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Kommentiertes Register des Sachgebietes Strahlenunfälle, Atomunfälle

Katastrophenplanung

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Katastrophenplanung

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Katastrophen-planung

Forschungsreaktoren: Unzureichender Katastrophenschutz beim BER II in Berlin. Der Reaktor in Berlin-Wannsee BER II ist mit Abstand der störanfälligste Forschungsreaktor in Deutschland. Während der älteste, 1965 in Betrieb gegangene Mainzer Reaktor bis heute nur 5 meldepflichtige Ereignisse ausweist, kommt der 1973 in Betrieb gegangene Berliner BER II auf 74 Ereignisse. Das Sicherheitsgutachten, auf das sich der Betreiber, das Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB), und die Atomaufsicht berufen, geht zudem von der nicht nachzuvollziehenden Annahme aus, daß bei einem schweren Unfall mit massiver Freisetzung und Zerstörung des Gebäudes noch 50 Prozent des Radiojod und 95 Prozent des Radiocäsium im zerstörten Gebäude zurückgehalten werden. Das ergab ein am 11. Juli 2016 von der Bundestagsfraktion Die Grünen/Bündnis 90 veranstaltetes Fachgespräch zu „Problemen und Herausforderungen“ der Forschungsreaktoren in Deutschland.

Stx710-711.2016.11.1 (1 Seite)

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Katastrophen-planung

In Europa werden skandalös hohe radioaktive Belastungen der Nahrungsmittel im Falle eines neuen Atomunfalls erlaubt. Die französische Gruppe CRIIRAD prangert die skandalöse Arbeit der EURATOM-Experten an. Die französische Bürgerinitiative CRIIRAD (Commission de Recherche et d’Information Indépendantes sur la radioactivité) in Valence beschäftigt sich intensiv mit dem Entwurf der EU-Kommission zur Neuregelung des Strahlenschutzes, hauptsächlich in Form einer Zusammenfassung unveränderter Bestimmungen aus drei Verordnungen, die bereits zwischen 1987 und 1990 erlassen worden waren und in denen entsprechende Höchstwerte festgelegt sind. Eine Sachverständigengruppe gemäß Artikel 31 des EURATOM-Vertrages, deren Mitglieder nicht namentlich offengelegt wurden, habe am 21. November 2012 ihre Schlußfolgerungen aus dem Jahr 1998 bestätigt, daß die in der Verordnung Nr. 3954 aus dem Jahr 1987 für künftige Unfälle festgelegten Höchstwerte an Radioaktivität „noch immer gelten“ würden, heißt es in der Begründung der Vorlage der EU-Kommission. Dazu fand nun am 9. Juli 2015 eine Abstimmung im Europaparlament statt, zu der CRIIRAD den Abgeordneten im Vorfeld eine eigene Analyse der Kommissionsvorlage zur Kenntnis gab.

So kam eine Mehrheit wenigstens für einen Zusatzantrag die „Nahrungsmittel minderer Bedeutung“ („Minor food“) betreffend zustande. Die Abgeordneten plädierten mit 346 zu 322 Stimmen bei 4 Enthaltungen knapp dafür, die exorbitanten Höchstwerte für diese Nahrungsmittel zu verringern. Entsprechend dem EURATOM-Vertrag ist das Europäische Parlament jedoch lediglich beratend an der Festsetzung der Höchstwerte beteiligt.

Alle anderen skandalös hohen Belastungswerte in der Vorlage der EU-Kommission winkten die Abgeordneten des Europaparlaments dagegen mit 455 zu 189 Stimmen bei 30 Enthaltungen durch.

Strahlentelex hatte über die skandalösen Höchstwerte radioaktiver Belastung von Nahrungsmitteln in der Europäischen Union (EU) bereits ausführlich anläßlich der Vorlage des Entwurfs durch die EU-Kommission (COM(2013)576 final) in der Ausgabe 642-643 vom 3. Oktober 2013 berichtet (www.strahlentelex.de/Stx_13_642-643_S01-03.pdf) und festgestellt, daß sich im Katastrophenfall die EU-Bürger selber helfen müssen und keine Hilfe von Regierungen und Behörden bei der Minimierung der Strahlenbelastung erwarten können.

Prof. Mag. Heinz Stockinger von der Salzburger Plattform gegen Atomgefahren (PLAGE) fertigte eine deutsche Übersetzung der CRIIRAD-Analyse aus dem Französischen an, die Strahlentelex dokumentiert.

Stx688-691.2015.14-17.4 (4 Seiten)

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Katastrophen-planung

„Eine Erweiterung der Katastrophenschutz-Planungsgebiete für die Umgebung des Berliner Forschungsreaktors BER II ist nicht vorgesehen“. Die Bundesregierung sieht sich nicht veranlasst, Aktivitäten der Länder im Bereich des Katastrophenschutzes im Allgemeinen und des Landes Berlin für den Forschungsreaktor BER II im Besonderen zu bewerten. Planung, Vorbereitung und Durchführung von Katastrophenschutzmaßnahmen seien Aufgaben, die in der alleinigen Verantwortung der Bundesländer liegen, schreibt sie in einer Antwort vom 27. März 2015 auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion Die Linke. Die Bundesregierung verweist auf Informationen des für den Forschungsreaktor BER II zuständigen Landes Berlin, wonach eine Erweiterung der für die Umgebung des BER II bisher vorgesehenen Katastrophenschutz-Planungsgebiete nicht vorgesehen sei,

Stx680-681.2015.14.1 (1 Seite)

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Katastrophen-planung

Der Forschungsreaktor in Berlin-Wannsee wird illegal betrieben. Droht ein weiteres Tschernobyl in Berlin und Potsdam? Von Anfang an ist die vom Helmholtz Zentrum Berlin (HZB) in Berlin-Wannsee mit einem Atomreaktor betriebene Forschung nicht sicher gewesen. Auch heute kann es bei dem in die Jahre gekommenen Reaktor BER II jederzeit zu einem nicht mehr beherrschbaren Unfall kommen, was sich bei der Größe des Reaktors für die Bevölkerung Berlins und Potsdams verheerend auswirken würde. Ohne ein nach Paragraph 7 Absatz 1 des Atomgesetzes vorgeschriebenes Genehmigungsverfahren in Gang zu setzen, hat das HZB zwei wesentliche Veränderungen an der Reaktoranlage vorgenommen: Ein neues Bauteil im Reaktorbecken und ein verändertes Design des direkt am heißen Reaktorkern befindlichen konischen Strahlrohrs, das die mit tiefkaltem Wasserstoff gefüllte Kalte Quelle enthält. Von Dietrich Antelmann.

Stx680-681.2015.12-13.2 (2 Seiten)

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Katastrophen-planung

Ein europäischer Standard für die Planung von Katastrophenschutzmaßnahmen für Atomkraftwerke. Die Leiter der europäischen Strahlenschutz- und Reaktorsicherheitsbehörden haben erstmals ein europaweites Konzept für die Bewältigung von schweren kerntechnischen Unfällen vorgelegt, das auf eine Initiative des deutschen Bundesumweltministeriums (BMUB) zurückgehe und ein einheitliches Bewertungsschema für den Zustand von Atomanlagen enthalte. Das erklärte das BMUB anläßlich der Veröffentlichung des Papiers am 24. November 2014. Damit würden auch erstmals grenzüberschreitende Empfehlungen für erste Maßnahmen bei schweren Atomunfällen gegeben.

Stx670-671.2014.6-7.2 (2 Seiten)

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Katastrophen-planung

Die Bundesregierung sieht in der Ukraine-Krise keine Gefahr für Atomanlagen. Der Bundesregierung liegen keine Hinweise darauf vor, dass sich der aktuelle Konflikt in der Ukraine beziehungsweise der Ausschluss Russlands aus der G8 auf die Sicherheit der Nuklearanlagen in der Ukraine und den umliegenden Ländern ausgewirkt hat. Wegen der eskalierenden Kämpfe in der Ukraine wächst jedoch offenbar trotzdem das Risiko für ein Atomunglück in dem Land. Nur 200 Kilometer von der Kampfzone entfernt steht Europas größtes Atomkraftwerk mit sechs Reaktoren.

Stx664-665.2014.12.1 (1 Seite)

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Katastrophen-planung

Elf Precursor-Fälle von 2007 bis 2009. Insgesamt elf meldepflichtige Ereignisse in Atomkraftwerken wurden nach Angaben der Bundesregierung in den Jahren 2007, 2008 und 2009 als sogenannte Precursor-Ereignisse eingestuft.

Stx662-663.2014.12.1 (1 Seite)

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Katastrophen-planung

Ukraine: Ein altes Argument: Atomkraftwerke können in Krieg und Bürgerkrieg nicht verteidigt werden. Es gehört zu den ältesten Argumenten gegen den Betrieb von Atomkraftwerken, daß man mit einem AKW eine Atombombe im eigenen Land hat. Mit den heute leicht zugänglichen Waffen, auch mit tragbaren Waffen – können AKW so stark beschädigt werden, daß sie außer Kontrolle geraten. Gegenwärtig besteht in der Ukraine eine Situation, die sehr dicht an einen Bürgerkrieg heranreicht. Womöglich ist der Bürgerkrieg schon im Gange, Niemand kann mehr ausschließen, daß es darüber hinaus zu einem Krieg kommt. In der Ukraine gibt es 15 laufende AKW-Blöcke.

