung von Kernkraftwerken: „Eine entscheidende Public Health-Studie“ - Die kritische Überprüfung der Grundannahmen der geltenden Strahlenschutznormen und eine Neueinschätzung der Risikofaktoren bei Strahlenexposition sind notwendig. Die Nachricht von den Ergebnissen der Kinderkrebsstudie des Mainzer Kinderkrebsregisters (KiKK-Studie) fand bislang auch in den USA viel zu wenig Beachtung. Deshalb verfaßte Rudi H. Nussbaum, emeritierter Professor für Physik und Umweltwissenschaften an der Portland State University in Portland/Oregon (USA), einen Kommentar zu dieser Studie für seine angelsächsischen Kollegen und die Medien, wovon er Strahlentelex freundlicherweise eine Kopie schickte. Der Nachweis eines steilen Anstiegs des Erkrankungsrisikos für Leukämie und andere Krebsarten bei Kindern unter 5 Jahren, je näher sie bei einem der deutschen Atomkraftwerke leben, stimme nachdenklich und beunruhige. Angela Merkels konservative Regierung, so schreibt Nussbaum aus der Perspektive eines anderen Kontinents, hat Wissenschaftler des zentralen Kinderkrebsregisters beauftragt, eine endgültige Studie über eine Überzahl von Krebserkrankungen bei Kindern in der Umgebung von Atomreaktoren zu erstellen. Damit sollte offenbar das Konzept der rot-grünen Vorgängerregierung (unter deren Regie war die Studie ursprünglich in Auftrag gegeben worden) für einen Atomausstieg unterminiert und dem öffentlichen Widerstand gegen ein Wiedererstarken der deutschen Nuklearindustrie etwas entgegengesetzt werden.

Stx516-517.2008.1-2.2 (2 Seiten)

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Recht, Ethik, Statistik

Anerkennung von Berufskrankheiten: Die Berufsgenossenschaften verwenden immer noch falsche Strahlenwerte für die Uranbergarbeiter der Wismut. Ergebnisse der epidemiologischen Forschung in Frage gestellt. Die Ermittlung und Zuordnung von Strahlenbelastungswerten für erkrankte Hauer in der früheren Sowjetisch-Deutschen Aktiengesellschaft (SDAG) Wismut durch die Berufsgenossenschaft ist weiterhin fehlerhaft. Das kritisiert der Strahlenschutzexperte der Gewerkschaften Dr. Gerd Georg Eigenwillig jetzt in einem Bericht im Dezember-Heft 2007 des Zentralblattes für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie und weist das beispielhaft für die Bergbauobjekte in Schneeberg, Oberschlema und Niederschlema-Alberoda im Erzgebirge nach. Auch die Ergebnisse der epidemiologischen Forschung werden damit in Frage gestellt.

Stx506-507.2008.3-4.2 (2 Seiten)

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Recht, Ethik, Statistik

Epidemiologie und Recht: Naturwissenschaftler und Epidemiologen haben kaum Einfluss auf das Strahlenschutzrecht. Eine Auseinandersetzung mit Naturwissenschaften findet im umweltrechtlichen Schrifttum kaum statt. Zwar finden vereinzelt die Disziplinen Biologie, Physik und Chemie Erwähnung, aber kaum das Fach Epidemiologie. Insbesondere für das Strahlenschutzrecht liegt hierin ein Defizit, denn die gesetzlichen Grenzwerte und Schutzkonzepte vor ionisierender und nichtionisierender Strahlung beruhen in erster Linie auf epidemiologischen Erkenntnissen. Das konstatiert der Kölner Rechtsanwalt Dr. Martin Riemer in einem Aufsatz über die Einflüsse epidemiologischer Forschung auf das Strahlenschutzrecht. Dem Beitrag liegt seine Dissertation aus dem Jahre 2005 zugrunde, die an der Universität Bielefeld von Frau Prof. Dr.rer.nat. Maria Blettner betreut worden war, inzwischen Leiterin des Instituts für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik der Universität Mainz mit dem Kinderkrebsregister am dortigen Universitätsklinikum. – Plus ein ergänzender Kommentar von Prof. Dr. Wolfgang-Ulrich Müller in der folgenden Ausgabe.

Stx504-505.2008.6-8.3 (3 Seiten) + Stx506-507.2008.6.1 (1 Seite)

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Recht, Ethik, Statistik

Wissenschaft: Epidemiologie und Strahlenschutzrecht. In diesem Sommer verteidigte Martin A. Riemer erfolgreich seine Dissertation mit dem Titel "Einflüsse epidemiologischer Forschung auf das Strahlenschutzrecht". Riemer ist Jurist, er hat sich um die Schnittstelle zwischen Recht und Epidemiologie Gedanken gemacht. Es gibt zu diesem Ansatz nicht viel Literatur – von daher ist schon der Versuch, sich interdisziplinär zu engagieren, verdienstvoll. Die Stärke der Arbeit liegt nicht in dem Überblickskapitel "Natur- und gesundheitswissenschaftliche Grundlagen des Strahlenschutzes". So läßt sein Umgang mit der Bewertung von Risiken die leitende Hand seiner Betreuerin Prof. Maria Blettner spüren.

Stx450-451.2005.7,8.2 (2 Seiten)

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Recht, Ethik, Statistik

Strahlenforschung: Kooperative Epidemiologie als alternative Forschungsweise. Ein Modell der Hanford Downwinders und der Ärzte in sozialer Verantwortung in Oregon zur Unterstützung der betroffenen Bürger. In den frühen 1990er Jahren bildeten betroffene Hanford Downwinders zusammen mit den Ärzten und Wissenschaftlern der Oregon Physicians for Social Responsibility (PSR, Ärzte in sozialer Ver-antwortung) die Northwest Radiation Health Alliance (NWRHA). Nach einigen vorbereitenden Treffen wurden die PSR-Vorstandsmitglieder, die Drs. Nussbaum, Grossman und Morton von den Downwinders beauftragt, die ernsten gesundheitlichen Schäden, die die Bewohner eines weiten Gebietes im Abwind der Plutonium-Fabrik Hanford in den Jahren nach den radioaktiven Emissionen bei ihren Familien, Freunden und Nachbarn festgestellt hatten, zu untersuchen und nach Möglichkeit daraus Schlußfolgerungen zu erarbeiten. Die eigenen Untersuchungen und Berichte der Downwinders an die einzelstaatlichen oder bundesstaatlichen Gesundheitsbehörden waren zuvor ignoriert oder abgewiesen und die Überbringer als "Radiophobe" und "Geisteskranke" verunglimpft worden.

Stx420-421.2004.2.1 (1 Seite)

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Recht, Ethik, Statistik

Elbmarsch-Leukämien: Darf Epidemiologie Ergebnisse liefern? Die Norddeutsche Leukämie- und Lymphomstudie ist kein Beitrag zur Ursachenforschung für die Leukämie bei den Kindern in der Elbmarsch. Am 15. April 2003 wurden der Öffentlichkeit in Geesthacht von Wissenschaftlern und Landespolitikern aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein die Ergebnisse einer Studie vorgestellt, die über mehrere Jahre mit Spannung erwartet wurden. Es handelte sich um die Norddeutsche Lymphom- und Leukämiestudie (NLL-Studie), durchgeführt vom Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin (BIPS). Anlaß für diese wohl umfangreichste und vermutlich auch teuerste deutsche Fall-Kontroll-Studie war die weltweit höchste Rate von Leukämieerkrankungen bei Kindern in der Elbmarsch in unmittelbarer Nähe zu dem Kernkraftwerk Krümmel und dem Kernforschungszentrum GKSS. So erwarteten die Bürger der Region, die im Geesthachter Rathaus erschienen waren, daß nun von großen Fortschritten bei der Aufklärung der Ursachen dieser tragischen Erkrankungen bei ihren Kindern berichtet werden würde. Sie wurden enttäuscht. Für Verwirrung sorgten in den Tagen davor verschiedene Presseerklärungen und Pressemeldungen, in denen über die Fertigstellung der Studie berichtet wurde. Aus dem Senat der Hansestadt Bremen verlautete: "BIPS: Entwarnung für das Kernkraftwerk Krümmel", im Hamburger Abendblatt: "Krümmel nicht Ursache für Leukämie", in der taz: "Forscher entlasten AKW Krümmel", in verschiedenen schleswig-holsteinischen Regionalzeitungen: "Leukämie: Freispruch für Krümmel", Hannoversche Allgemeine Zeitung: "Atomkraft nicht Ursache für Leukämie".