Stx656-657.2014.11.1 (1 Seite)

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Katastrophen-planung

Keine Reaktorsicherheit in Rußland. „Bedauerliche Situation“ in Japan. Die russischen und ukrainischen Atomkraftwerke (AKW) weisen massive Sicherheitslücken auf und entsprechen nicht den modernen Anforderungen. Die Qualifikation des Personals sei mangelhaft, die Normen für die radioaktive Sicherheit würden immer weiter aufgeweicht und das Problem der Lagerung der abgebrannten Brennstäbe sei bislang ungelöst. Diese Einschätzungen gab Vladimir Kuznetsov, Professor der Arkhangelsk Arctic State University, am 19. März 2014 in einer öffentlichen Anhörung des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit des Deutschen Bundestages.

Im Anschluß an die Ausführungen Vladimir Kuznetsovs berichtete der frühere japanische Premierminister Naoto Kan dem Ausschuß vom Hergang und den Folgen der Atomkatastrophe von Fukushima im März 2011. Kan, der zum Zeitpunkt der Katastrophe Regierungschef war, betonte, dass nach dem Unfall alle japanischen Atomanlagen stillgelegt worden seien. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Energiemix sei seitdem massiv gestiegen und es habe sich gezeigt, dass die japanische Wirtschaft auch ohne Atomkraft auskomme. Obwohl fast 70 Prozent der Bevölkerung den Atomausstieg befürworten, setze sich die neue liberaldemokratische Regierung jedoch wieder für die Inbetriebnahme der Atomkraftwerke ein.

Stx656-657.2014.10-11.2 (2 Seiten)

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Katastrophen-planung

Neue deutsche Notfallpläne bringen nur vergleichsweise reduzierten Strahlenschutz. Zum dritten Jahrestag der Reaktorenkatastrophe von Fukushima hat die deutsche Strahlenschutzkommission (SSK) jetzt neue Empfehlungen für die Notfallpläne rund um die deutschen Atomkraftwerke vorgelegt. Sie beziehen sich auf eine Analyse des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) vom April 2012, „basierend auf den Erfahrungen aus dem Unfall in Fukushima“.

Stx654-655.2014.9-10.2 (2 Seiten)

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Katastrophen-planung

Die Evakuierungsgebiete sollen nun auch in Deutschland etwas größer werden. „Das Strahlenschutzrecht soll modernisiert werden. Der radiologische Notfallschutz zur Bewältigung von Katastrophen in kerntechnischen Anlagen wird auf Grundlage der Erfahrungen von Fukushima konzeptionell an[ge]passt." So steht es im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD für die neue Legislaturperiode. Die deutsche Strahlenschutzkommission (SSK) bereitet nun fast 3 Jahre nach der Katastrophe von Fukushima Nachbesserungen für den Katastrophenschutz in Deutschland vor und bezieht sich dabei auf eine Analyse des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) vom April 2012, „basierend auf den Erfahrungen aus dem Unfall in Fukushima“.

Stx646-647.2ß13.6-7.2 (2 Seiten)

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Katastrophen-planung

Der atomare Katastrophenschutz ist veraltet und zu kleinräumig. IPPNW: Die Innenminister sind tatenlos und die Katastrophenschutzbehörden sind überfordert. Anläßlich der Herbsttagung der Innenministerkonferenz vom 5. bis 7. Dezember 2012 in Rostock-Warnemünde wendet sich die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW mit einem Offenen Brief zum Katastrophenschutz an alle Innenminister Deutschlands. Auf der Konferenz wird über die Konsequenzen beraten, die sich aus dem Super-GAU von Fukushima für die noch laufenden Atomkraftwerke in Deutschland ergeben. Eine Studie des Bundesamtes für Strahlenschutz vom Frühjahr 2012 zeigte die Unmöglichkeit auf, im Fall einer Atomkatastrophe notwendige Zwangsumsiedlungen von Hunderttausenden von Menschen zu realisieren.

Stx622-623.2012.14.1 (1 Seite)

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Folgen von Fukushima: Durchhalteparolen und falsche Strahlenmessungen. Eindrücke aus Japan eineinhalb Jahre nach der Havarie der Atomreaktoren von Fukushima I (Daiichi).

Wer in dieser Zeit durch die Präfektur Fukushima im Nordteil der japanischen Hauptinsel Honshu reist, kann kaum vermeiden, auf höhere und niedrigere Chargen der Internationalen Strahlenschutzkommission (ICRP), der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEA), der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und der Vereinten Nationen (UNO) zu stoßen. Außerdem bereisen Wissenschaftler diverser japanischer und ausländischer Hochschulen mit unterschiedlichen Motiven die Region.

Im März 2011 waren in der Folge eines Erdbebens die Atomkraftwerke von Fukushi-ma I (Daiichi) an der japanischen Pazifikküste außer Kontrolle geraten und explodiert. Es kam zu sogenannten Kernschmelzen und zu Frei-setzungen gewaltiger Mengen radioaktiver Stoffe.

Es gebe jetzt viele Forscher, die sich für die Lage der 4 Millionen betroffenen Bewohner im Umkreis der havarierten Fukushima-Reaktoren interessierten. Das helfe den Menschen jedoch nicht. Denn diese wollten wissen, wie sie sich jetzt schützen können. So beschrieb die japanische Ärztin Katsumi FURITSU, Preisträgerin des Nuclear-Free Future Award 2012, in einem Vortrag vor Frauen und Müttern in der Stadt Fukushima am 13. November 2012 die Situation heute. Sie geht davon aus, daß in Fukushima etwa die zehnfache Zahl an Bewohnern betroffen ist wie in Tschernobyl. – Ein Reisebericht von Annette Hack und Thomas Dersee.

Stx622-623.2012.1-9.9 (9 Seiten)

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„Nichts gelernt aus Fukushima“. IPPNW: Der Richtwert für Evakuierungen im Katastrophenschutz ist zu hoch. Das Bundesumweltministerium hat bisher keinerlei Konsequenzen aus einer Studie des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) vom Herbst 2011 gezogen, in der die Folgen einer Atomkatastrophe in Deutschland nach Fukushima neu eingeschätzt werden. Das kritisierte am 15. August 2012 auf einer Pressekonferenz in Hannover ein Bündnis von Antiatominitiativen der „Regionalkonferenz Grohnde abschalten“, in der auch Mitglieder der atomkritischen Ärzteorganisation IPPNW mitarbeiten. Der Eingreifrichtwert von 100 Millisievert (mSv) für die dauerhafte Umsiedlung in Deutschland muß anhand der japanischen Erfahrungen neu diskutiert werden, fordert die IPPNW. Eine Absenkung auf 20 mSv wie in Japan würde die Zahl der zu Evakuierenden vervielfachen.

Stx616-617.2012.6.1 (1 Seite)

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Katastrophen-planung

Schwere AKW-Unfälle sind wahrscheinlicher als bisher angenommen. Studie: Atomaufsichten gehen von mangelhaften Sicherheitsanalysen aus. Schwere Unfälle in einem Atomkraftwerk sind erheblich wahrscheinlicher, als Atomaufsichten und Wissenschaft bisher annehmen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie unter der Leitung von Dr. Helmut Hirsch vom Beraterbüro cervus nuclear consulting, die Greenpeace am 29. Februar 2012 in Berlin vorstellte. Die Studie deckt gravierende Mängel in der sogenannten „Probabilistischen Risikoanalyse“ (PRA) auf, die unter anderem für die Ermittlung von Unfallwahrscheinlichkeiten verwendet wird.

Stx606-607.2012.12-13.2 (2 Seiten)

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Katastrophen-planung

Buchmarkt: Neuer Gefährdungsatlas zeigt: Nukleare Gefahren gehen nicht nur von AKWs aus. Die Deutsche Umweltstiftung hat ihren AKW-Gefährdungsatlas in einer völlig neuen, überarbeiteten Auflage vorgestellt. Erstmals sind nicht nur alle Atomkraftwerke in Deutschland und dem grenznahen Ausland enthalten, sondern auch weitere nukleare Anlagen. Der AKW-Gefährdungsatlas der Deutschen Umweltstiftung (3. Auflage) kann zum Preis von 10,- Euro im Buchhandel (ISBN 978-3-942466-00-4) oder direkt bei der Deutschen Umweltstiftung http://www.atlas.deutscheumweltstiftung.de bestellt werden.