Stx392-393.2003.5,6.2 (2 Seiten)

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Recht, Ethik, Statistik

Wissenschaft und Wissenschaftsethik: Epidemiologie im Gerichtssaal. Den Klageweg gegen Betreiber einer Atomanlage zu beschreiten und dabei epidemiologische Studien heranzuziehen, war bisher wenig erfolgreich. Ziggel und Schmidt hatten im Strahlentelex vom 2. Juni 1994 (178-179/1994) den englischen Sellafield-Prozeß von Elizabeth Reay und Vivien Hope gegen British Nuclear Fuels plc beschrieben. Eine Studie von Martin Gardner hatte einen direkten Zusammenhang zwischen der beruflichen Strahlenbelastung der Väter und den Erkrankungen ihrer Kinder hergestellt. Der Epidemiologe Professor Dr.med. Rainer Frentzel-Beyme greift nun die Frage auf, welche Rolle epidemiologische Studien bei der Beweisführung im Streit um die Ursache einer Erkrankung spielen können. Frentzel-Beyme ist Leiter der Abteilung Epidemiologie der Umwelt und des Arbeitslebens am Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin (BIPS). Seine Meinung: Epidemiologie sei zwar auch für die Untersuchung von Wahrscheinlichkeiten in Einzelfällen nutzbar, ihre Zielrichtung sei dies aber nicht. Entschädigungsaspekte würden dem Auftrag an die Epidemiologie zum vorbeugenden Gesundheitsschutz zunehmend schaden und hätten bereits zu Datenschutzverschärfungen geführt.

Stx184-185.1994.2-5.4 (4 Seiten)

Recht, Ethik, Statistik

Sellafield: Recht oder Unrecht ist keine Frage an die Wissenschaft. Elizabeth Reay und Vivien Hope gegen British Neclear Fuels plc. Am 8. Oktober 1993 endete der Prozeß von Vivien Jane Hope und Elizabeth Reay gegen die British Nuclear Fuels plc (BNFL). Der Prozeß erregte sowohl in der Öffentlichkeit als auch in Wissenschaftskreisen großes Aufsehen. Gegenstand der Klage war der Verdacht, daß die in den Familien aufgetretenen bösartigen Tumorerkrankungen auf den Betrieb der Atomanlage Sellafield zurückzuführen sind. Wie auch im deutschen Recht, muß in Großbritannien als Beweis der Schuld der kausale Zusammenhang einer Erkrankung durch den Betrieb einer Atomanlage erbracht werden. Den Ausgangspunkt des Prozesses bildete eine epidemiologische Studie von Martin Gardner, die einen direkten Zusammenhang zwischen der beruflichen Strahlenbelastung der Väter und den Erkrankungen ihrer Kinder herstellt. Heiko Ziggel und Michael Schmidt stellen den Gegenstand und die Begründung der Klage von Vivien Jane Hope und Elizabeth Reay dar. Der Bericht der Autoren ist ein erster Beitrag zur Diskussion darüber, welche Rolle epidemiologische Studien bei der Beweisführung zu einer Erkrankung einnehmen können und inwieweit derartige Studien herangezogen werden sollten, um den Klageweg gegen Betreiber einer Atomanlage zu beschreiten.

Stx178-179.1994.1-6.6 + Stx184-185.1994.5.1 (7 Seiten)

Recht, Ethik, Statistik

Den Spieß umgedreht. Ein tausendfach gehörtes Standardargument der herrschenden Epidemiologie lautet: Wer Gesundheitsschäden durch radioaktive Niedrigdosisstrahlung behauptet, sei unseriös, verfälsche Daten oder gehe jedenfalls fahrlässig mit Daten um und stelle seine Voreingenommenheit über sorgfältiges wissenschaftliches Arbeiten. Wer aber wirklich unvoreingenommen die Fachliteratur sichtet, dem stellt sich die Lage genau umgekehrt dar. Der Physiker Dr. Jens Scheer, Professor am Fachbereich Physik der Universität Bremen, gibt einen zusammenfassenden Überblick über die Tricks, Strahlungseffekte statistisch zu verbergen.

Stx168-169.1994.3,4,9.3 (3 Seiten)

Säuglingssterblichkeit / Geschlechterverhältnis

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Säuglingssterblichkeit

Totgeburten, Perinatalsterblichkeit und Säuglingssterblichkeit in Japan

Aktualisierung der Trendanalysen von 2001 bis 2015

Von Hagen SCHERB, MORI Kuniyoshi, FUKUMOTO Masao, HAYASHI Keiji, Kristina VOIGT, Ralf KUSMIERZ

In den von den Natur- und Reaktorkatastrophen in Japan im März 2011 heimgesuchten japanischen Präfekturen steigen 9 Monate bzw. 10 Monate nach der Freisetzung von Radioaktivität die Frühsterblichkeit bzw. die Perinatalsterblichkeit je nach Belastungsgrad der Präfekturen sprunghaft um circa 5 bis 20 Prozent gegenüber den in ganz Japan zugrundeliegenden Abwärtstrends der einschlägigen Frühsterblichkeitsziffern hochsignifikant an. In den unbelasteten Präfekturen gibt es diese Effekte nicht. Die hier aktualisierten und dargestellten Befunde sind auch als robust an-zusehen, weil sie im wesentlichen unabhängig sind von der speziellen Gruppierung der Präfekturen, von der Wahl der frühkindlichen Mortalitätindikatoren aber auch von der Frage, ob die Effekte 9 Monate oder erst 10 Monate nach Fukushima am stärksten ausgeprägt auftreten. Damit steht nun fest, dass in Japan nach Fukushima ganz ähnliche Effekte beobachtet werden können wie in Europa nach Tschernobyl. Dies sollte Anlass sein, in Japan die weitere Entwicklung der strahleninduzierbaren genetischen Effekte beim Menschen , also konkret die verschiedenen Indikatoren der Früh- und Perinatalsterblichkeit, sowie die angeborenen Fehlbildungen und das Geschlechtsverhältnis bei der Geburt weiterhin genau zu registrieren und zu untersuchen.

Die Annahme von ‚Schwellendosen‘ für strahleninduzierbare mutagene Effekte, also die Auffassung der nationalen und internationalen Strahlenschutzkommissionen, dass genetische Schäden wie Totgeburtlichkeit und Fehlbildungen erst nach Belastungen mit einigen cSv auftreten und nicht wie Krebs bereits durch geringste Dosen ausgelöst werden können, ist mit den Befunden nach Tschernobyl, und jetzt auch mit den hier dargestellten und aktualisierten Befunden nach Fukushima, eindeutig widerlegt. Die gravierende Fehleinschätzung der nationalen und internationalen radiologischen Institutionen kann damit erklärt werden, dass Totgeburten und angeborene Fehlbildungen im Gegensatz zu den Krebserkrankungen zu den sogenannten deterministischen Strahlenschäden und nicht zu den stochastischen strahleninduzierbaren Effekten gerechnet werden. Mit anderen Worten, die nationalen und internationalen Strahlenschutzinstitutionen ignorieren strahleninduzierte schädliche Einwirkungen auf die Ei- und Samenzellen des Menschen sowie die strahlenbedingten Beeinträchtigungen der perikonzeptionellen biologisch-genetischen Abläufe, wie z.B. die Spermatogenese oder die Embryogenese. Unter diesem Blickwinkel sind alle derzeit gültigen Strahlenschutzkriterien grundlegend falsch und müssen reformiert werden. Dies hat hohe Priorität für die genetische Gesundheit der Bevölkerung und den Schutz der natürlichen Lebensbedingungen auf der Erde, insbesondere im Hinblick auf die Freisetzung von Radioaktivität beim Rückbau von Nuklearanlagen und bei der ‚Endlagerung‘ radioaktiver und insbesondere hochradioaktiver Abfälle mit langen Halbwertszeiten.

Stx722-723.2017.1-7.7 (7 Seiten)

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Die japanische Übersetzung dieser Arbeit kann hier abgerufen werden.

Geschlechterverhältnis

Fehlende Mädchen auch um französische Atomkraftwerke. Die möglichen nachteiligen genetischen Einflüsse auf die Menschen in der Umgebung kerntechnischer Anlagen hatten Hagen Scherb vom Helmholtz Zentrum München und Kollegen zuvor bereits mehrfach untersucht und Hinweise auf eine Zunahme des menschlichen sekundären Geschlechterverhältnisses (Sex Odds) innerhalb einer Entfernung von bis zu 35 Kilometern um kerntechnische Anlagen in Deutschland und der Schweiz gefunden. Jetzt erweiterten sie ihre Untersuchungen mit neuen umfassenden Daten aus Frankreich.

Stx700-701.2016.6.1 (1 Seite)

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Säuglingssterblichkeit und Geschlechterverhältnis

Atommüll: „Risikobasierte, nicht dosisbasierte Sicherheitskriterien müssen für die Atommülllagerung entwickelt und angewendet werden“. Ein Offener Brief an die Endlagerkommission des Deutschen Bundestages von Dr. Hagen Scherb vom Helmholtz Zentrum München. Dokumentation.

Stx696-697.2016.3-5.3 (3 Seiten)

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Geschlechterverhältnis

Hurrikan veränderte das Geschlechterverhältnis der Neugeborenen. Das Verhältnis männlicher zu weiblicher Neugeborener in den vom Hurrikan Katarina Ende August 2005 getroffenen Gebieten der USA untersuchten Victor Grech vom Mater Dei Hospital in Msida auf Malta und Hagen Scherb vom Helmholtz Zentrum München in einer Arbeit, die am 23. Juni 2015 online in dem Journal Medical Principles and Practice veröffentlicht wurde. Es zeigte sich ein separater deutlicher Anstieg des Geburtengeschlechterverhältnisses m/f 8 bis 10 Monate nach dem Sturm von April bis Juni 2006 mit Spitzen m/f=1,078 (p= 0,0074), was einem Verlust von annähernd 800 Mädchen entspricht. Die Autoren stellen die Hypothese auf, daß die im Regen erhöhte Hintergrundstrahlung ursächlich für die Veränderungen des Geburtengeschlechterverhältnisses verantwortlich ist.

Stx684-685.2015.9.1 (1 Seite)

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Geschlechterverhältnis

Hinweise auf ein Effektmaximum bei verändertem Geschlechterverhältnis in der Umgebung kerntechnischer Anlagen. Kommentar zum Beitrag „Verschiebung des Geschlechterverhältnisses in der Nähe der Braunschweiger Nuklearfirma Eckert & Ziegler“. Thomas Huk berichtete im Strahlentelex Nr. 682-683 vom 4. Juni 2015 mit einer bemerkenswerten Studie über eine Verschiebung des Geschlechterverhältnisses in der Nähe der Braunschweiger Nuklearfirma Eckert & Ziegler. Er diskutiert darin Literaturstellen, die sich mit Veränderungen des Geschlechterverhältnisses unter dem Einfluß ionisierender Strahlung auseinandersetzen. Dabei zitiert er einen „Letter to the Editor“ von M. Saadat, nach dem in der nordiranischen Stadt Ramsar trotz einer hohen Radiumbelastung des Wassers, die zu einer Personendosis von 260 mSv/a führen soll, unter 7 591 Geburten ein unauffälliger Jungenanteil m/(m+f) von 51,1 Prozent vorliegt, der gegenüber Vergleichswerten nicht verändert sei. Von Ralf Kusmierz und Hagen Scherb.

Stx684-685.2015.7-9.3 (3 Seiten)

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Geschlechterverhältnis

Verschiebung des Geschlechterverhältnisses in der Nähe der Braunschweiger Nuklearfirma Eckert & Ziegler. Die Firma Eckert & Ziegler betreibt angrenzend an ein Wohngebiet in Braunschweig eine Konditionierungsanlage für radioaktive Abfälle und stellt radioaktive Produkte für die Industrie und den Medizinbereich her. In den benachbarten Dörfern haben BürgerInnen die Jungen- und Mädchengeburten erhoben. Diese Daten zeigen ein extrem verschobenes Geschlechterverhältnis, das mit bisherigen Studien zum Phänomen der „fehlenden Mädchen“ in Gebieten mit höherer radioaktiver Belastung übereinstimmt. Von Thomas Huk

Stx682-683.2015.1-3.3 (3 Seiten)

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Geschlechterverhältnis

Die oberirdischen Atombombentests und Anstiege des Geburtengeschlechtsverhältnisses zwischen 1960 und 1980 in den USA und in West-Europa. Im Zeitraum zwischen 1945 und 1963 wurden vor allem von den USA und der ehemaligen Sowjetunion eine zunehmende Anzahl nuklearer Tests durchgeführt. Diese verursachten radioaktiven Niederschlag und den Anstieg von atmosphärischer und terrestrischer Radioaktivität. Je nach Explosionsstärke der Atom- und Wasserstoffbomben, Wetterlage und Windverhältnissen konnten Radionuklide auf sehr unterschiedliche, bis einige tausend Quadratkilometer große Gebiete verteilt werden. Die radioaktive Belastung erhöhte sich weltweit. Nachdem die Autoren bereits signifikante Anstiege des Geburtengeschlechtsverhältnisses (das Verhältnis von Jungen- zu Mädchengeburten) nach Tschernobyl in Europa und weltweit im Zusammenhang mit den oberirdischen Atombombentests nachgewiesen hatten, Im vorliegenden Beitrag überprüfen sie nun die Geburten in den USA und in West-Europa daraufhin, wie sich das Geschlechtsverhältnis mit bzw. nach den atmosphärischen Atombombentests geändert hat. Von Hagen Scherb, Ralf Kusmierz und Kristina Voigt.

Stx680-681.2015.1-3.3 (3 Seiten)

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Geschlechterverhältnis

Ökologische Studien, Trendanalysen und Hypothesentests – das Geschlechtsverhältnis der Neugeborenen in Japan von 1930 bis 1960. Von Hagen Scherb , Ralf Kusmierz und Kristina Voigt. Für die Leserinnen und Leser wird beispielhaft eine Trendanalyse der geschlechtsspezifischen japanischen Geburtendaten von 1930 bis 1960 mit Test auf eine mögliche sprunghafte Änderung im Geschlechtsverhältnis nach den Atombombenabwürfen im August 1945 über Hiroshima und Nagasaki durchgeführt. Exemplarisch wird gezeigt, wie im Rahmen einer Trendanalyse des Geschlechtsverhältnisses eine Nullhypothese korrekt zu formulieren und zu testen ist. Die dabei betrachteten japanischen Daten zeigen Anstiege des Geschlechtsverhältnisses nach den Atombombenabwürfen über Hiroshima und Nagasaki, die mit bisherigen Befunden nach Tschernobyl, sowie mit den von Victor Grech kürzlich publizierten Daten zum Unfall von Windscale verträglich sind. Gleichzeitig belegen die analysierten japanischen Daten, dass die Strahlenschutzkommission (SSK) in ihrer Stellungnahme zu den „Einflussfaktoren auf das Geschlechtsverhältnis der Neugeborenen unter besonderer Beachtung der Wirkung ionisierender Strahlung“ ein falsches oder irreführendes Bild der Realität suggeriert und kolportiert, wenn sie im Punkt 5 ihrer „Zusammenfassung und Schlussfolgerungen“ behauptet, dass „bei den Überlebenden der Atombombenabwürfe eine Verschiebung des Geschlechtsverhältnisses eher hin zu einem höheren Anteil von Mädchen berichtet wird“.