Stx588-589.2011.11-12.2 (2 Seiten)

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Katastrophen-planung

Designierte AKW-Chefin versagte bei praktischer Prüfung. Vattenfall gibt in Krümmel und Brunsbüttel auf. Die vom AKW-Betreiber Vattenfall als neue Betriebsleiterin für das AKW Krümmel an der Elbe vorgesehene Ulrike Welte ist im Dezember 2010 bei der praktischen Prüfung durchgefallen. Die 56-jährige Physikerin sollte den Reaktor in einer Simulation auf dem Übungsleitstand des Atomkraftwerks in 30 bis 60 Minuten in einen sicheren Zustand herunterfahren, was ihr auch nach zwei Stunden nicht gelungen war. Die grundsätzliche Zuverlässigkeit und Eignung von Vattenfall zum Betreiben von Atomkraftwerken steht nun in Frage und Vattenfall will jetzt die Betriebsführung der AKW Krümmel und Brunsbüttel an den Miteigentümer Eon übergeben. Das teilten beide Konzerne am 15. Dezember 2010 mit.

Stx576-577.2011.6-7.2 (2 Seiten)

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Katastrophen-planung

Atomsicherheit: Die Bundesregierung verfügt über keine eigenständigen Sicherheitsbewertungen. Die Sicherheitsbewertung von Kernkraftwerken in Deutschland erfolgt durch die zuständigen Aufsichtsbehörden der Länder. Dies teilte die Bundesregierung jetzt in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen mit. Als Quellen dienten den Behörden vor allem die Sicherheitsüberprüfungen, die die Betreiber der Kraftwerke den Aufsichtsbehörden vorlegen, schreibt die Regierung. Somit lägen ihr keine vollständige technische Dokumentation der Anlagezustände vor.

Stx564-565.2010.6.1 (1 Seite)

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Katastrophen-planung

Atomunfälle: AKW-Gefährdungsatlas. Eine Arbeitsgruppe der Deutschen Umweltstiftung hat in mehrwöchiger Kleinarbeit die Bevölkerungszahlen in den Gefährdungsregionen der aktuell in Betrieb befindlichen deutschen Atomkraftwerke ermittelt und in einem Gefährdungsatlas dargestellt. Dabei ergaben sich gefährdete Bevölkerungen zwischen 5,4 Millionen (Gundremmingen) und bis zu 11,8 Millionen (Neckarwestheim). Besonders gefährdet sind demnach die Menschen um Bremen, die im unmittelbaren Einzugsbereich von 6 AKWs leben müssen. Der AKW-Gefährdungsatlas kann als Karte im Format DIN A1 über die Homepage www.deutscheumweltstiftung.de gegen eine Spende bestellt werden.

Stx554-555.2010.1 (1 Seite)

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Katastrophen-planung

Jod-Tabletten endlich verteilt. Am 17. Oktober 2005 begann in einem Radius von 10 Kilometern um das Atomkraftwerk Krümmel und um den Forschungsreaktor des Forschungszentrums GKSS bei Geesthacht die kostenlose Verteilung von Kaliumjodid-Tabletten der österreichischen Marke „Lannacher 65 mg“. Zuvor war dies vom Kieler Innenministerium bereits für Juni 2005 angekündigt worden, nachdem die Tabletten ursprünglich bereits Ende 2004 ausgegeben werden sollten.

Stx452-453.2005.6.1 (1 Seite)

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Katastrophen-planung

Nur Deutschland bläst Nebel. Vernebelungstaktik für Atomanlagen erhielt Auflagen. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) hat das von den Betreibern vorgeschlagene Vernebelungskonzept zum Schutz der deutschen Atomkraftwerke (AKW) vor Terrorangriffen mit Anforderungen versehen. Nach dem sogenannten "Tarnkonzept" soll im Falle eines Angriffs das betroffene AKW mit künstlichem Nebel verhüllt werden, um die Wahrscheinlichkeit eines gezielten Flugzeugabsturzes auf das Reaktorgebäude zu vermindern. Beim AKW Grohnde in Niedersachsen soll das Konzept erprobt werden.

Stx450-451.2005.6.1 (1 Seite)

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Katastrophen-planung

Vorrat an Jodtabletten wird ausgetauscht. Der bei den Ländern vorhandene Bestand an Jodtabletten für den Fall eines Atomunfalls wird in diesen Tagen erneuert. Das teilte das Bundesum-weltministerium (BMU) in Berlin mit. Die Tabletten, die bis Ende September 2004 an die Länder sowie sieben neu eingerichtete Zentrallager im Bundesgebiet ausgeliefert sein sollen, dienten dem vorsorglichen Schutz der Bevölkerung, heißt es. Grund für die Ersatzbeschaffung der Jodtabletten seien Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation und der Strahlenschutzkommission (SSK). In der Bundesrepublik waren erstmals 1975 Empfehlungen zur Jodblockade für den Fall eines Atomunfalls ausgesprochen und Jodtabletten von den Bundesländern für den Katastrophenschutz im 25 Kilometer-Umkreis der Atomkraftwerke beschafft worden. Diese Tabletten werden jetzt ausgetauscht.

Stx420-421.2004.4.1 (1 Seite)

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Katastrophen-planung

Jodtabletten für Amerikaner. Polen als Vorbild. In den Vereinigten Staaten sollen in großem Umfang Kaliumjodid-Tabletten gelagert und an die Bevölkerung verteilt werden. Von den Tabletten erhofft man sich eine vorbeugende Wirkung gegen Schilddrüsenkrebs, mit dem bei der Freisetzung von radioaktivem Jod gerechnet wird, etwa bei einem Reaktorunfall oder einem Terrorakt mit radioaktiven Stoffen.

Stx398-399.2003.5,6.2 (2 Seiten)

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Katastrophen-planung

Gutachten zu Flugzeugangriffen auf AKW übergeben. Das Bundesumweltministerium hat am 30. Januar 2003 Vertretern der Länder Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein ein Gutachten der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) zu den Auswirkungen terroristischer Flugzeugangriffe auf Atomkraftwerke übergeben. Das Gutachten wurde im Rahmen einer Besprechung über das weitere Vorgehen von Bund und Ländern überreicht, zu der Staatssekretär Rainer Baake ins Bundesumweltministerium nach Berlin eingeladen hatte. Bund und Länder sind sich der Meldung zufolge einig, die Ergebnisse des GRS-Gutachtens, das abstrakte und theoretische Szenarien zu Flugzeugangriffen auf Atomanlagen enthalten soll, vertraulich zu behandeln. Damit solle ausgeschlossen werden, daß diese Informationen von potentiellen Tätern für kriminelle Handlungen mißbraucht werden können. Mit einem Kommentar von Sebastian Pflugbeil.

Stx386-387.2003.8.1 (Kurzmitteilung, 1 Seite)

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Katastrophen-planung

Mangelhafter Katastrophenschutz bei Atomunfällen in Deutschland. Die Katastrophenschutzplanung für Atomunfälle ist in Deutschland mangelhaft. Das zeigt am Beispiel des Atomkraftwerks Gundremmingen der Sprecher der Ulmer Ärzteinitiative Reinhold Thiel. Denn Jod-Tabletten sind nicht für alle da.

Stx366-367.2002.5-7.3 (3 Seiten)

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Katastrophen-planung

Entseuchung von Ackerland. In Zukunft wolle man verstärkt versuchen, durch den Reaktorunfall von Tschernobyl verseuchte Flächen wieder zu entgiften, da sie für die Landwirtschaft seiner kleinen GUS-Republik fehlten. Das erklärte Igor Ralewitsch, Vizechef des für die Schäden zuständigen weißrussischen Staatskomitees, im April 1993 in Minsk der Deutschen Presseagentur. Was man sich unter einer solchen Entseuchung vorzustellen hat, haben Dr. Artur Dressler von der Abteilung Strahlenhygiene des Paul Scherrer Instituts (PSI) in Villingen (Schweiz) und Dr. Jakob Oertli vom Institut für Pflanzenwissenschaften des ETH-Zentrums in Zürich 1992 und 1993 beschrieben.

Stx152-153.1993.4.1 (1 Seite)

Katastrophen-planung

Notfallmeldungen: Dosisrichtwerte für die Einleitung von Maßnahmen bei Atomkatastrophen. Bei Atomkatastrophen werden in der Strahlenschutzverordnung festgelegte Dosisgrenzwerte nicht angewendet. Wenn Behörden dazu auffordern im Haus zu bleiben, dann ist die Strahlenbelastung für eine Woche bereits 167 und für die Schilddrüse bis 278 mal größer, als der Bevölkerung durch künstliche Radionuklide aus dem "Normalbetrieb" kerntechnischer Anlagen im ganzen Jahr höchstens zugemutet wird.

Stx98-99.1991.1,2.2 (2 Seiten)

Katastrophen-planung

Wien: Österreich verteilt Kaliumjodid-Tabletten. Nach vergeblichen Bemühungen der österreichischen Bundesregierung in Wien, die Tschechoslowakei zu einem unverzüglichen Ausstieg aus der Atomenergie zu bewegen, ist in Österreich am 1. Februar 1991 mit der Ausgabe von Kaliumjodid-Tabletten an die Bevölkerung begonnen worden. Die Tabletten sollen die Schilddrüse gegen Strahlung durch radioaktives Jod weniger anfällig machen.