Stx674-675.2015.4-6.3 (3 Seiten)

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Geschlechterverhältnis

Verlorene Mädchen. Die Veröffentlichung einer Stellungnahme der SSK wird verzögert. Die Strahlenschutzkommission der Bundesregierung (SSK) hat jetzt im Oktober 2014 eine Stellungnahme zum möglichen Einfluss von Strahlung auf das Geschlechterverhältnis (Jungen zu Mädchen) Neugeborener verabschiedet. Das ließ die Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) in einer Pressemitteilung vom 22. Oktober 2014 anlässlich des 40-jährigen Bestehens der SSK mitteilen. Während es zunächst noch hieß, diese Stellungnahme werde zeitnah auf der SSK-Homepage veröffentlicht, soll dies nun laut einer Mitteilung vom 28. Oktober 2014 unter dem Titel „Einflussfaktoren auf das Geschlechtsverhältnis der Neugeborenen unter besonderer Beachtung der Wirkung ionisierender Strahlung“ erst im Dezember 2014 geschehen.

Stx668-669.2014.7.1 (1 Seite)

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Geschlechterverhältnis

Windscale/Sellafield-Folgen: Rückgang der Geburten von Mädchen und Jungen. Von Hagen Scherb, Ralf Kusmierz und Kristina Voigt.

Am 10. Oktober 1957 kam es in einem Kernreaktor in Windscale (heute Sellafield, Großbritannien) zu einem Brand. Der Brand setzte radioaktives Material frei, das sich vorwiegend über Großbritannien und Nordeuropa verteilte. Neuere Messungen von archivierten Filtermaterialien und verbesserte meteorologische Analysen haben gezeigt, dass sich die radioaktiven Wolken aufgrund der damals vorherrschenden West/Südwest-Strömungen weiter nach Nord- und Osteuropa ausgebreitet hatten als ursprünglich angenommen.

Bereits vor etwa 100 Jahren wurde eine strahleninduzierbare Veränderung der Erbanlagen (Mutagenität, strahleninduzierte genetische Effekte) im Tierversuch von H. J. Muller festgestellt und für den Menschen postuliert. Mullers Versuche zeigten hohe Raten dominanter genetischer Veränderungen im Tierversuch, die sich unter anderem in einer Veränderung des Geschlechtsverhältnisses manifestierten [2]. Muller erhielt für seine Entdeckungen den Nobelpreis.

In unseren Arbeiten zu dem Zusammenhang von ionisierender Strahlung mit genetischen Effekten (Krebs, Totgeburten, Fehlbildungen, Geschlechtsverhältnis) haben wir unter anderem die langfristige Zunahme des Geburtengeschlechtsverhältnisses beim Menschen nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl dokumentiert [3-6]. Ausgehend von unseren Tschernobyl-Ergebnissen hat der Kinderarzt Prof. Victor Grech aus Malta in der Zeitschrift „The International Journal of Risk & Safety in Medicine“ kürzlich untersucht, ob der Atomunfall von Windscale/Sellafield ebenfalls eine Erhöhung des Geschlechtsverhältnisses in Europa zur Folge hatte. In Analogie zu unseren Resultaten nach Tschernobyl  beschreibt Grech signifikante Anstiege des Geschlechtsverhältnisses in Norwegen und Schweden nach dem Brand von Windscale. In diesem Beitrag schlagen wir eine erweiterte Methodik mit hoher statistischer Nachweiskraft vor.

Stx664-665.2014.7-10.4 (4 Seiten)

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Säuglingssterblichkeit

Folgen von Fukushima: Erhöhte Säuglingssterblichkeit und Rückgang der Geburtenrate in Japan nach Fukushima. Nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima war die Säuglingssterblichkeit in den am stärksten radioaktiv belasteten Präfekturen um Fukushima im Mittel der ersten drei Quartale des Jahres 2012 um 25 Prozent gegenüber dem Trend der Jahre 2002 bis 2011 erhöht (P=0,005). Außerdem zeigt sich im Dezember 2011, 9 Monate nach der Reaktorkatastrophe, ein hochsignifikanter Rückgang der Anzahl der Lebendgeburten um 10 Prozent. Von Alfred Körblein.

Stx650-651.2014.7-9.3 (3 Seiten)

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English Version by Alfred Koerblein is available.

Säuglingssterblichkeit

Folgen von Fukushima: Totgeburten und Säuglingssterblichkeit in Japan. In 11 durch das Erdbeben, den Tsunami und mutmaßlich durch die Fukushima-Katastrophe radiologisch betroffenen japanischen Präfekturen stieg 9 Monate nach dem Erdbeben die monatliche Gesamtfrühsterblichkeit um circa 5 Prozent gegenüber dem in ganz Japan zugrundeliegenden Abwärtstrend signifikant an, p=0,0097. In den vier mutmaßlich am höchsten belasteten Präfekturen Ibaraki, Fukushima, Miyagi und Iwate stieg die Totgeburtenrate ab Dezember 2011 sogar um circa 13 Prozent signifikant an, p=0,0075. Entsprechende Effekte sind in den übrigen, weniger belasteten Präfekturen weniger ausgeprägt bzw. (vorerst) nicht zu erkennen. Mit der hier erstmals durchgeführten einfachen, orientierenden Analyse der Frühsterblichkeit und Totgeburtlichkeit in Japan zeichnen sich strahleninduzierte genetische Effekte ab, wie sie bereits in Europa nach Tschernobyl beobachtet worden waren. Von Masao Fukumoto, Kristina Voigt, Ralf Kusmierz, Hagen Scherb.

Stx650-651.2014.3-6.4 (4 Seiten)

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Säuglingssterblichkeit

Säuglingssterblichkeit in Japan nach den oberirdischen Atombombenversuchen. Die Säuglingssterblichkeit in Japan weicht um das Jahr 1960 signifikant von einem gleichmäßig fallenden Trend nach oben ab. Der Anstieg folgt zeitlich verzögert den Atomwaffenversuchen im Pazifik in den 1950er Jahren, insbesondere der Detonation der größten von den USA getesteten Wasserstoffbombe Castle Bravo im Jahr 1954. Im Zeitraum 1951 bis 1972 zeigt sich in Japan ein drastischer Einbruch der Geburtenzahlen, der mit einer Zunahme spontaner Aborte erklärt werden könnte. Von Alfred Körblein

Stx646-647.2013.7-9.3 (3 Seiten)

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Geschlechterverhältnis

Tschernoblyfolgen: Gestörtes Geschlechterverhältnis in Kuba – ein Erklärungsversuch. Das Geschlechterverhältnis bei der Geburt stieg in Kuba nach 1986 hochsignifikant an mit einem Maximum im Jahr 1988. Zusätzlich zeigt sich aber ein zweiter Anstieg mit Maximum Mitte der 1990er Jahre. Erst nach dem Jahr 2000 erreicht das Geschlechterverhältnis wieder das Niveau der Zeit vor 1987. Eine mögliche Erklärung für diesen Langzeiteffekt könnte die verzögerte Wirkung von Strontium in importiertem Milchpulver aus der Sowjetunion sein. Von Alfred Körblein

Stx642-643.2013.9-11 (3 Seiten)

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Geschlechterverhältnis

Folgen von Tschernobyl: Fehlende Mädchen in Kuba durch Radionuklide in importierter Nahrung. Wie Regierungen und Wirtschaft ihre Bevölkerung radioaktiv verstrahlen.

Im Dezember 2011 wurde im „American Journal of Epidemiology“ die Arbeit einer Autorengruppe aus Kuba und Großbritannien veröffentlicht, die auf einen extrem angestiegenen Jungenanteil bei den Geburten in Kuba in den 1990er Jahren hinwies. Die Autoren erklärten dieses Phänomen durch die ökonomische Depression in der Folge des Zusammenbruchs des Ostblocks: Kuba unterlag einem US-amerikanischen Embargo, war bei Industrieprodukten und Energieträgern praktisch vollständig von Importen aus der Sowjetunion abhängig und bezog auch circa 60 Prozent seiner Lebensmittelimporte von dort. Im Austausch lieferte es Südfrüchte, Tabak und Zuckerrohr. Diese Handelsbeziehungen brachen mit dem Ende der internationalen Organisation der sozialistischen Staaten zur Förderung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit und Integration (RGW) weg und ließen Kuba in eine schwere Wirtschaftskrise abgleiten, in der es auf allen Gebieten zu einer dramatischen Mangelversorgung kam und auch die verbrauchte Pro-Kopf-Nahrungsmenge erheblich zurückging. Das heißt, die Kubaner hungerten, wodurch diese Änderung im Geburtengeschlechterverhältnis ausgelöst worden sei.

Die Wissenschaftler Hagen Scherb und Kristina Voigt vom Münchener Helmholtz-Zentrum, die bereits zuvor entdeckt hatten, daß nach der Tschernobyl-Katastrophe im Jahr 1986 ab dem Folgejahr in denjenigen Ländern, die von dem radioaktiven Fallout betroffen waren, der Anteil der Mädchengeburten um so stärker zurückgegangen war, je höher die radioaktiven Immissionen waren, bezweifelten diese Erklärung. Die Daten der kubanischen Bevölkerungsstatistik zeigten nämlich, daß der Anstieg genau wie in Mittel- und Osteuropa bereits im Jahr 1987 begann, also zu einer Zeit, als es in Kuba noch keine gravierenden ökonomischen Schwierigkeiten gab. Sie hatten auch schon gezeigt, daß die Veränderung des normalerweise sehr stabilen sekundären Geschlechterverhältnisses spezifisch für die Folgen von Strahlenbelastungen ist. Aber wie kann Kuba durch radioaktiven Fallout aus Tschernobyl belastet sein, wenn es wie Amerika weit außerhalb der Reichweite der radioaktiven Wolken lag? Die Erklärung liefert die Autorengruppe Scherb, Kusmierz und Voigt, die auch schon die Mädchenlücke in der Umgebung von Atomkraftwerken und Nuklearanlagen entdeckt hatte, in einem im August 2013 im „Environmental Health Journal“ erschienen Beitrag, der in dieser Ausgabe vorgestellt wird. Demnach ist anzunehmen, daß Kuba mit radioaktiv belasteten Lebensmitteln aus Rußland beliefert wurde. Von Ralf Kusmierz

Stx640-641.2013.1-6.6 (6 Seiten)

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Säuglingssterblichkeit

Rückgang der Geburten in Japan 9 Monate nach Fukushima. Im Dezember 2011, 9 Monate nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima, zeigt sich ein signifikanter Rückgang der Geburten gegenüber dem Trend der Jahre 2006 bis 2011 um 4,7 Prozent (P=0,007) in Japan und um 15 Prozent (P=0,0001) in der Präfektur Fukushima. Ein ähnlicher Effekt findet sich in etlichen europäischen Ländern im Februar 1987, circa 9 Monate nach Tschernobyl. Dabei ist der Rückgang auf nur einen Monat beschränkt, was auf vermehrte spontane Aborte schließen lässt. Der Befund legt nahe, dass die Aborte auf die Strahlenbelastung zurückzuführen sind. Von Alfred Körblein.

Decline of live births in Japan 9 months after Fukushima. In December 2011, 9 months after the nuclear disaster at Fukushima Daiichi, a significant decline in live births occurred relative to the trend of the years 2006 to 2011 in Japan (P=0.007) and, simultaneously, in Fukushima prefecture (p=0.0001). A similar effect was observed in several European countries in February 1987, about 9 months after the Chernobyl accident. The decline in live births is limited to the months of December 2011 and February 1987. This distinct effect may indicate increased spontaneous abortions caused by the initial radiation exposure from the nuclear accidents.

Stx628-629.2013.2-3.2 (2 Seiten)

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Säuglingssterblichkeit

Säuglingssterblichkeit in Japan nach Fukushima. Nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima Dai-ichi zeigen sich in den japanischen Daten der Säuglingssterblichkeit ausgeprägte Peaks in den Monaten Mai und Dezember 2011, 2 bzw. 9 Monate nach Fukushima. Nach Tschernobyl ergab eine Auswertung von Daten der frühen Säuglingssterblichkeit aus Westdeutschland Maxima im Juni 1986 und im Februar 1987, also mit ähnlichem zeitlichem Abstand von der Reaktorkatastrophe am 26. April 1986.

Im Dezember 2011, 9 Monate nach Fukushima, zeigt sich in Japan ein deutliches Defizit bei der Anzahl der Geburten. In Südbayern, der vom Tschernobyl-Fallout am stärksten betroffenen Region Deutschlands, findet sich im Februar 1987 ebenfalls ein signifikanter Rückgang der Geburtenzahlen. In beiden Fällen ist der Effekt auf einen Monat beschränkt. Von Alfred Körblein.

Infant mortality in Japan after Fukushima. Following the nuclear disaster at Fukushima Dai-ichi, Japanese infant mortality monthly data exhibit distinct peaks in May 2011 and December 2011, 2 and 9 months after the melt-downs in March 2011. After Chernobyl, an analysis of data of early infant mortality in West Germany also found peaks in June 1986 and February 1987, i.e. 2 and 9 months after the Chernobyl disaster on 26 April 1986.

In December 2011, 9 months after Fukushima, there is a significant deficit in the number of live births in Japan. Similarly, a significant decline in birth numbers was found in February 1987 in southern Bavaria, the German region most affected by the Chernobyl fallout. In Japan as well as in Bavaria, the effect is limited to a single month. From Alfred Koerblein.

Stx622-623.2012.12-14.3 (3 Seiten)

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English version

Japanese version

Säuglingssterblichkeit

Perinatalsterblichkeit im Nahbereich des Tschernobylreaktors korreliert mit der Strontiumbelastung. Eine gemeinsame Analyse der Daten der Perinatalsterblichkeit aus Gomel und Zhytomir, den vom Tschernobyl-Fallout am stärksten verstrahlten Regionen Weißrusslands und der Ukraine, ergibt neben einem kurzzeitigen Anstieg im Jahr 1987 eine Erhöhung um bis zu 40 Prozent in den 1990er Jahren. Die Erhöhung korreliert mit der Strontiumbelastung der werdenden Mütter. Von Alfred Körblein.

Stx606-607.2012.7-9.3 (3 Seiten)

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Säuglingssterblichkeit

Fukushima-Folgen: 14.000 Tote in den USA? Kürzlich ging die Meldung durch die Medien, Wissenschaftler hätten festgestellt, dass in den ersten Wochen nach dem Unfall von Fukushima in den USA circa 14.000 Menschen mehr gestorben seien als erwartet, darunter circa 800 Kinder unter einem Jahr. Bei der Durchsicht der Arbeit zeigte sich jedoch, dass der vermeintliche Effekt ein Artefakt ist: Nach Fukushima wurden von den Autoren die Daten aus 119 Städten in die Studie einbezogen, in der Zeit davor aber nur 104 Städte. Mit den offiziellen Daten für insgesamt 122 Städte ist kein Fukushima-Effekt erkennbar. Von Alfred Körblein.

Stx600-601.2012.5-7.3 (3 Seiten)

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Geschlechterverhältnis

Epidemiologie: Verlorene Kinder um Gorleben. Eine Studie des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes bestätigt Veränderungen des Geschlechterverhältnisses bei Gorleben seit dem Beginn der Castor-Transporte ins dortige Atom-Zwischenlager. Bericht von Sebastian Pflugbeil.