Stx98-99.1991.9,10.2 (2 Seiten)

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Forschungsreaktoren: Unzureichender Katastrophenschutz beim BER II in Berlin. Der Reaktor in Berlin-Wannsee BER II ist mit Abstand der störanfälligste Forschungsreaktor in Deutschland. Während der älteste, 1965 in Betrieb gegangene Mainzer Reaktor bis heute nur 5 meldepflichtige Ereignisse ausweist, kommt der 1973 in Betrieb gegangene Berliner BER II auf 74 Ereignisse. Das Sicherheitsgutachten, auf das sich der Betreiber, das Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB), und die Atomaufsicht berufen, geht zudem von der nicht nachzuvollziehenden Annahme aus, daß bei einem schweren Unfall mit massiver Freisetzung und Zerstörung des Gebäudes noch 50 Prozent des Radiojod und 95 Prozent des Radiocäsium im zerstörten Gebäude zurückgehalten werden. Das ergab ein am 11. Juli 2016 von der Bundestagsfraktion Die Grünen/Bündnis 90 veranstaltetes Fachgespräch zu „Problemen und Herausforderungen“ der Forschungsreaktoren in Deutschland.

Stx710-711.2016.11.1 (1 Seite)

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Designierte AKW-Chefin versagte bei praktischer Prüfung. Vattenfall gibt in Krümmel und Brunsbüttel auf. Die vom AKW-Betreiber Vattenfall als neue Betriebsleiterin für das AKW Krümmel an der Elbe vorgesehene Ulrike Welte ist im Dezember 2010 bei der praktischen Prüfung durchgefallen. Die 56-jährige Physikerin sollte den Reaktor in einer Simulation auf dem Übungsleitstand des Atomkraftwerks in 30 bis 60 Minuten in einen sicheren Zustand herunterfahren, was ihr auch nach zwei Stunden nicht gelungen war. Die grundsätzliche Zuverlässigkeit und Eignung von Vattenfall zum Betreiben von Atomkraftwerken steht nun in Frage und Vattenfall will jetzt die Betriebsführung der AKW Krümmel und Brunsbüttel an den Miteigentümer Eon übergeben. Das teilten beide Konzerne am 15. Dezember 2010 mit.

Stx576-577.2011.6-7.2 (2 Seiten)

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Atomsicherheit: Die Bundesregierung verfügt über keine eigenständigen Sicherheitsbewertungen. Die Sicherheitsbewertung von Kernkraftwerken in Deutschland erfolgt durch die zuständigen Aufsichtsbehörden der Länder. Dies teilte die Bundesregierung jetzt in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen mit. Als Quellen dienten den Behörden vor allem die Sicherheitsüberprüfungen, die die Betreiber der Kraftwerke den Aufsichtsbehörden vorlegen, schreibt die Regierung. Somit lägen ihr keine vollständige technische Dokumentation der Anlagezustände vor.

Stx564-565.2010.6.1 (1 Seite)

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Atomunfälle: AKW-Gefährdungsatlas. Eine Arbeitsgruppe der Deutschen Umweltstiftung hat in mehrwöchiger Kleinarbeit die Bevölkerungszahlen in den Gefährdungsregionen der aktuell in Betrieb befindlichen deutschen Atomkraftwerke ermittelt und in einem Gefährdungsatlas dargestellt. Dabei ergaben sich gefährdete Bevölkerungen zwischen 5,4 Millionen (Gundremmingen) und bis zu 11,8 Millionen (Neckarwestheim). Besonders gefährdet sind demnach die Menschen um Bremen, die im unmittelbaren Einzugsbereich von 6 AKWs leben müssen. Der AKW-Gefährdungsatlas kann als Karte im Format DIN A1 über die Homepage www.deutscheumweltstiftung.de gegen eine Spende bestellt werden.

Stx554-555.2010.1 (1 Seite)

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Personen: Die Gesichter des Störfalls. Entlassung und Rücktritte bei Vattenfall. Wie die Tagesmedien ausführlich berichteten, war es in den vom schwedischen Stromkonzern Vattenfall betriebenen deutschen Atomkraftwerken Brunsbüttel und Krümmel seit dem 28. Juni 2007 zu einer Pannenserie mit Bränden und weiteren Unregelmäßigkeiten gekommen. Zwei Wochen später stellte das Bundesumweltministerium Fehlverhalten des Personals fest und die schleswig-holsteinische Atomaufsicht warf Vattenfall Inkompetenz und Täuschung von Behörden und Öffentlichkeit vor. Am 13. Juli schließlich wurde die Polizei mit einem Durchsuchungsbeschluß in den Büroräumen des AKW Krümmel vorstellig, um die Namen des beteiligten Personals zu ermitteln, die Vattenfall zuvor nicht nennen wollte. Vattenfall räumte nun – nach zwei Wochen – Bedienungs- und Kommunikationsfehler ein und entließ am 16. Juli 2007 Bruno Thomauske, den Chef der deutschen Atomsparte. Gleichzeitig trat auch der PR-Chef und Pressesprecher Johannes Altmeppen von seiner Funktion zurück. Schließlich trat am 18. Juli auch der Chef von Vattenfall Europe, Klaus Rauscher, zurück und der Chef des schwedischen Mutterkonzerns, Lars Göran Josefsson, versprach einen „Neuanfang“ und „größtmögliche Offenheit“.

Stx494-495.2007.11-12.2 (2 Seiten)

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Deutschland

Deutsche Atomkraftwerke haben schwere Sicherheitsdefizite. Deutsche Atomkraftwerke schneiden im internationalen Vergleich schlecht ab. Gefährliche Fehlkonstruktion in deutschen Atomkraftwerken. Brände können zum Super-GAU führen. Brunsbüttel-Mängelliste dokumentiert gefährliche Kungelei von Atomindustrie, Gutachterorganisationen und Aufsichtsbehörde in Schleswig-Holstein. Die Ärzteorganisation IPPNW widerspricht Ansichten wie der des bayerischen Wirtschaftsministers Erwin Huber (CSU), die deutschen Atomreaktoren seien „die sichersten Kernkraftwerke der Welt“ (Bayern2Radio vom 16. Juli 2007). Die Ärzteorganisation verweist auf einen bereits 1997 von der OECD veröffentlichten internationalen Vergleich von Atomkraftwerken, eine Art „Pisa-Studie für Kernkraftwerke“. Demnach ist bei deutschen Atomkraftwerken die Gefahr extrem hoch, daß es bei einer Kernschmelze zu massiven Freisetzungen von Radioaktivität kommt. Der OECD-Vergleich ergab, daß in dem deutschen Referenz-Atomkraftwerk Biblis B die bei einer Kernschmelze zu erwartende Wasserstoffkonzentration im Sicherheitsbehälter mit 19 Prozent weitaus größer ist als in ausländischen Referenz-Anlagen (mit 10 bis 15 Prozent).

Stx494-495.2007.9-11.3 (3 Seiten)

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Deutschland

Nur Deutschland bläst Nebel. Vernebelungstaktik für Atomanlagen erhielt Auflagen. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) hat das von den Betreibern vorgeschlagene Vernebelungskonzept zum Schutz der deutschen Atomkraftwerke (AKW) vor Terrorangriffen mit Anforderungen versehen. Nach dem sogenannten "Tarnkonzept" soll im Falle eines Angriffs das betroffene AKW mit künstlichem Nebel verhüllt werden, um die Wahrscheinlichkeit eines gezielten Flugzeugabsturzes auf das Reaktorgebäude zu vermindern. Beim AKW Grohnde in Niedersachsen soll das Konzept erprobt werden.

Stx450-451.2005.6.1 (1 Seite)

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Deutschland

Leiharbeit: Atomopfer Michael Weber gestorben. Der Initiator des Vereins Atomopfer e.V., Michael Weber, ist am 17. September 2003 nach langer, schwerer Krankheit gestorben. Er starb an den Folgen eines Arbeitsunfalls, den er 1971 als 19-jähriger bei einem Ferienjob als Leiharbeiter in der Uranfabrik RBG-Siemens in Hanau erlitten hatte. Einen Prozess gegen Siemens konnte Weber aus finanziellen Gründen nicht zu Ende führen.

Stx404-405.2003.8.1 (1 Seite)

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Deutschland

Kernbrennstoff-Kügelchen: Staatsanwaltschaft bestätigt Kernbrennstoffunde in Hanauer Wohngebiet. Die Hanauer Staatsanwaltschaft konstatiert einen Störfall mit radioaktiven Freisetzungen, die aber den Zaun der Nuklearanlage nur in einem Ausmaß überflogen hätten, der für die Wohnbevölkerung im Vergleich zur natürlichen und sonstigen zivilisatorischen Strahlenbelastung keine Gesundheitsgefährdung befürchten lasse. Deshalb stellte sie im am 20. Juni 2002 ihr Ermittlungsverfahren wegen radioaktiver Kügelchen, die im Hanauer Stadtteil Wolfgang gefunden worden waren ein. Zuvor hatte am 8. Juni 2002 der Leiter der hessischen Atomaufsicht, Dr. Helge Schier, auf einer Veranstaltung der Ärzteorganisation IPPNW eingestanden, daß es sich bei den kernbrennstoffhaltigen Kügelchen doch nicht, wie von seinem Umweltminister Wilhelm Dietzel (CDU) behauptet, um "harmlosen Wurmkot" handelt. Auf direktes Befragen gab der Beamte vor den anwesenden Hanauer Bürgern auch erstmals zu, daß es im Januar 1987 ein Ereignis mit Freisetzung von Radioaktivität in der Hanauer Anlage gegeben habe. Die RWE-Tochter Hobeg produzierte in Hanau bis 1988 die Brennelemente-Füllung für den sogenannten Kugelhaufen-Reaktor THR.

Stx372-373.2002.1-3.3 (3 Seiten)

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Deutschland

Die Kontaminationen mit Kernbrennstoffen bei Geesthacht und Hanau: Das Karlsruher Institut für Transurane mißt 10.000 mal schlechter als andere Institute und das Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie erzählt etwas über den Inhalt von Regenwurmdärmen. Eine Stellungnahme zu den Untersuchungsberichten des Instituts für Transurane (Karlsruhe) vom 3. Juni 2002 für das Landeskriminalamt (LKA) Schleswig-Holstein und des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie zu Hanau vom 7. Mai 2001. Von Dr. Helga Dieckmann und Prof. Dr. Inge Schmitz-Feuerhake.

Stx372-373.2002.3-7.5 (5 Seiten)

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Deutschland

Dokumentation: Entwicklung der Bewertungsbasis für PAC-, ICF-Kernbrennstoffkügelchen. Die Entwicklung der Bewertungsbasis für PAC-, ICF-Kernbrennstoffkügelchen durch die Arbeitsgemeinschaft Physikalische Analytik und Meßtechnik (ARGE PhAM) von 1996 bis Mai 2002 dokumentiert Strahlentelex in dieser Ausgabe. (PAC = Plutonium, Americium, Curium; ICF = Inertial Confinement Fusion). Fazit: Die großflächige Verbreitung der aufgefundenen Kügelchen und Bruchstücke (sowohl in der Elbgeest als auch in Hanau) kann nach Meinung von mehreren Wissenschaftlern aus Gießen und Marburg ihre Ursache ausschließlich in einem Brand, einer Verpuffung oder Explosion haben – eine andere Erklärung sei abwegig. Gegenteilige Behauptungen des Öko-Institutes, daß in Hanau im Januar 1987 kein Vorgang einer Freisetzung stattgefunden habe, sei nie auf den Prüfstand gestellt worden. Es wäre einfach zu belegen, daß diesem Institut falsche Unterlagen zum ursächlichen Unfallmaterial vorlagen. Von einer falschen Materialdeklaration gingen u.a. Helin (Euratom Brüssel) in Verlautbarungen vom März 87 aus sowie der TÜV Bayern im Gutachten von 1992.

Stx370-371.2002.3-5.3 (3 Seiten)

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Deutschland

Kinder-Leukämien: Plutonium in Wohngebieten von Hanau und an der Elbe. Atomskandal wurde jahrelang vertuscht. Auch Grüne Entscheidungsträger ignorieren die Fakten. "Mitten in einem Wohngebiet im hessischen Hanau sind bei Bodenproben radioaktive Partikel gefunden worden. Es handelt sich um millimetergroße Kügelchen. Sie enthalten unter anderem giftiges Plutonium und angereichertes Uran. Auch wenn die ermittelnde Staatsanwaltschaft bisher nicht von einer akuten Gesundheitsgefahr ausgeht, wirft der Fund eine Reihe von Fragen auf. Vor allem die, woher das Material kommt. Merkwürdig auch, daß ähnliche Partikel in Schleswig-Holstein gefunden wurden. Und genau so ähnlich wie die Funde waren auch die Mauern des Schweigens - in Hanau wie in Kiel." Das verkündete der Südwestrundfunk in Mainz am 6. Mai 2002 in dem ARD-Politikmagazin REPORT. Wissenschaftler der Arbeitsgemeinschaft Physikalische Analytik und Meßtechnik (ARGE PhAM) hatten in einer am selben Tag veröffentlichten Studie im Auftrag der deutschen Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) das Vorkommen von sogenannten PAC-Kernbrennstoff-Kügelchen im Nahbereich der Geesthachter Atomanlagen (Elbmarsch und -geest) erneut bestätigt. Die Gutachter befassen sich mit der Kernbrennstoffproblematik um die Geesthachter Atomanlagen. Strahlentelex hatte bereits mehrfach berichtet. Massenspektrometrische Untersuchungen von Professor Dr. Bruno K. Meyer am 1. Physikalischen Institut der Universität Gießen belegen nun die Kontamination des Bodens im Nahbereich der Geesthachter Atomanlagen mit pac-Kernbrennstoffpartikeln. In den Partikeln wurden Plutoniumisotope (Transurane) nachgewiesen. Die in Gießen untersuchten Partikel waren aus von dem Kieler Privatdozenten Dr. A. F. G. Stevenson eigenhändig gewonnenen Bodenproben separiert worden. Stevenson ist habilitierter Strahlenbiologe und wissenschaftlicher Geschäftsführer der schleswig-holsteinischen Leukämiekommission.

Stx370-371.2002.1-3.3 (3 Seiten)

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Deutschland

Atomwirtschaft: Siedewasserreaktoren sind besonders verwundbar bei terroristischen Angriffen. Das Betriebsrisiko und die Genehmigungsfähigkeit der 6 deutschen Siedewasserreaktoren (SWR) betrachtet der Münchner Diplom-Physiker Reiner Szepan unter dem aktuellen Aspekt (terroristischer) Einwirkungen von Außen (EVA). Dabei bezieht er sich auf das Kerntechnische Regelwerk (KTA), das dem Atomgesetz zufolge dem Stand von Wissenschaft und Technik entsprechen soll. Szepan stellt bisher unbekannte Katastrophenszenarien dar und bezweifelt, daß die geübte Praxis und das neue Atomgesetz mit dem Grundgesetz vereinbar sind.

Stx366-367.2002.3-5.3 (3 Seiten)

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Deutschland

Atomterror: Eine Schnellabschaltung der Atomkraftwerke reicht nicht aus. Das Problem liegt bei den Siedewasserreaktoren. Eine Schnellabschaltung der Atomkraftwerke reicht bei einem gezielten Terrorangriff mit einem großen Verkehrsflugzeug wahrscheinlich nicht aus, um eine Katastrophe zu verhindern. Das geht aus einer ersten Stellungnahme der Reaktorsicherheitskommission (RSK) des Bundesumweltministers hervor, die am 16. Oktober 2001 veröffentlicht wurde. Unklar ist demnach, ob ein Verkehrsflugzeug die Schutzhülle der Reaktoren durchschlagen würde. Nach den Hoffnungen der RSK-Mitglieder könnten zwar neuere Atomkraftwerke die mechanischen Belastungen auffangen, ob aber die Stromleitungen und Kühlsysteme einen Kerosinbrand überstehen können, bleibe ungewiß. Zudem könnten durch die Erschütterungen Rohrleitungen beschädigt werden. Damit drohten eine Kernschmelze und Freisetzung von radioaktiven Stoffen. Der Münchner Diplomphysiker Reiner Szepan weist zudem darauf hin, daß nicht die Castoren eines ungeschützten Zwischenlagers oder die Reaktorgebäude der Druckwasserreaktoren das zentrale Sicherheitsproblem beim Absturz eines betankten Flugzeuges seien, sondern die prinzipielle Bauart der Siedewasserreaktoren, deren Unfallverhalten trotz einer neuen, jedoch geheimen und unvollständigen Expertise des Technischen Überwachungsvereins (TÜV) Süddeutschland nie richtig untersucht worden sei.

Stx356-357.2001.5,6.2 (2 Seiten)

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Deutschland

Elbmarsch-Leukämien: Schleswig-Holsteins Energie-Staatssekretär Voigt sieht "keinen Grund für Evakuierungsmaßnahmen" beim AKW Krümmel und der GKSS. Der Streit um PAC-Kernbrennstoff in Elbmarsch und Elbgeest hält an. Vorwurf der Verfälschung von Meßdaten an Staatssekretär. Kernfusion mit Minibomben beforscht. "Berichte widerlegen Gutachter Gabriel: Kein Kernbrennstoff in der Elbmarsch", überschrieb Pressesprecher Herbert Schnelle im Kieler Ministerium für Finanzen und Energie eine Pressemeldung vom 15. Juni 2001. Sein Energiestaatssekretär Wilfried Voigt (Grüne) habe die Ergebnisse von fünf Untersuchungen vorliegen, die alle zum selben Resultat kämen: "Es gibt keine Anzeichen einer Verschmutzung mit Kernbrennstoffen im Umkreis der kerntechnischen Anlagen in der Elbmarsch."