Stx592-593.2011.14.1 (1 Seite)

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Geschlechterverhältnis

Bei Gorleben werden seit Beginn der Castor-Transporte ins dortige Atom-Zwischenlager zunehmend zu wenige Mädchen geboren. Das niedersächsische Statistikamt hat kürzlich die Geburtenzahlen für 2010 veröffentlicht. In der Umgebung von Gorleben setzt sich damit der Aufwärtstrend in der Veränderung des Geschlechter-verhältnisses von Neugeborenen (Human Birth Sex Odds) seit Inbetriebnahme des dortigen Zwischenlagers weiterhin fort: Es werden zunehmend zu wenig Mädchen geboren. Das zeigt jetzt eine Auswertung der Zahlen durch Dr. Hagen Scherb, Dr. Kristina Voigt und Dipl.-Ing. Ralf Kusmierz in ihrem neuen „Fact Sheet Gorleben“.

Stx590-591.2011.17.1 (1 Seite)

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Geschlechterverhältnis

Säuglingssterblichkeit

Die epigenetische Revolution in der Strahlenbiologie. Heutige Lehren aus dem Reaktorunfall von Tschernobyl. Daß die zusätzliche Strahlendosis sich lediglich im Rahmen der natürlichen Schwankungsbreite bewege, wird gern angeführt, um unliebsame epidemiologische Beobachtungen nach Katastrophen wie der von Tschernobyl oder in der Umgebung von Kernkraftwerken im Normalbetrieb abzuwehren und künftige Schäden, jetzt zum Beispiel nach Fukushima, zu bestreiten. Nach dem Muster, daß nicht sein kann, was nicht sein darf, wird argumentiert, die beobachteten oder (im Falle von Fukushima) zu erwartenden Schäden könnten jedenfalls nicht durch Strahlung verursacht sein, denn die Dosis sei viel zu gering. Zudem fehle jede plausible ätiologische Erklärung. Das Dosisargument gilt jedoch nur, wenn man die Strahlendosen über größere Gebiete und längere Zeiträume zusammenfaßt und dabei örtliche sowie kurzzeitige deutliche Dosisspitzen heruntermittelt. Und zur Erklärung der beobachteten Effekte beschreiben jetzt der Berliner Humangenetiker Karl Sperling sowie der Mathematiker Hagen Scherb aus Neuherberg in einem Beitrag im Mai-Heft 2011 der Naturwissenschaftlichen Rundschau das Prinzip der medizinisch-(epi)genetischen Strahlenwirkung.

Stx586-587.2011.1-3.3 (3 Seiten)

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Geschlechterverhältnis

Säuglingssterblichkeit

25 Jahre nach Tschernobyl: Erhöhte Sterblichkeit von Neugeborenen nach Tschernobyl. Trendanalysen der Monatsdaten der Perinatalsterblichkeit aus Westdeutschland und der Säuglingssterblichkeit aus Polen zeigen im Jahr 1987, dem Jahr nach Tschernobyl, jeweils statistisch signifikante Zusammenhänge mit der Cäsiumbelastung der Mütter über Milchverzehr. In beiden Datensätzen treten Maxima der Sterblichkeit sieben Monate nach den Maxima der Cäsiumbelastung auf. Die Dosis-Wirkungsbeziehung (DWB) ist stark nach oben gekrümmt, der Schätzwert für den Dosisexponenten beträgt 3,7. Die Abweichung der Dosis-Wirkungsbeziehung von einem linearen Verlauf ist deutlich signifikant. Statistische Überlegungen lassen für die analytische Form der Dosis-Wirkungsbeziehung eine kumulative Lognormalverteilung erwarten. In den höchstbelasteten Regionen der Ukraine (Oblast Zhitomir) und Weißrusslands (Oblast Gomel) zeigt sich nach Tschernobyl außer einer Erhöhung im Jahr 1987 ein deutlich größerer Anstieg in den 1990er Jahren, welcher mit der verzögerten Wirkung von Strontium erklärt werden kann. Mit etwa 1.000 zusätzlich gestorbenen Neugeborenen in den Jahren 1990 bis 1997 ist der Strontiumeffekt mehr als 10-mal so groß wie der Cäsiumeffekt im Jahr 1987. Immer noch geht die internationale Strahlenschutzkommission von der Existenz einer Schwellendosis für teratogene Schäden in Höhe von 100 Millisievert (mSv) aus. Nach offiziellen Angaben betrug die mittlere Dosis im ersten Folgejahr nach Tschernobyl in Deutschland aber nur 0,2 mSv. Die obigen Ergebnisse widersprechen damit dem Konzept einer unschädlichen Dosis für teratogene Schäden. Eine Analyse von Dr. Alfred Körblein.

Stx580-581.2011.1-8.8 (8 Seiten)

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Geschlechterverhältnis

Säuglingssterblichkeit

Gesundheitsschäden bei Kernkraftwerken: Epidemiologische Auffälligkeiten um Kernkraftwerke: Synoptische Analyse. Von Alfred Körblein. Seit Veröffentlichung der Ergebnisse der KiKK-Studie vor 3 Jahren wurden zwei weitere epidemiologische Studien veröffentlicht, eine zu Fehlbildungen bei Neugeborenen um Kernkraftwerke und eine zum Geschlechterverhältnis bei der Geburt um bayerische Kernkraftwerke. Beide Studien bestätigen die bei der KiKK Studie gefundene Abstandsabhängigkeit, wenn auch wegen kleiner Fallzahlen nicht alle Einzelbefunde statistisch signifikant sind. Eine gemeinsame Analyse der drei Datensätze mit einem nichtlinearen Abstandsmodell (Rayleighverteilung) ergibt eine hochsignifikante Abstandsabhängigkeit des Risikos mit einem Maximum des Effekts zwischen 3 und 5 Kilometern.

Stx576-577.2011.2-5.4 (4 Seiten)

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Geschlechterverhältnis

Säuglingssterblichkeit

Geschlechterverteilung in der Umgebung bayerischer Kernkraftwerke. Geschlechtschancen bei der Geburt in Bayern von 1972 bis 2008 in Abhängigkeit vom Abstand zum nächstgelegenen bayerischen Kernkraftwerk oder zur nächstgelegenen Nuklearanlage in Deutschland und in der Schweiz während deren Laufzeiten. Von Ralf Kusmierz , Kristina Voigt, Hagen Scherb. Im Oktober 2010 hatten Kusmierz, Voigt und Scherb in einer vorläufigen Machbarkeitsstudie gezeigt, dass die Geschlechtschance (Sex Odds, SO, Verhältnis männliche/weibliche Lebendgeburten) des Menschen in der Schweiz und in Deutschland im 35-Kilometer-Umkreis und innerhalb der Laufzeiten von 28 Nuklearanlagen signifikant erhöht ist gegenüber weiter entfernten Gebieten sowie außerhalb der entsprechenden Laufzeiten. Dazu wurden vollständige amtliche Geburtenzahlen nach dem Geschlecht auf Gemeindeebene (Wohnort der Mutter zum Zeitpunkt der Geburt) in der Schweiz und in den deutschen Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz verwendet. Nachdem Tschernobyl ganz offensichtlich eine massive andauernde Veränderung der Geschlechtschance in ganz Europa hervorgerufen hat, bestätigt die festgestellte Erhöhung der Sex Odds in Deutschland und in der Schweiz um Nuklearanlagen qualitativ den Befund der KiKK-Studie einer erhöhten Krebsrate bei Kindern in der Umgebung deutscher Kernkraftwerke (KKW). Weil standortabhängige Unterschiede in den Ergebnissen zu erwarten sind, haben die AutorInnen in einem Kurz-Beitrag für Strahlentelex exemplarisch die Situation in Bayern dargestellt.