Gegen Voigts Unterstellungen wehrt sich ARGE PhAM-Projektleiter Gabriel vehement und verlangt "eine klare Antwort auf die Frage, ob am 12. September 1986 aus der Geest ein nuklearer Unfall an die Barschel-Administration in Kiel gemeldet und der Öffentlichkeit verschwiegen worden ist".

PAC-Kernbrennstoff entstammt Fachleuten zufolge einer Entwicklungslinie der 70er und 80er Jahre von sogenanntem Sphere-Pac-Nuklearbrennstoff, der in fortgeschrittenen Brut- und Hybridreaktoren (kombinierte Fusions- und Spaltreaktoren) eingesetzt werden sollte. Wie jetzt erneut bekannt wurde, beschäftigte man sich in Schleswig-Holstein am sogenannten "Institut für Naturwissenschaftlich-Technische Trendanalysen" (INT) mit den "Möglichkeiten und Grenzen der Implosion von Kernspaltungsmaterial", so der Titel einer Studie des INT aus dem Jahre 1975. Das INT ist ein Institut der von der Industrie getragenen Fraunhofer-Gesellschaft und Ableger des Instituts für Reine und Angewandte Kernphysik in Kiel, des universitären Standbeins von GKSS-Gründer Erich Bagge. Zunächst war es in Stohl an der Ostsee, nicht weit von Kiel, und ab Anfang der 80er Jahre in Euskirchen in der Eifel, auf halber Höhe zwischen Jülich und Bonn angesiedelt.

Stx348-349.2001.2-4.3 (3 Seiten)

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Deutschland

Siemens - Hanau: Keine Entschädigung für Atomopfer. Atomopfer Michael Weber scheitert bei seiner 3 Millionen-Klage gegen den Siemenskonzern an den hohen Prozeßkosten. Notgedrungen mußte Michael Weber am 8. März 2001 das Kostenübernahmeangebot von Siemens annehmen und im Gegenzug die Klage zurückziehen. Der Vorsitzende Richter des Oberlandesgerichts Nürnberg-Fürth sah es zwar als erwiesen an, daß Weber an den Folgen seiner Tätigkeit im Reaktorbrennelemente-Werk (RBG) Hanau aufgrund der Strahlenbelastung erkrankt ist, konnte aber in dieser Situation dem Kläger auch nur zu der Annahme des Kostenübernahmeangebots von Siemens bei Rückzug der Klage raten. Da die 3 Millionen-Klage in der ersten Instanz abgewiesen worden war (Strahlentelex hatte in der Ausgabe 326-327 vom 3.8.2000 berichtet) und Weber aus Kostengründen nur noch mit einer geringen Forderung in die zweiten Instanz gehen konnte, hätte er selbst bei einem Sieg fast die gesamten Kosten der ersten Instanz zahlen müssen. Kontakt: Selbsthilfe-Initiative für Atomopfer, Email: info@atomopfer.de, Internet: http://www.atomopfer.de

Stx342-343.2001.7.1 (1 Seite)

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Deutschland

Hanau: Oberlandesgericht konstatiert grob nachlässiges Handeln des hessischen Umweltministeriums bei der Aufklärung eines nuklearen Unfalls in Hanau. Unfall in Hanauer Atomfabrik vom Januar 1987 wurde von der Atomaufsicht verschwiegen. In einem im Auftrage des hessischen Umweltministeriums erstellten Gutachten hatten Wissenschaftler der Arbeitsgemeinschaft Physikalische Analytik und Meßtechnik (ARGE-PhAM), Weinheim, 1993 Hinweise auf einen verschwiegenen Nuklearunfall in den Hanauer Atomfabriken vom Januar 1987 dokumentiert. Sie fanden bei dort Beschäftigten inkorporiertes Americium 242m in einer Größenordnung, die es in zivilen Nuklearzusammenhängen sonst nicht gibt. Das Ministerium fühlte sich daraufhin in seiner Zuständigkeit betroffen, zog den Untersuchungsauftrag zurück und verweigerte mit der Begründung der "Schlechterfüllung" die Honorarzahlung. Dagegen klagte mit Erfolg der Projektleiter der Arbeitsgemeinschaft, Diplom-Ingenieur Heinz Werner Gabriel. In einem inzwischen rechtskräftigen Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main vom 21. Juni 2000 (9 U 139/99) werfen die Richter dem hessischen Umweltministerium grob nachlässiges Handeln vor, weil es seit Ende 1992 nichts veranlaßt habe, um die Umstände des Unfalls zu ermitteln.

Stx334-335.2000.5.1 (1 Seite)

Deutschland

Klage gegen Siemens abgewiesen. Skandalöse Verhältnisse bei der Firma Reaktor-brennelementegesellschaft in Hanau beklagt. Die Klage des nach seinen Angaben radioaktiv verstrahlten ehemaligen Siemens-Arbeiters Michael Weber gegen den Konzern ist vom Landgericht Nürnberg am 26. Juli 2000 ohne weitere Beweisaufnahme aus formalen Gründen abgewiesen worden. Der an Lungenfibrose erkrankte Weber hatte von dem Unternehmen Schadensersatz und Schmerzensgeld in Millionenhöhe verlangt. Die Schmerzensgeldforderung sei verjährt, begründete die 12. Zivilkammer, und die Forderung nach Schadensersatz wurde abgewiesen, weil die Berufsgenossenschaft die Lungenfibrose als Berufskrankheit anerkannt hatte und Weber eine Rente zahlt. Das Gericht prüfte nicht, ob der Strahlenunfall tatsächlich stattgefunden hatte, erkannte jedoch "eine gewisse Wahrscheinlichkeit für den Unfall" und nannte als Indiz den Nachweis von Radionukliden an einer kontaminierten Schuhbürste noch Jahre danach. Siemens bestreitet das. Webers Anwalt Baumann erklärte, bei ihm hätten sich nach der Medienberichterstattung über den Prozeß zahlreiche ehemalige Mitarbeiter der Firma Siemens beziehungsweise ihrer Tochterunternehmen RBG/RBU, Alkem/Nukem und KWU in Verbindung gesetzt, um über die damaligen Arbeitsverhältnisse zu berichten. Sie hätten darüber geklagt, daß die gesetzlichen Vorschriften regelmäßig übertreten worden seien und daß wegen der hohen Radioaktivitätsbelastung in den 70er und 80er Jahren heute sehr viele ehemalige Arbeitskollegen an Nierenkrebs, Schilddrüsenkrebs, Lymphomen etc. erkrankt seien.

Stx326-327.2000.4,5.2 (2 Seiten)

Deutschland

In der Industrie ist der Mensch häufiger Ursache eines Strahlenunfalls als technisches Versagen. Strahlenquellen, ob im medizinischen Bereich oder in der Industrie, führen immer wieder zu sogenannten "meldepflichtigen Vorkommnissen". Gemeint sind Unfälle mit zum Teil grenzwertüberschreitender Strahlenbelastung. In der Bundesrepublik Deutschland sind nach Angaben der Zeitschrift StrahlenschutzPraxis (4/98) zwischen 1991 und 1997 insgesamt 490 Vorkommnisse beim Umgang mit radioaktiven Stoffen den zuständigen Behörden gemeldet worden.

Stx290-291.1999.4.1 (1 Seite)

Deutschland

Folgen eines Atomunfalls in Deutschland. Aus Angst vor einem Akzeptanzverlust der Atomenergienutzung unterbleiben vorbeugende Maßnahmen. Ausgabe von Jodtabletten und Verhaltenstraining für die deutsche Bevölkerung gefordert. "Was wäre, wenn ..." Eine hypothetische Frage, auf die es nur eine hypothetische Antwort geben kann. Doch nach dem Beinahe-GAU 1979 in Harrisburg, dem Super-GAU in Tschernobyl und den Vorfällen in Biblis 1987, bei denen wir um Haaresbreite einer Katastrophe entgangen sind, ist ein nicht beherrschbarer Störfall auch in einem deutschen Atomkraftwerk nicht länger ein hypothetisches Ereignis, das "nach dem Stand von Wissenschaft und Technik praktisch ausgeschlossen ist", und nicht länger ein Schadensfall mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit jenseits "der praktischen Vernunft", wie das Bundesverfassungsgericht 1978 im Kalckar-Urteil das Restrisiko definierte. Wir können deshalb ganz konkret fragen: Was wird sein, wenn im dichtbesiedelten Westeuropa ein Atomkraftwerk außer Kontrolle gerät, wobei man unterstellen darf, daß dieses Ereignis schon morgen eintreten kann. Der Arzt und Biochemiker Dr.med. Roland Scholz, Professor am Institut für Physiologische Chemie, Physikalische Biochemie und Zellbiologie der Universität München, stellte die im Strahlentelex leicht gekürzt dokumentierten Betrachtungen auf dem Internationalen Tschernobyl-Kongreß im April 1996 in der Humboldt-Universität zu Berlin an.

Stx232-233.1996.1-4,9-12.8 (8 Seiten)

Deutschland

Edelgasfreisetzungen im Kernkraftwerk Brokdorf aufgrund defekter Brennstabhüllen. 25 der insgesamt 193 Brennelemente wiesen defekte Hüllrohre auf. Das erklärte ein Sprecher des Energieministeriums von Schleswig-Holstein am 27. Juli 1995.

Stx208-209.1995.10.1 (Kurzmeldung, 1 Seite)

Deutschland

Ulm: WHO-Collaborating Center für Strahlenunfälle. Zum "Collaborating Center in Radiation Emergency Medical Preparedness and Assistance" der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist 1992 die von Prof. Dr. Dr.h.c. Theodor M. Fliedner geleitete Abteilung Klinische Physiologie und Arbeits- und Sozialmedizin der Universität Ulm ernannt worden.

Stx148-149.1993.8.1 (Kurzmeldung, 1 Seite)

Grönland

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Grönland

Entschädigungen 27 Jahre nach Atombomber-Absturz. Mehr als 27 Jahre nach dem Absturz eines US-Atombombers auf Grönland will Dänemarks Regierung die Opfer der dadurch verursachten Plutoniumverseuchung entschädigen. Wie im Januar 1995 in Kopenhagen bekannt wurde, wird dazu ein Expertengremium zusammengestellt.

Stx194-195.1995.7.1 (Kurzmeldung, 1 Seite)

Großbritannien

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Großbritannien

Windscale/Sellafield: Irische See am stärksten radioaktiv verseuchtes Gewässer. Im Oktober 1957 geschah in der britischen Atomkraftanlage Windscale, die heute Sellafield heißt, der wohl folgenschwerste Unfall bis zur Reaktorkatastrophe im sowjetischen Tschernobyl 1986. Zur Jahreswende 1987/88 wurden nach Ablauf von 30 Jahren der Öffentlichkeit Auszüge aus Akten zugänglich gemacht, die die Täuschung der Öffentlichkeit über das Ausmaß der Katastrophe durch die damalige konservative Regierung unter Harold Macmillan dokumentieren. Seit Inbetriebnahme von Sellafield/Windscale im Jahre 1950 geschahen dort mehr als 300 Zwischenfälle. Die benachbarte Irische See muß nach dem Bericht eines Ausschusses des britischen Unterhauses zu den am stärksten radioaktiv verseuchten Gewässern der Welt gezählt werden.

Stx25.1988.1,5.2 + Stx26.1988.5.1 (3 Seiten)

Japan

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Japan

Monju / Japan: Videofilm vom Natriumunfall im AKW Monju aufgetaucht. Die lange geheim gehaltene erste Filmaufnahme vom Unfallort von Monju in Japan vom 9. Dezember 1995 ist jetzt, 12 Jahre später, bei YouTube aufgetaucht:

http://jp.youtube.com/watch?v=Wm3yuygUXQ0  

Der natriumgekühlte Reaktor Monju mit Mischoxid-Brennelementen (MOX) in Tsuruga in der Präfektur Fukui ist Japans einziger Schneller Brüter. Er wurde 1994 in Betrieb genommen und nach einem Natrium-Austritt am 8. Dezember 1995 wieder außer Betrieb gesetzt. Als Alkalimetall reagierte das Natrium heftig und unter starker Wärmeentwicklung mit Sauerstoff und Luftfeuchtigkeit, so daß aus Stahl gefertigte Anlagenteile schmolzen. Die halbstaatliche Betreibergesellschaft Power Reactor and Nuclear Fuel Development Corporation (PNC, heute: Japan Nuclear Cycle Development Institute), versuchte das Ausmaß des Zwischenfalls zu vertuschen, unter anderem indem sie falsche Berichte veröffentlichte, ein nach dem Unfall aufgenommenes Video veränderte und die Angestellten zum Schweigen über das jetzt wieder aufgetauchte erste Video verpflichtete. Die Wiederinbetriebnahme der Anlage ist für dieses Jahr, 2008, vorgesehen.

Stx506-507.2008.6-7.2 (2 Seiten)

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Japan

Erdbeben direkt unter Japans Atomkraftwerken. Größter Atomkraftwerkskomplex der Welt steht auf einer geologischen Verwerfung. Ein starkes Erdbeben am 15. Juli 2007 in unmittelbarer Nähe des größten Atomkraftwerkskomplexes der Welt hat Japans Atomprogramm erschüttert. Am dritten Tag, nach dem Beben mußten der Kernkraftwerksbetreiber Tokyo Electric Power (Tepco) und das für die Atomaufsicht zuständige Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (Meti) eingestehen, daß das AKW Kashiwazaki Kariwa entgegen bisherigen Beteuerungen wahrscheinlich direkt auf der Verwerfung steht, die mit dem Zentrum neun Kilometer vom Kraftwerk entfernt ein Beben der Stärke 6,8 auf der Richter-Skala ausgelöst hatte.

Stx494-495.2007.12.1 (1 Seite)

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Japan

Befragung der Anwohner von Tokaimura. Das japanische Citizens' Nuclear Information Center (CNIC) in Tokyo hat jetzt die englische Übersetzung einer Feldstudie unter den Anwohnern der Brennelementefabrik für Schnelle Brüter von Tokaimura in Japan veröffentlicht. Dort hatte sich, wie seinerzeit berichtet, am 30. September 1999 ein Kritikalitätsunfall ereignet. Die Studie beruht auf Befragungen der Anwohner. Demnach klagen 35 Prozent der an der Untersuchung Teilnehmenden, die in einem Umkreis von 2 Kilometern um die Anlage leben, über gesundheitliche Symptome. Die Anwohner sorgen sich über künftige Strahlenfolgen des Unfalls. Die mangelnde Information während und nach dem Unfall förderte Angst und Unzufriedenheit. Über zwei Drittel der Anwohner zeigte sich zwar kritisch gegenüber der Atomenergie, jedoch sah mehr als die Hälfte die Zukunft der Stadt in einer "Koexistenz mit der Nuklearindustrie". 60 Prozent waren der Ansicht, daß die Standortplanungen von Nuklearanlagen durch Referenden entschieden werden sollten. Der Report ist auf der website von CNIC einsehbar: http://www.cnic.or.jp

Stx350-351.2001.12.1 (1 Seite)

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Japan

Lizenz für Tokaimura entzogen. Ein halbes Jahr nach dem schwersten Unfall in der japanischen Atomgeschichte wird dem Betreiber der Unglücksanlage in Tokaimura endgültig die Lizenz entzogen. In der Uranverarbeitungsanlage der zum Sumitomo-Metal-Konzern gehörenden Firma JCO waren im September 1999 bei einer unkontrollierten atomaren Kettenreaktion nach offiziellen Angaben 439 Menschen radioaktiv verstrahlt worden.

Stx318-319.2000.6.1 (1 Seite)

Japan

Tokaimura: Die Rettungskräfte erlitten hohe Strahlendosen. Der Unfall in der japanischen Brennelementefabrik von Tokaimura im September 1999 zählt nach denen von Harrisburg (1979 in den USA) und Tschernobyl (1986 in der damaligen Sowjetrepublik Ukraine) zu den drei stärksten von mittlerweile weltweit 59 solchen Unfällen.

Stx308-309.1999.3.1 (1 Seite)

Japan

Strahlung nach Atomunfall sprunghaft angestiegen. Japanische Meteorologen haben Mitte März 1997 einen sprunghaften Anstieg von Radioaktivität gemessen, den sie auf das Feuer in der Wiederaufarbeitungsanlage in Tokaimura eine Woche zuvor zurückführen.

Stx248-249.1997.12 (Kurzmeldung, 1 Seite)

Norwegen

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Norwegen

Norwegisches Meer: Fischfang auf 600 bis 700 Jahre gefährdet. Russische Experten halten eine radioaktive Verseuchung größeren Ausmaßes durch das 1989 gesunkene sowjetische Atom-U-Boot "Komsomolez" im Norwegischen Meer für möglich.