Stx574-574.2010.2-5.2 (2 Seiten)

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Geschlechterverhältnis

Säuglingssterblichkeit

Veränderte geburtliche Geschlechterverteilung in der Umgebung kerntechnischer Anlagen. In der Umgebung von Atomkraftwerken kommen in Deutschland und in der Schweiz weniger Mädchen auf die Welt. In den letzten 40 Jahren haben Mütter, die in Deutschland und in der Schweiz im Umkreis von 35 Kilometern einer von 31 untersuchten Atomanlagen leben, bis zu 15.000 Kinder weniger geboren als durchschnittlich zu erwarten gewesen wäre, die Mehrzahl davon Mädchen. Das meldete am 23. November 2010 die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW und berief sich dabei auf eine einen Monat zuvor veröffentlichte wissenschaftliche Studie von Ralf Kusmierz (Bremen) sowie Kristina Voigt und Hagen Scherb vom Institut für Biomathematik und Biometrie des Helmholtz-Zentrum München. Für die IPPNW untermauert diese Studie den ursächlichen Zusammenhang von radioaktiver Strahlung und einer Schädigung von Zellen, insbesondere bei Embryonen. Die Kinderkrebsstudie (KiKK-Studie) hatte schon 2007 ein erhöhtes Krebs- und Leukämie-Erkrankungsrisiko bei Kleinkindern im AKW-Nahbereich in Deutschland nachgewiesen.

Stx574-574.2010.2-5.2 (2 Seiten)

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Geschlechterverhältnis

Säuglingssterblichkeit

Auswirkungen der oberirdischen Atomwaffentests. - Von Alfred Körblein - In der Zeit nach den oberirdischen Atomwaffentests der 1950er und 1960er Jahre zeigen sich deutliche Abweichungen der frühen Säuglingssterblichkeit in Deutschland von einem monoton fallenden zeitlichen Trend. Ähnliche Abweichungen finden sich auch im Geschlechterverhältnis bei den neonatal (in den ersten 28 Lebenstagen) gestorbenen Säuglingen aus Japan. Die Medianwerte der glockenförmigen Abweichungen stimmen bei beiden Datensätzen innerhalb der Fehlergrenzen überein. Das weist auf eine gemeinsame Ursache hin. Eine Modellrechnung ergibt, dass die Abweichungen mit der Strontiumbelastung (Strontium-90) der Schwangeren durch den globalen Fallout korrelieren.

Stx572-573.2010.4-6.3 (3 Seiten)

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Geschlechterverhältnis

Verlorene Kinder. Die Geschlechtschance des Menschen bei der Geburt in Europa und in den USA nach den oberirdischen Atomwaffentests und nach Tschernobyl. Seit der Entdeckung der Mutagenität von ionisierender Strahlung im Tierexperiment wurden schädigende strahlengenetische Effekte auch beim Menschen immer wieder in Betracht gezogen und untersucht. Während das Wissenschaftliche Komitee der Vereinten Nationen für die Wirkung von Atomstrahlung (UNSCEAR) noch im Jahre 2000 die Auffassung vertrat, strahleninduzierte vererbbare Effekte beim Menschen seien bisher nicht belegt, kann man solche Effekte nach dem Unfall von Tschernobyl mit einfachen Mitteln eindeutig nachweisen. Die Ergebnisse von Scherb und Kollegen lassen bei Übertragung auf vollständige Zeiträume und auf die gesamte Weltbevölkerung erahnen, dass die Anzahl der verlorenen Kinder nach den globalen Freisetzungen ionisierender Strahlung in der Größenordnung von mehreren Millionen liegen könnte. Verschärft wird das Problem dadurch, dass auch strahleninduzierte angeborene Fehlbildungen und Totgeburten nach Freisetzung von Radioaktivität in die Biosphäre in etwa der gleichen Größenordung von insgesamt mehren Millionen weltweit langfristig aufgetreten sein könnten. Von Hagen Scherb

Stx558-559.2010.1-4.4 (4 Seiten)

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Geschlechterverhältnis

Geschlechterverhältnis bei der Geburt in Bayern nach Tschernobyl. Im Januar 1987, 9 Monate nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl, war das Verhältnis zwischen männlichen und weiblichen Geburten (Geschlechterverhältnis bei der Geburt) in Bayern signifikant um 5,5 Prozent gegenüber dem Trend der Jahre 1980 bis 1992 erhöht (p=0,0185). Außerdem zeigt sich in diesem Monat ein signifikanter Anstieg des Geschlechterverhältnisses um 0,29 Prozent pro Kilobecquerel Cäsium-137 pro Quadratmeter (kBq/m² Cäsium-137) Bodenbelastung (p=0,011). Nach 1987 ist keine Abweichung des Geschlechterverhältnisses vom Wert vor Tschernobyl für Bayern nachweisbar. Von Alfred Körblein.

Stx556-557.2010.7-10.4 (4 Seiten)

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Säuglingssterblichkeit

Säuglingssterblichkeit und Geschlechterverhältnis nach den atmosphärischen Atomwaffentests. Die zeitlichen Trends der Säuglingssterblichkeit in England und in Deutschland zeigen nach Beginn der atmosphärischen Atomwaffentests auffällige Abweichungen von einem gleichmäßig fallenden Verlauf. Mit Hilfe eines geeigneten Regressionsmodells wird die Gesamtzahl der auf Grund des Fallouts der Atomwaffentests zusätzlich gestorbenen Säuglinge zu 77.600 in England und 52.000 in Deutschland geschätzt. Ähnliche Abweichungen von einem glatten ungestörten Verlauf finden sich auch im Verhältnis der Anzahl männlicher zu weiblicher Geburten in England und den USA, nicht aber in Deutschland. Von Alfred Körblein

Stx554-555.2010.1-5.5 (5 Seiten)

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Säuglingssterblichkeit

Nur mittelmäßig gesunde Kinder in Deutschland. Trotz wesentlich höherer Ausgaben für das Gesundheitswesen wachsen Kinder in Deutschland unter schlechteren Bedingungen auf als Kinder in Skandinavien oder Frankreich.

Stx512-513.2008.7-8.2 (2 Seiten)

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Säuglingssterblichkeit

Säuglingssterblichkeit nach Tschernobyl in skandinavischen Ländern. Von Alfred Körblein. Nach Tschernobyl war die Säuglingssterblichkeit in Schweden wie auch in Finnland und Norwegen hochsignifikant um 15,8 Prozent gegenüber dem Trend der Jahre 1976 bis 2006 erhöht. Für 1987 bis 1992 errechnen sich insgesamt 1.209 zusätzlich gestorbene Säuglinge (95%-Vertrauensbereich: 875 bis 1.556).

Stx510-511.2008.1-3.3 (3 Seiten)

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Säuglingssterblichkeit

Fünffach höheres Krebsrisiko beobachtet, als von der ICRP geschätzt. Krebserkrankungen und Säuglingssterblichkeit nehmen auch mit der Höhe der natürlichen Hintergrundstrahlung zu. Dabei beobachteten Dr. Alfred Körblein und Prof. Dr. Wolfgang Hoffmann in Bayern ein fünffach höheres Krebsrisiko, als von der Internationalen Strahlenschutzkommission (ICRP) geschätzt.

Stx486-487.2007.5.1 (1 Seite)

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Säuglingssterblichkeit

Zunahme von Krebs und Säuglingssterblichkeit mit der natürlichen Hintergrundstrahlung in Bayern. In der Diskussion um die Wirkung niedriger Strahlendosen (Niedrigdosisstrahlung) von Atomanlagen auf die menschliche Gesundheit wird immer wieder mit der natürlichen Strahlung argumentiert: Wenn Niedrigdosisstrahlung vermehrt Krebs hervorriefe oder die Säuglingssterblichkeit erhöhe, dann müßte sich in Gegenden erhöhter natürlicher Strahlung ebenfalls ein Effekt zeigen. Aus dieser Formulierung könnte man schließen, daß dies nicht der Fall sei. Die vorliegende Studie von Dr. Alfred Körblein, Umweltinstitut München, findet aber einen Anstieg der Krebsmortalität und der Säuglingssterblichkeit mit der natürlichen Hintergrundstrahlung in Bayern.

Stx404-405.2003.1-4.4 (4 Seiten)

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Säuglingssterblichkeit

USA: Die Säuglingssterblichkeit sank dramatisch, nachdem Nuklearanlagen stillgelegt worden waren. Die Säuglingssterblichkeit in der Nähe von fünf US-Atomanlagen sank sofort und dramatisch, nachdem die Reaktoren stillgelegt worden waren. Außerdem kam es in der Nähe von einem der Reaktoren zu einer dramatischen Abnahmen von Kinderkrebs und Todesfällen durch angeborene Defekte, die durch Strahlungsexpositionen verursacht sind. Das zeigt eine Studie des amerikanischen Epidemiologen Joseph J. Mangano vom Radiation and Public Health Project Brooklyn in New York, die im Frühjahr 2001 in der wissenschaftlichen Zeitschrift Environmental Epidemiology and Toxicology veröffentlicht worden war. Die Studie legt nahe, daß die Gesundheit von 42 Millionen Amerikanern, die innerhalb von 50 Meilen in der Abluftrichtung einer Atomanlage leben, durch die Reaktoren beeinträchtigt ist, so der Autor der Studie.

Stx364-365.2002.6.1 (1 Seite)

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Säuglingssterblichkeit

Signifikante Erhöhung der Säuglingssterblichkeit in Landkreisen mit erhöhter terrestrischer Strahlung gefunden. Dr.Alfred Körblein, Umweltinstitut München.

Stx296-297.1999.2,3.2 (2 Seiten)

Säuglingssterblichkeit

Strahlenstatistik in der Bundesrepublik Deutschland: Anstieg der frühen Säuglingssterblichkeit nach Tschernobyl. In den Monaten nach dem Reaktorunglück von Tschernobyl starben in einigen Gebieten der Bundesrepublik Deutschland vermehrt Säuglinge in den ersten sieben Tagen nach der Geburt. Dies ermittelten Wissenschaftler um den Physiker Dr. Jens Scheer, Professor an der Universität Bremen. Mit der Veröffentlichung ihrer Untersuchungsergebnisse in der angesehenen britischen medizinischen Zeitschrift "The Lancet" verursachten sie große Aufgeregtheit und Widerspruch in der wissenschaftlichen und nichtwissenschaftlichen Öffentlichkeit. Unter der Überschrift "Strahlender Unsinn Anmerkungen zur angeblich erhöhten Totgeburten-Rate" meldete sich "Die Zeit" am 15. Dezember 1989 zu Wort. Dr. Hans Harald Bräutigam vom Medizin-Ressort der dortigen Wissenschaftsredaktion versuchte einen Verriß dieser Studie und stützte sich dabei auf eine Untersuchung von Christian Thieme von der Kommission für Perinatologie der Landesärztekammer und der Kassenärztlichen Vereinigung in Bayern und Nicholas Lack von der entsprechenden Einrichtung in Niedersachsen. Die Erwiderung von Scheer und Mitarbeitern, die von der "Zeit" nicht abgedruckt wurde, dokumentierte Strahlentelex im Februar 1990.

Stx74-75.1990.2,7,8.3 (3 Seiten)

Säuglingssterblichkeit

Großbritannien: Bei der Säuglingssterblichkeit an der Spitze. Trotz medizinischer Fortschritte ist die Säuglingssterblichkeit (Todesfälle innerhalb des ersten Lebensjahres) in Großbritannien innerhalb von zehn Jahren nicht gesunken und liege mit 9,2 Fälle je 1.000 Lebendgeburten in Europa an der Spitze, stellte das unabhängige National Childrens Home 1988 fest.

Stx58-59.1989.2.1 (Kurzmeldung, 1 Seite)

Säuglingssterblichkeit

Jahresgesundheitsbericht Berlin 1987: Säuglinge starben vermehrt oder wurden tot geboren. Nachdem die Zahl der im 1. Lebensjahr gestorbenen Kinder in Berlin-West seit 1955 von 45,3 auf 10,6 pro 1.000 Lebendgeborene in 1985 abgenommen hatte, ist sie in 1986 wieder auf 12,5 und in 1987 auf 11,5 angestiegen. Zwischen 1965 und 1970, der Zeit höherer Belastungen durch die oberirdischen Atomversuche, hatte die Säuglingssterblichkeit schon einmal bei 26,3 (in 1965) und 25,6 pro 1.000 Lebendgeburten (in 1970) stagniert.

Stx55.1989.6.1 (1 Seite)

Säuglingssterblichkeit

Streit um Säuglingssterben nach Tschernobyl. Die Physiker Heiko Ziggel und Michael Schmidt an der Universität Bremen kommen in einem Vorabbericht einer wissenschaftlichen Untersuchung zu dem Ergebnis, daß eine überzufällig erhöhte Kindersterblichkeit in hochbelasteten Gebieten Deutschlands seit Mai 1986 zu beobachten ist. Die Studie betrachtet dabei Todesfälle, die bei Kindern bis eine Woche nach der Geburt auftraten. Ausgewertet wurden offizielle Daten des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden. Ihre Aussagen provozierten offiziellen Widerspruch.

Stx48.1989.1,2.2 (2 Seiten)

Säuglingssterblichkeit

Bayern: Fehlgeburten und Fehlbildungen werden nicht erfaßt. Keinen Einfluß der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl auf die Zahl der Frühgeburten, Totgeburten und Todesfälle bei Säuglingen kann die Bayerische Staatsregierung erkennen. Allerdings hat die Zahl der mit Untergewicht geborenen Kinder zugenommen. Das ist das Ergebnis eines im Juli 1988 fertiggestellten Berichts des bayerischen Innenministeriums, der auf Zahlenmaterial des Landesamtes für Statistik beruht.

Stx40.1988.1,2.2 (2 Seiten)

Säuglingssterblichkeit

Berliner Studie: Höhere Säuglingssterblichkeit und mehr Totgeburten in Richtung Atomkraftwerk Lingen. Säuglingssterblichkeit und Totgeburten nehmen in Richtung zum Atomkraftwerk Lingen in Niedersachsen zu. Das ist das Ergebnis einer von Bernhard Stein von der Arbeitsgruppe Umweltschutz der Messgruppe Radioaktivität am Fachbereich Physik der Freien Universität Berlin erstellten und im Frühjahr 1987 veröffentlichten Studie, der die Daten der amtlichen Statistik des Landes Niedersachsen von 1969 bis 1982 und der Bericht des niedersächsischen Sozialministers über die Leukämiesterblichkeit zugrunde liegen.

Stx8.1987.4.1 (1 Seite)

Schilddrüsenerkrankungen

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Schilddrüsen-erkrankungen

Hanford/Washington/USA: Die Gesundheitsfolgen der Radioaktivitätsabgaben aus der Plutonium-Fabrik Hanford werden weiterhin verschleiert. Professor Dr. Rudi H. Nußbaum und Dr. Charles M. Grossmann, Vorstandsmitglieder der Vereinigung "Ärzte in sozialer Verantwortung" in Oregon (USA), diskutieren die vom Fred Hutchinson Krebsforschungszentrum der Universität Washington veröffentlichte "Hanford Studie über Schilddrüsenerkrankungen". Das Ergebnis der Studie mißachtet ihrer Meinung nach die Erfahrungen zehntausender Menschen, die auch heute noch unter den Folgen des radioaktiven Fallouts zu leiden haben.

Stx294-295.1999.3,4.2 (2 Seiten)

Schilddrüsen-erkrankungen

Washington/USA: Schilddrüsenunterfunktion und Fehlgeburten bei der amerikanischen Atomanlage von Hanford. Fehlgeburten kommen bei Frauen mit einer Unterfunktion der Schilddrüse mehr als doppelt so häufig vor, wobei die miteinander verglichenen Frauen mit und ohne Schilddrüsenunterfunktion zur selben Zeit in der selben Umgebung lebten.

Stx230-231.1996.12.1 (1 Seite)

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Strahlentelex
ISSN 09314288
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