Stx178-179.1994.6.1 (Kurzmeldung, 1 Seite)

Rußland, UdSSR

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GUS /
Sowjetunion

Atomunfälle im Ural: 50 Jahre Kyshtym. Von Sebastian Pflugbeil. Nicht nur der erste schwere Atomunfall in der Geschichte der Kernenergienutzung (im Januar 1949 in Chelyabinsk-40), auch der bisher schwerste Unfall fand am Rande des Urals statt. Am 29. September 1957 explodierte in Kyshtym ein Lagerbehälter, in dem hochradioaktive Abfälle aus dem Kontext der Plutoniumgewinnung für die russischen Atombomben eingeschlossen waren. Die radioaktiven Substanzen wurden etwa einen Kilometer in die Höhe geschleudert und verteilten sich dann in einem Gebiet von einigen 10 Kilometern Breite und einigen Hundert Kilometern Länge in Richtung Nord-Ost zwischen Jekaterinenburg und Tscheljabinsk. Die freigesetzte Gesamtaktivität wird auf 780 Billiarden (780.000.000.000. 000.000) Becquerel geschätzt, wahrscheinlich mehr, als durch die Katastrophe von Tschernobyl in die Umwelt geriet. Folgende Aspekte der Katastrophe von Kyshtym erscheinen bemerkenswert: Die Katastrophe wurde erfolgreich über Jahrzehnte verheimlicht. Im Bereich der Entwicklung der russischen Atombombe wurden viele Häftlinge eingesetzt, darunter etliche Wissenschaftler. Andere Wissenschaftler arbeiteten als Freie dort, lebten aber tatsächlich in hermetisch abgeriegelten Städten ohne jeden Kontakt zur Außenwelt. Geteilt in die offizielle und die streng geheimzuhaltende Wissenschaft erfolgte auch die Untersuchung der Folgen von Kyshtym.

Stx498-499.2007.6-7.2 (2 Seiten)

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GUS /
Sowjetunion

Die erste Atomkatastrophe. Von Sebastian Pflugbeil gelesen in „The Unknown Stalin“ der Zwillingsbrüder Zhores and Roy Medwedjev. Die Beschreibung der ersten russischen Atomkatastrophe vor 58 Jahren kommt in der internationalen Literatur über die Geschichte der Atomwaffen und Kernenergienutzung bisher nicht vor. Der Autor des hier referierten Berichtes, Zhores Medwedjew, Biochemiker und Historiker, wurde durch die Aufdeckung der schrecklichen Katastrophe in Kyshtym 1958 bekannt. In einer Art forensischer Biologie fielen ihm zahlreiche Publikationen auf, in denen gehäuft über genetische Veränderungen an verschiedenen Pflanzen und Tieren berichtet wurde, ohne anzugeben, worauf diese Veränderungen wohl zurückgehen könnten. Er rekonstruierte dann minutiös, wo genau diese Pflanzen und diese Tiere gemeinsam vorkommen – das war in der Umgebung von Kyshtym auf der Ostseite des Urals. Er stach damit quasi in ein Hornissennest und mußte 1973 ins Exil gehen. Er lebt seither in London. Dieser Bericht beruht auf Informationen aus dem Buch über den „unbekannten Stalin“.

Stx490-491.2007.6-8.3 (3 Seiten)

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Rußland

Tomsk: Irreführende Informationen über 200 Quadratkilometer verstrahltes Land. Am 6. April 1993 ereignete sich in der westsibirischen Plutoniumfabrik Tomsk-7 ein schwerer Atomunfall, nur 27 Kilometer von der Großstadt Tomsk entfernt.

Stx152-153.1993.3.1 (1 Seite)

UdSSR

450.000 Strahlenopfer im Ural. Etwa 450.000 Menschen sind seit 1949 infolge von Unfällen und technischen Mängeln in der Plutoniumanlage Majak im Ural erhöhter radioaktiver Belastungen ausgesetzt. Das wurde im Januar 1993 in Moskau bekannt, nachdem die russische Regierung ein Programm zur Sanierung der radioaktiv verseuchten Gebiete im Ural beschlossen hatte.

Stx146-147.1993.4.1 (1 Seite)

Rußland

St. Petersburg: Keine Entwarnung. Am 26. April 1992 jährte sich der Reaktorunfall von Tschernobyl zum sechsten Mal. Am 24. März 1992 erinnert uns die Störfallmeldung aus Sosnowyj Bor, westlich von St. Petersburg, daß ein ähnliches Unglück jederzeit neu über uns kommen kann. Kommentar.

Stx126-127.1992.1.1 (1 Seite)

UdSSR

Leningrad: Moskau bestätigt 1990 erstmals Atomunglück von 1975. Die finnische Strahlenschutzbehörde hat Mitte Juni 1990 erstmals die offizielle Bestätigung aus der Sowjetunion erhalten, daß 1975 bei einem Unglück in einem Leningrader Atomkraftwerk große Mengen radioaktiver Stoffe freigesetzt wurden. Das hatte seinerzeit noch in 2000 Kilometern Entfernung erhöhten radioaktiven Niederschlag zur Folge.

Stx86-87.1990.8.1 (Kurzmeldung, 1 Seite)

Ukraine

Tschernobyl-Unglück bereits 1982. Bereits 1982 war es im Reaktorblock I des Tschernobyl-Kraftwerkes zu einem Unfall mit Radioaktivitätsfreisetzungen in die Umwelt gekommen. Das berichtete Prof. P. Litovchenko vom Institut für Strahlenforschung in Kiew am 13. Juni 1990 auf einem Seminar des Österreichischen Verbandes für Strahlenschutz in Wien. Beim Unglücksreaktor von 1986 hatte es sich um den Block IV gehandelt. Ein Bericht von Ute Boikat.

Stx84-85.1990.6.1 (1 Seite)

UdSSR

Moskau: UdSSR gab Atomkatastrophe von 1957 im Ural erstmals zu. Nach 32 Jahren ist in der Sowjetunion 1989 erstmals eingeräumt worden, daß es im September 1957 in den Bergen des Ural in einer Atomwaffenfabrik eine schwere Explosion gegeben hat.

Stx62-63.1989.10.1 (Kurzmeldung, 1 Seite)

UdSSR

Greenpeace: Geheime Störfallberichte. "Kernenergie ist eine altmodische, teure, schmutzige und gefährliche Methode, Wasser zu kochen", lautet die Schlußfolgerung einer am 26. April 1987 von der internationalen Umweltschutzorganisation Greenpeace in Wien veröffentlichten Studie der Gruppe Ökologie, Hannover, über die Risiken der Kernenergie in den RGB-Staaten des Ostblocks.

Stx8.1987.8.1 (1 Seite)

Schweiz

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Schweiz

Schilddrüsenkrebs: Die Schweiz verteilt Jodtabletten. Die Schweizer Bevölkerung wird für den Fall eines Reaktorunglücks mit Jodtabletten versorgt. Die Regierung erließ eine entsprechende Verordnung, die zum 1. August 1992 in Kraft trat.

Stx136-137.1992.5.1 (1 Seite)

Spanien

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Spanien

Radioaktive Wolke zog aus Südspanien über Europa. Ende Mai 1998 soll aus den Hochöfen des Stahlwerkes Acerinox beim Einschmelzen von Schrott radioaktives Cäsium-137 freigesetzt worden sein.

Stx276-277.1998.1,2.2 (2 Seiten)

USA

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USA

Vor 30 Jahren schmolz der Reaktorkern des US-AKW Three Mile Island. Im Druckwasser-Reaktorblock 2 des Atomkraftwerks Three Mile Island nahe Harrisburg in den USA, der im Jahr zuvor in Betrieb genommen worden war, kam es vor 30 Jahren, am 28. März 1979, zum bis dahin schwersten Störfall (INES-Stufe 5 von 7 Stufen) in einem kommerziellen Atomkraftwerk der westlichen Welt. Das, was Kernkraftgegner auf der ganzen Welt befürchtet hatten, trat ein, eine (teilweise) Schmelze des Reaktorkerns in Folge einer Verkettung von Abläufen, bei denen die Bedienmannschaft folgenschwere Fehler begangen hatte. Mehrere Tage galt eine gefährliche Gasexplosion als möglich, ja sogar als wahrscheinlich, was die Welt in Atem hielt und den Gouverneur dazu veranlaßte, eine freiwillige Evakuierung zu empfehlen.

Stx532-533.2009.19.1 (1 Seite)

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USA

Three Mile Island/Harrisburg: Atomunfall von 1979 erhöhte die Krebsrate. Eine Studie von Steven Wing et al..

Stx244-245.1997.16.1 (Kurzmeldung, 1 Seite)

USA

Harrisburg/Three Mile Island: 8,47 Millionen Liter Tritium-Wasser verdampft. 8,47 Millionen Liter radioaktiv verseuchtes Wasser, das bei dem Reaktorunfall von Harrisburg/Three Mile Island (USA) im März 1979 angefallen war, sind seit dem 24. Januar 1991 bis zum August 1993 verdampft worden. Das teilte die Betreiberfirma GPU Nuclear am 12. August 1993 mit.

Stx160-161.1993.8 (Kurzmeldung, 1 Seite)

USA

The Green Run: Mehr Jod freigesetzt. Im Dezember 1949 war eine große Menge radioaktives Jod-131 von den Hanford-Laboratorien in den USA während des militärischen Experiments "Green Run" freigesetzt worden. Neue Analysen führten 1992 zu dem Schluß, daß es mehr als 400 Billionen Becquerel waren, berichtete 1992 Maurice A. Robkin von der Universität Washington, Seattle (USA).

Stx132-133.1992.11.1 (Kurzmeldung, 1 Seite)

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Strahlentelex
ISSN 09314288